Tina St. John

Biographie

Tina St.John ist eine Nachfolgerin von Gouverneur William Bradford, einem jener Pilgerväter, die 1620 auf dem legendären Schiff "Mayflower" nach Nordamerika auswanderten. 1966 in Michigan geboren, arbeitete Tina vor ihrer Schriftstellerkarriere unter anderem als Leiterin der Personalabteilung eines Automobilkonzerns. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann, der nicht nur ihr größter Fan, sondern auch immer wieder Inspiration für all die charismatischen, starken Helden ihrer fesselnden Liebesromane ist, sowie zwei Katzen an der Küste Neuenglands. Tina liebt Vampirliteratur und zu ihren Lieblingsautoren gehören Bram Stoker oder Anne Rice. Sie selbst veröffentlicht unter dem Pseudonym Lara Adrian die Vampir-Saga ‚Midnight Breed‘. .

Mit der Autorin haben wir ein Interview geführt, das wir für Sie unten auf dieser Seite platziert haben.

Alle Romane von Tina St. John

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Sie schreiben ja schon recht lange, Ihr erster Roman erschien 1999. Warum haben Sie mit dem Schreiben angefangen? Und weshalb bleiben Sie dran? Und das auch noch Tag für Tag?
Seitdem ich einen Bleistift in Händen halten konnte, hat mir das Schreiben Spaß gemacht. Allerdings habe ich nie daran gedacht, daraus einen Beruf zu machen, bevor ich meinen Mann kennenlernte. Ich hatte zwar wenig Hoffnung, dass es einer Kleinstädterin ohne Uniabschluss und ohne Kontakte zur New Yorker Verlagswelt gelingen könnte, ein Manuskript zu veröffentlichen, aber mein Mann hat an mich geglaubt! Und zwar so sehr, dass ich meinen Job aufgeben konnte, um mein erstes Buch fertigzustellen. Es war eine Liebesgeschichte, die im Mittelalter spielte und den Titel "Lord of Vengeance" trug. Ich bekam es tatsächlich fertig und schickte es an meine Lieblingsverlage. Am 26. Januar 1998 (und zwar um zehn vor fünf nachmittags – das weiß ich so genau, als wäre es gestern gewesen!) bekam ich einen Anruf von Ballantine Books. Sie wollten "Lord of Vengeance" kaufen und mir gleichzeitig einen Vertrag über zwei weitere Mittelalter-Historicals anbieten! Seit meinem literarischen Debüt im Juni 1999 habe ich insgesamt sieben Romane bei Ballantine veröffentlicht, und ich freue mich sehr, dass einige davon nun auch in Deutschland beim CORA Verlag erscheinen!Ich schreibe, weil ich Sprache liebe – und das Gefühl, Worte aufs Papier zu bringen. Figuren und ganze Welten nur mit Hilfe meiner Fantasie und meines Computers zum Leben zu erwecken macht einfach riesigen Spaß. Meistens laufe ich herum wie in Trance oder rede mit mir selbst, weil ich in Gedanken mit einer Geschichte beschäftigt bin oder bestimmte Szenen ausarbeite. Zum Glück hat sich mein Mann daran gewöhnt und lässt mich nicht einweisen!Mein Rezept fürs tägliche Dranbleiben ist ziemlich simpel: Disziplin. Die Fantasie ist wie ein Muskel – man muss sie regelmäßig benutzen, damit sie geschmeidig und fit bleibt. Deshalb schreibe ich jeden Tag – und wenn es nur ein, zwei Absätze sind. Muss ich einen Abgabetermin für ein Buch einhalten, setze ich mir Tagesziele, so zwischen 1000 und 2000 Wörtern.

Kenrick of Clairmont, der Held von "Das Geheimnis des heiligen Kelches", ist ein vielschichtiger Charakter mit Tiefgang. Wie sieht für Sie der perfekte Romance-Held aus?
Ich liebe Kenrick, weil er so viele Eigenschaften in sich vereint, die ich an Männern bewundere: Er ist intelligent, sensibel, selbstbewusst, ein Ehrenmann durch und durch – und dabei ist ihm selbst überhaupt nicht bewusst, wie unglaublich toll er tatsächlich ist. Eigentlich verkörpert er also ziemlich genau meine Vorstellung des perfekten Romance-Helden. (Zufällig sind das übrigens auch einige der Eigenschaften, die ich an meinem eigenen Mann liebe.) Meine Helden sind schon manchmal arrogant und gelegentlich sogar ein wenig zwielichtig, aber im Kern sind sie unbeirrbare Ehrenmänner. Und egal, ob sie es nun zugeben würden oder nicht: Jeder einzelne meiner Helden ist klug genug zu merken, wann die eine ganz besondere Frau in sein Leben tritt, und lässt sich durch nichts davon abhalten, sie zu gewinnen.

