Martine McDonagh

Biographie

Martine McDonagh arbeitete lange Zeit als Bandmanagerin und Lektorin, bevor sie Autorin wurde. Hauptberuflich unterrichtet sie Kreatives Schreiben an einem College in Sussex, England.

Mit der Autorin haben wir ein Interview geführt, das wir für Sie unten auf dieser Seite platziert haben.

Foto: ©Andrew Springham

Alle Romane von Martine McDonagh

Wie würden Sie Ihren Roman Familie und andere Trostpreise in drei Worten beschreiben?

Lustig, traurig, optimistisch.

Was mögen Sie am meisten an der Hauptfigur Sonny?

Sonny ist mutig. Obwohl er in seinem jungen Leben mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist, hat er ein beeindruckendes Selbstgefühl und ist entschlossen, sein Glück zu finden. Was ich an ihm am meisten schätze, ist seine Fähigkeit, seinen Sinn für Humor beizubehalten, obwohl er einige ziemlich schwer verdauliche Wahrheiten über diejenigen, die ihm am nächsten stehen, und das Leben im Allgemeinen herausfindet.

Gibt es eine Figur, über die es Ihnen schwer fiel zu schreiben?

Über Sonnys Vater, Guru Bim, war es ziemlich schwer, zu schreiben, weil sein ausgeprägter Narzissmus ihn nur ein- oder bestenfalls zweidimensional macht. Fiktionale Charaktere funktionieren am besten, je dreidimensionaler sie sind, also habe ich beschlossen, dieses Problem zu lösen, indem ich ihn hauptsächlich durch die Augen der ihm am nächsten stehenden Menschen zeige und mich auf die Wirkung fokussiere, die er auf sie hat.

Was macht eine Geschichte zu einer Geschichte, die Sie erzählen möchten?

Ich denke, dass eine Geschichte immer neugierig machen und die Frage "Was wäre wenn?" stellen muss. Das Wechselspiel zwischen Gewöhnlichem und Außergewöhnlichem auszuloten, ist immer wieder interessant, z.B. eine gewöhnliche Person in einer außergewöhnlichen Situation zu beschreiben oder eine außergewöhnliche Person in einer ganz alltäglichen Situation. Und manchmal ist es auch eine außergewöhnliche Person in einer außergewöhnlichen Situation – aber letzteres muss sehr sorgfältig angegangen werden.

Was macht Ihnen am meisten Spaß, wenn Sie mit der Arbeit an einem neuen Roman beginnen?

Ich schreibe immer zuerst einen groben Entwurf auf Papier, und das ist die angenehmste Phase für mich. Die Ideen sind (hoffentlich) frisch und das Schreiben auf Papier macht es irgendwie einfacher weiterzumachen, ohne zurückzuschauen und das bisher Geschriebene zu überarbeiten. Es bietet mir auch die Freiheit zu arbeiten, wo immer ich möchte, und nicht an einen Schreibtisch gebunden zu sein. Der einzige Nachteil daran ist, dass ich meine Handschrift oft interpretieren muss, wenn ich anfange, das Manuskript abzutippen. Aber wenn ich nicht entziffern kann, was ich geschrieben habe, kann ich mir einfach etwas Neues ausdenken.

Wer liest Ihre Manuskripte zuerst?

Je selbstsicherer ich als Autorin und Leserin meiner eigenen Arbeit geworden bin, desto länger warte ich, bevor ich das Geschriebene einer anderen Person zeige. Im Allgemeinen ist meine erste Leserin Philippa Brewster. Sie war früher meine Agentin und ist eine großartige Leserin und Lektorin. Normalerweise sende ich ihr mein Manuskript, wenn ich den zweiten Entwurf abgeschlossen habe.

Wenn Sie die Übersetzungen Ihrer Bücher sehen, sind Sie da manchmal überrascht, was z.B. die Cover in anderen Ländern betrifft?

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie ein Designer die Geschichte interpretiert, um ein Buchcover zu erstellen. Bis jetzt wurde ich noch nie enttäuscht. Ich habe mich schon immer gefragt, wie es wohl wäre, wenn meine Romane in andere Sprachen und Kulturen übersetzt werden würden. Diese deutsche Ausgabe ist meine erste Übersetzungserfahrung und es war ein wirklich spannender Prozess. Ich mag besonders den deutschen Titel, er trifft wirklich den Kern der Geschichte – ich wünschte, ich wäre selbst darauf gekommen! Und das Cover ist großartig.

Bestimmt werden Sie oft in Interviews das Gleiche gefragt. Welche Fragen können sie nicht mehr „lesen“ und welche Frage würden Sie gerne einmal beantworten?

Wege zu finden, sich aus verschiedenen Perspektiven derselben Frage zu nähern, ist eine wichtige Fähigkeit für einen Autor, also würde ich mich nie darüber beklagen. Und es kann manchmal überraschend sein, wenn verschiedene Leute dieselbe Frage stellen, insofern als dass ich nicht erwartet hätte, dass es die Leute fragen würden.