Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel

Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel

Es mag dickere Kartoffeln geben als die von Mr. Doubler, aber es gibt keine besseren. Seit zehn Jahren hat der englische Bauer seine Farm hoch auf einem Hügel nicht verlassen und sich ausschließlich dem Kartoffelanbau verschrieben. Während sich die Welt um ihn herum immer schneller dreht, schätzt der Eigenbrötler den Wert von einfacher Arbeit und Abgeschiedenheit. Die Einzige, die mit seiner schrulligen Art umzugehen weiß, ist seine Haushälterin Mrs. Millwood. Doch als diese irgendwann nicht mehr den Weg auf seinen Hügel findet, muss Mr. Doubler wohl oder übel hinuntersteigen und sich dem Leben stellen …

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Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel

Es mag dickere Kartoffeln geben als die von Mr. Doubler, aber es gibt keine besseren. Seit zehn Jahren hat der englische Bauer seine Farm hoch auf einem Hügel nicht verlassen und sich ausschließlich dem Kartoffelanbau verschrieben. Während sich die Welt um ihn herum immer schneller dreht, schätzt der Eigenbrötler den Wert von einfacher Arbeit und Abgeschiedenheit. Die Einzige, die mit seiner schrulligen Art umzugehen weiß, ist seine Haushälterin Mrs. Millwood. Doch als diese irgendwann nicht mehr den Weg auf seinen Hügel findet, muss Mr. Doubler wohl oder übel hinuntersteigen und sich dem Leben stellen …

Erscheinungstag: Fr, 01.03.2019
Erscheinungstag: Fr, 01.03.2019
Bandnummer: 100198
Bandnummer: 100198
Seitenanzahl: 456
Seitenanzahl: 456
ISBN: 9783959672580
ISBN: 9783959678186
E-Book Format: ePub oder .mobi

Dieses E-Book kann auf allen ePub- und .mobi -fähigen Geräten gelesen werden, z.B.
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Seni Glaister arbeitet seit 30 Jahren in der Buchbranche. Ihre wenige Freizeit verbringt die Mutter von vier Kindern damit, Schweine und Rinder aufzuziehen, Berge zu besteigen, Wein anzubauen und zu schreiben. Momentan plant sie eine Wanderung zum (…)

Kundenbewertungen

Großartiges Buch - 26.05.2019 13:42:09 - Glimmerfeen

Mr. Doubler und seine kluge Beraterin Mrs. Millwood konnten mich sehr schnell begeistern, auch die freiwilligen Mitarbeiter des Tierheims und die anderen Charaktere waren so gut beschrieben, dass ich sie genau vor mir sehen konnte. Wer glaubt ein Kartoffelbauer sei langweilig oder gar dumm, der hat sich in Mr. Doubler schwer getäuscht. Das Buch bietet sehr viele Gedankengänge, um das Leben und Handlungsweisen wieder einmal zu reflektieren.

Wunderschöne Geschichte - 14.04.2019 10:30:23 - tkmla

Seni Glaister ist ein wunderschöner Roman gelungen, über das Leben und die Dinge, auf die es wirklich ankommt.
Mr. Doubler ist seit über vierzig Jahren Kartoffelbauer. Doch das reicht ihm nicht. Er will der beste Kartoffelbauer werden und mit seinem Wissen über die Kartoffel in die Geschichte eingehen. Sein jahrelanger Erfahrungsschatz hat ihm eine Züchtung eingebracht, für die er sich die entsprechenden wissenschaftlichen Anerkennungen erhofft.
Privat läuft es für ihn weniger gut. Seit dem Verlust seiner Frau und dem Auszug seiner Kinder hat er sich komplett auf seinen Hof zurückgezogen. Sein einziger persönlicher Kontakt ist seine Putzfrau Mrs. Millwood, die ihn täglich besucht und mit ihm zu Mittag ist. Er fühlt sich wohl in seiner Abgeschiedenheit und ist zufrieden mit seinem Leben.
Erst als Mrs. Millwood wegen einer schweren Krankheit das Krankenhaus nicht mehr verlassen darf, muss sich Mr. Doubler aus seiner Komfortzone herauswagen.
Mr. Doubler ist trotz seiner Eigenbrötlerei ein absolut liebenswerter Charakter, den man sofort ins Herz schließt. Man kann seinen Schmerz und seine Unsicherheit spüren und freut sich, über jeden kleinen Schritt, der ihn wieder näher ans Leben bringt.
Die Figuren sind skurril und meist typisch englisch. Die Autorin Seni Glaister schafft es bei jedem Charakter sensibel hinter die äußerliche Fassade zu blicken.
Das Erzähltempo ist ruhig und gemächlich und passt zu Mr. Doubler. Trotzdem fesselt die Geschichte den Leser und zeigt die Freude über die kleinen Dinge, die meist übersehen werden und doch so wichtig sind.
Der Roman regt zum Nachdenken an und hat teilweise schon philosophische Züge. Mir persönlich wird Mr. Doubler noch lange im Gedächtnis bleiben und ich kann das Buch nur jedem weiterempfehlen.