Haven, die Heldin von "Das Geheimnis des heiligen Kelches", kann sich in einen Fuchs verwandeln. Warum ausgerechnet in einen Fuchs?
In meiner Drachenkelch-Serie hat jede der Hauptfiguren ein ganz persönliches Totem-Tier, in das sie sich verwandeln kann. Im Fall von Haven, der klugen, temperamentvollen und schönen Frau aus "Das Geheimnis des heiligen Kelches", bot sich als Totem-Tier der listige und wunderschöne Rotfuchs geradezu an.

Wir werden bei CORA alle drei Romane aus der "Drachenkelch"-Serie als HISTORICAL SPECIAL veröffentlichen. "Das Geheimnis des heiligen Kelches" ist schon der zweite Band. Könnten Sie unseren Lesern mit einem kleinen Ausblick Appetit auf Band 3 machen? Und was ist mit dem 4. Teil, den Sie auf Ihrer Homepage ankündigen – wird es ihn geben?
Ich freue mich sehr, dass die Bücher in Deutschland veröffentlicht werden! In Band 3 rückt Randwulf of Greycliff in den Mittelpunkt, Kenricks guter Freund, der wegen seiner Verstrickung in die Geschehnisse um den Kelch Frau und Kind verliert. Das quält ihn, und er glaubt unbeirrbar, dass er es nicht verdient, glücklich zu werden – für mich ist das einer der interessantesten Heldentypen. In seiner Geschichte begegnet er einer jungen Frau mit außergewöhnlichen psychischen Gaben … nämlich der Fähigkeit, durch bloße Berührung die Gefühle eines Menschen quasi zu "lesen". Serena ist rein und unschuldig, während die Ereignisse Rand desillusioniert und abgestumpft haben. Ich fand es toll, diese Gegensätze zusammenzubringen.
Ich wünschte, ich könnte die Frage nach dem vierten und letzten Band der Serie beantworten. Leider wurde der Vertrag mit Ballantine nur über drei Romane abgeschlossen, obwohl die Serie von Anfang an auf vier Bände angelegt war. Aber ich hoffe sehr, dass ich sie eines Tages beenden und den letzten Teil veröffentlichen kann. Ich halte Sie über neue Entwicklungen auf dem Laufenden!

Ihre Mutter kommt aus Deutschland. Sind Sie mit deutschen Liedern, Märchen oder Weihnachtsbräuchen aufgewachsen? Wie hat sie das beeinflusst? Und noch eine weitere Frage: Gibt es eine Gegend in Deutschland, die Sie besonders mögen?
Meine Mutter folgte ihrer großen Schwester 1956 in die USA. Damals war sie erst achtzehn und sprach kein einziges Wort Englisch. Ich bewundere ihren Mut, weil sie einen so großen und umwälzenden Schritt furchtlos unternommen hat! Das klingt doch ganz nach der Heldin einer guten Romance, oder? Heute bedaure ich sehr, dass ich nie darauf bestanden habe, mir von meiner Mutter Deutsch beibringen zu lassen, irgendwann möchte ich die Sprache aber noch lernen. Als Kinder wurden wir mit Lebkuchen und Stollen verwöhnt, die uns Verwandte aus Deutschland schickten – und diese Päckchen bekommen wir heute noch. Deutsche Gerichte wie Sauerbraten, Kartoffelknödel und Rotkohl liebe ich einfach! (Oh je, ich bekomme schon Hunger.) Wo ich lebe, gibt es kaum gute deutsche Restaurants, und es ist schwer, hier Schokolade zu finden, die mit der deutschen mithalten kann. Aber ich gebe die Suche nicht auf …
Ich glaube tatsächlich, dass meine deutschen Wurzeln zumindest einen Einfluss auf mein Leben haben, wenn schon nicht auf meine Bücher. Ich fürchte mich nicht davor, hart und lange zu arbeiten (danke, Mom!), und wenn ich etwas mache, dann mache ich es auch RICHTIG.
Meine Mutter ist in der Nähe von Marktredwitz in Bayern aufgewachsen (genau gesagt, in einer Stadt namens Lorenzreuth). Als ich sieben Jahre alt war, sind wir einmal zu Besuch hingefahren, und ich erinnere mich noch genau an die wunderbare grüne Landschaft und die hübschen Dörfer. Kann natürlich sein, dass sich die Gegend seit 1973 ein bisschen verändert hat! Mein Mann hat ebenfalls deutsche Vorfahren, allerdings kamen seine Großeltern väterlicherseits aus dem Mecklenburgischen.

Gibt es noch etwas, was Sie Ihren deutschen Leserinnen sagen möchten?
Ja! Vielen Dank, dass Sie meine Bücher lesen, und vielen Dank für die vielen netten E-Mails – auf Englisch, wow! –, in denen Sie mir schreiben, wie sehr Ihnen die Romane gefallen haben. Ich hoffe sehr, dass Sie meine Geschichten weiterhin gerne lesen. Beim CORA Verlag möchte ich mich aufrichtig dafür bedanken, dass er sie auf Deutsch veröffentlicht. So lange habe ich davon geträumt, meiner Mutter und meiner Tante diese Romane in ihrer Muttersprache schicken zu können, und nun wird mein Traum Wirklichkeit!

Das Interview führte Bettina Steinhage, Redakteurin im CORA Verlag.