Erin Niimi Longhurst

Biographie

Die Sozialanthropologin Erin Niimi Longhurst ist eine britische Food- und Lifestyle-Bloggerin mit japanischen Wurzeln. Sie lebt in London, verbringt aber jedes Jahr einen Teil ihrer Zeit in Japan. Hauptberuflich arbeitet sie als Social-Media-Adviserin für Stiftungen, Wohltätigkeits- und Non-Profit-Organisationen wie Amnesty International.

Mit der Autorin haben wir ein Interview geführt, das wir für Sie unten auf dieser Seite platziert haben.

Foto: ©Nassima Rothacker

Alle Romane von Erin Niimi Longhurst

Was ist Japonismus und warum ist es absolut lohnenswert, mehr darüber zu erfahren?

Der Begriff „Japonismus“ wurde erstmals im späten neunzehnten Jahrhundert verwendet, um die Begeisterung für japanische Kunst, Kultur und Design im Westen zu beschreiben. In meinem Buch bezeichne ich damit eine Bewegung und das wachsende Interesse für die japanische Kultur – insbesondere für die japanische Philosophie und die japanischen Traditionen, aber auch für die Bereiche Musik, Film, Essen und Kunst. In den letzten Jahren habe ich in meinem Blog ausführlich über Japan berichtet, hauptsächlich über den japanischen Lifestyle. Ich poste vor allem Rezepte und Reisetipps. In sämtlichen Bereichen meines Lebens habe ich das Gefühl, dass ich immer wieder zu denselben japanischen Ritualen, Gewohnheiten und Traditionen zurückkomme, die ich aus meiner Erziehung kenne. Das wollte ich mit „Japonismus – Die Kunst, zufrieden zu sein“ teilen.

 

Wann sind Sie das erste Mal mit Japonismus in Berührung gekommen? War diese Philosophie schon immer Teil Ihres Lebens?

Von meinem Großvater habe ich gelernt, wie wichtig Balance und Ausgeglichenheit sind. Wir leben in einer zunehmend vernetzten Welt, aber das hat seinen Preis. Ich nahm mir meinen Großvater als Vorbild und achtete mehr auf mich selbst, um produktiv und glücklich zu sein und nachhaltig zu leben. Mein Großvater hat im späteren Verlauf seines Lebens seine spirituelle Seite entdeckt und war aktiv im Tempelleben als Ältester involviert.

Ich bin von Natur aus eine ängstliche, vorsichtige Person. Ich habe aber festgestellt, dass es so viele Dinge gibt, auf die ich mich stützen kann, die in Japan verwurzelt sind. Sie geben mir Klarheit und Durchhaltevermögen, und helfen mir, mich zu sortieren. Dazu gehören zum Beispiel die Philosophie rund um Kintsugi, die Kunst des Flickens von Keramik mit Gold, oder Praktiken wie Shinrin Yoku oder Waldbaden.

Ich hoffe, dass diese Philosophien und Lektionen meinen Leserinnen und Lesern Trost, Glück und Denkanstöße bieten – und zwar die Art von Glück, die man nur durch die Wertschätzung der ruhigeren, reichen, bescheidenen und freudigen Momente im Leben erlebt.

 

Welche Art von Ratschlägen haben Sie für die Leser Ihres Buches zusammengestellt?

Mit meinem Buch möchte ich sie inspirieren und sie anleiten. Hierfür beschreibe ich, wie man mit kleinen Veränderungen der eigenen Gewohnheiten bereits viel erreichen kann.

Der erste Teil des Buches (Kokoro) legt den Fokus auf unser Herz und unseren Verstand. Es geht darum, was uns antreibt (Ikigai) und was uns Freude bereitet, um die Schönheit der Veränderung (Wabi-sabi) und das Vergehen der Zeit; um die Momente im Leben, die uns prägen (Kintsugi). Im zweiten Teil (Karada) dreht sich alles um den Körper – wie wir ihn ernähren (durch Essen, Baden und Tee), wie wir mit unserer Umgebung (Ikebana, Shinrinyoku, zu Hause) interagieren und wie wir unseren Geist stimulieren (Kalligraphie). Der dritte Teil konzentriert sich auf die Art und Weise, wie all diese Praktiken und Denkweisen in unser tägliches Leben integriert werden können und zur Routine werden – sich also zur Gewohnheit entwickeln (Shukanka).

Die Schriftzeichen, aus denen mein Name besteht, bedeuten „neu“ und „schön“. Ich hoffe, dass ich meinem Namen mit diesem kleinen Buch als Leitfaden gerecht werde, indem ich meinen Leserinnen und Lesern neue und schöne japanische Philosophien, Praktiken und Tipps vorstelle, um ein bisschen mehr Achtsamkeit und Zufriedenheit in ihrem Leben zu erreichen.