Niemand ist eine Insel - 11.04.2019 23:08:43 - Peggy

Niemand ist eine Insel, das muss auch der zurückgezogen lebende Doubler erkennen, als seine alte Freundin Mrs. M. plötzlich schwer erkrankt und er so aus seiner täglichen Routine herausgerissen wird. Doubler hat seit Jahrzehnten seinen Bauernhof, auf dem er sich der Kartoffelforschung widmet nicht verlassen. Seine Mrs. M. war der einzige Kontakt zur Außenwelt. Doch Mrs. M schafft es, das Doubler sich der Gemeinschaft wieder zu wendet und Teil dieser wird. Doubler wird durch Mrs. M´s Freunde und Bekannte im Laufe der Handlung weichgespült. Der schrullige alte Kartoffelbauer entdeckt seine soziale Ader und angeriert sich und blickt hinter so manche Fassade, die Menschen so um sich aufbauen. Er stellt sich auch seinen beiden schwersten Prüfungen, die wegbereitend für sein weiteres Leben sind.
Auch wenn der Titel es nicht vermuten lässt es ist eine Liebesgeschichte. Nur das die Protagonisten eben nicht mehr jung und knackig sind sondern sich im Herbst ihres Lebens befinden. Es wird eine rührende, lustige und einfühlsame Geschichte erzählt, über Menschen, die aus Einsamkeit wirklich die seltsamsten Dinge tun. Es werden Wege aus dieser unüberwindbaren Einsamkeit aufgezeigt und Erfolgsgeschichten gezeigt mit der alle zufrieden sind. Lassen Sie sich jetzt bitte nicht von dem Wort Einsamkeit abschrecken, aber das ist der Ausgangspunkt aus der sich eine faszinierende Geschichte entwickelt.
Die Autorin schafft es mit ihren flüssigen Schreibstil, den Leser zu fesseln, damit er es gar nicht mehr beiseite legen möchte. Jedoch gibt es auch Abschnitte durch die der Leser sich regelrecht durchbeißen muss, da der humorvolle und lustige Schreibstil von der einen oder andern philosophischen und nachdenklichen Episode abgelöst wird.
Fazit: Eine gelungene Liebesgeschichte mit viel Herz und einen kritischen Blick in die heutige Gesellschaft. Denn die Einsamkeit hat viele Gesichter und ebenso viele Wege aus dieser hinaus.

Menschen sehen das, was sie wehen wollen - 11.04.2019 21:49:13 - Inge B.

Seni Glaister, die Autorin des Buches Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel, hat vier Kinder und lebt auf einem Hof. Dort züchtet sie Schweine und Rinder, ist Bergsteigerin und baut Wein an. Sie lebt also mit der Natur und weiß, wovon sie schreibt.

Mr. Doubler lebt zurückgezogen auf seiner Farm und nach dem Auszug seiner beiden Kinder verschrieb er sich völlig seinen Kartoffeln. Als Vorbild dient ihm dabei der bereits verstorbene John Clarke, der eine bahnbrechende Züchtung der wertvollen Knolle hervorbrachte. Auch Doubler möchte, dass nach seinem Tod über ihn und seine Erfolge beim Kartoffelanbau berichtet wird. Für seine Kinder ist er schrulliger alter Mann und sein Sohn versucht sogar, ihn zu betrügen. Ein windiger Geschäftsmann stellt ihm nach und möchte unbedingt seine Farm kaufen und sein Sohn steckt mit ihm unter einer Decke.

Der einzige gute Mensch an seiner Seite, ist Mrs. Millwood. Die führt ihm den Haushalt und er genießt die Unterhaltungen mit ihr, die regelmäßig am Mittagstisch stattfinden. Als Mrs. Millwood krank wird, ändert sich das Leben Doublers. Schritt für Schritt wagt er sich wieder an die Öffentlichkeit und unter Menschen. Sogar einige moderne Erfindungen halten Einzug in seinem Haus.

Das Buch gefiel mir sehr gut, weil es zwar humorvoll aber mit viel Tiefgang geschrieben ist. Die Vergleiche zwischen Menschen und Kartoffeln, sowie deren Eigenarten, stimmen genau. Auch die Situation der Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern hat die Autorin in dem Buch Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel perfekt beschrieben. Einige Zitate aus dem Buch möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

„Kinder sind eine Aneinanderreihung von DNS sie können nicht unser Vermächtnis sein. Das, was sie erreichen ist ihr eigenes Werk, genau wie sie die Verantwortung für ihre eigenen Misserfolge tragen müssen.“

„Das Gute im Innern ist wertlos, wenn es nicht geteilt wird.“ (Aus „Der alte Mann und das Meer“)

Nicht nur das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist Thema des Buches. Auch das Miteinander der Menschen und wie schnell sie sich gegenseitig falsch beurteilen. Warmherzig und im Einklang mit der Natur schuf die Autorin ein Buch, das für Jung und Alt gleichermaßen eine wertvolle Lektüre darstellt.

Leben und Tod und noch viel mehr - 06.04.2019 14:17:27 - Becca testet

Viele wichtige Themen wie Einsamkeit und Freundschaft werden behandelt. Das Leben und der Tod spielen eine ebenso wichtige Rolle. Das Buch regt zum Nachdenken an.

Ein weises Buch über das Leben, die Freundschaft und Kartoffeln - 03.04.2019 16:42:55 - Kleine_Raupe

Mr. Doubler ist ein eigenbrötlerischer Kartoffelbauer, der seine Farm seit vielen Jahren nicht verlassen hat. Seitdem seine Frau verschwand (man weiß nicht, was mit ihr geschah) lebt er ganz allein dort oben, beobachtet Vögel und macht geheime Experimente mit seinen Kartoffeln. Seine Haushaltshilfe Mrs Millwood ist die Einzige, der er sich öffnet und mit der er lange Gespräche führt. Als Mrs Millwood plötzlich schwer erkrankt, bekommt Doubler Hilfe von ihrer Tochter Midge. Doch auch er muss plötzlich anderen Menschen helfen und das stellt sein ganzes Leben auf den Kopf. Mit Mrs Millwood führt er unterdessen lange Telefongespräche, während sie im Krankenhaus liegt und Doubler merkt, dass in seinem Herz vielleicht doch für mehr Platz ist, als nur für Kartoffeln.
Mrs Millwood arbeitet ehrenamtlich im Tierheim und diesen Job muss Doubler nun übernehmen. Dabei wird er mit einer missglückten Eselsentführung, einem Colonel ohne Armee und zwei einsamen alten Damen konfrontiert. Schnell wird klar, dass Doubler nicht nur ein Eigenbrötler ist, sondern auch ein herzensguter Mensch. Gerade deswegen gibt es Menschen, die ihm schaden wollen, wie zum Beispiel der Kartoffelbauer Peele, der es auf Doublers Farm abgesehen hat.
Was mir am besten bei diesem Buch gefallen hat, sind die Figuren. Sie sind liebevoll gezeichnet, haben Ecken und Kanten und man hat das Gefühl, dass sich die Autorin auch für Nebenfiguren eine eigene Geschichte ausgedacht hat. Am meisten habe ich natürlich Doubler ins Herz geschlossen, der nur auf den ersten Blick wie ein Griesgram wirkt, aber tatsächlich ein weiches Herz hat und viel Weisheit in sich trägt. Diese Lebensweisheit macht das Buch auch zu etwas Besonderem, es gab viele Sätze, die ich mir am liebsten herausgeschrieben hätte. Ich mag es außerdem, wenn man beim Lesen noch etwas lernt, was hier auch der Fall war! Doubler kennt sich gut aus mit Kartoffeln, Käse, Äpfeln…
Die Autorin Seni Glaister war mir bisher nicht bekannt. Anscheinend ist „Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel“ das erste Buch, welches auf Deutsch erschienen ist. Das Buch muss sich jedoch keineswegs verstecken, es kann meiner Meinung nach mit „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman mithalten! Der Vergleich liegt natürlich nahe, weil beide Protagonisten Eigenbrötler sind, die im Laufe der Geschichte auftauen. Lesern, die solche Geschichten mögen, möchte ich das Buch gerne ans Herz legen, von mir bekommt es 5 Sterne!

Die Kunst der Kartoffel - 18.03.2019 13:15:54 - Bibliomarie

Mr. Doubler lebt von und für die Kartoffel. Seit 10 Jahren hat er seine Farm auf dem Hügel nicht mehr verlassen, er gilt als verschrobener Einzelgänger. Seine einzige Verbindung zur Welt ist seine Haushälterin Mrs. Millwood, die mit seinem kauzigen Wesen umzugehen weiß. Doch als sie schwer erkrankt und nicht mehr zu ihm kommen kann, ist er gezwungen seine enge Welt zu verlassen.
Das ist von der Geschichte her eigentlich ein ganz einfacher Roman, aber aus jeder Zeile spricht viel Weisheit und Lebenserfahrung. Wie Mrs. Millwood aus dem Krankenhaus heraus Doubler warmherzig zur Seite steht und ihn auf die Welt vorbereitet, hat mich tief berührt. Allmählich merkt der Farmer, dass er nicht allein ist und dass es ihm gelingt, neue Verbindungen einzugehen und dass seine Obsession für die perfekte Kartoffel vielleicht nicht sein einziger Lebenszweck sein muss.
Der Mann, der kaum etwas um sich herum wahr nahm, der Welt, die sich immer schneller dreht mit tiefempfundenen Misstrauen gegenüber steht, gewinnt neue Freunde und kann mit seiner Lebenserfahrung auch anderen zur Seite stehen, ganz wie es Mrs Millwood auch bei ihm tat.
Mir hat dieser Roman viele, ganz besondere Lesestunden geschenkt und über manche Sätze und Ereignisse habe ich mich köstlich amüsiert, andere haben mich tief berührt und manchmal auch traurig gemacht. Wie Mr. Doubler seine Einsamkeit und seine innere Verletzungen allmählich überwindet und auch wieder einen neuen Zugang zu seinen Kindern findet, gefiel mir gut. Auch wenn es bedeutet, dass er erkennen muss, dass sein Sohn einfach nur ein Sch…kerl ist, der die Farm lieber heute als morgen zu Geld machen würde. Aber es gibt auch Enkelkinder und wer weiß, vielleicht hat eins seine Liebe zum Land geerbt.
Ein Roman, den man langsam lesen sollte, weil man immer wieder inne halten kann um über Sätze nachzudenken, in denen viel Weisheit und Lebensphilosophie steckt. Es war mir ein großes Vergnügen Mr. Doubler kennenzulernen und kann nur jedem Leser die Bekanntschaft mit ihm empfehlen.

Ein wundervoller Roman über das Leben - 16.03.2019 22:26:32 - Annafrieda

Mr. Doubler lebt zurückgezogen auf der Mirth Farm und kümmert sich sein Leben lang um Kartoffeln. Seine Kinder sind aus dem Haus und es gibt nur eine Frau, Mrs. Millwood, die ihm täglich im Haushalt hilft. Vor ganz vielen Jahren hatte seine Frau ihn und die Kinder verlassen, die er dann alleine großziehen musste.
Eines Tages erkrankt Mrs. Millwood und muss ins Krankenhaus. Jetzt erst merkt Doubler, wie sehr ihm ihre Gesellschaft fehlt und wie einsam er ist. Nun gilt es, das Leben wieder neu zu entdecken. Seine Kinder sind ihm dabei keine Hilfe. Seine Tochter scheut Herausforderungen und sein Sohn verachtet ihn, den Kartoffelbauern. Mit Hilfe von Mrs. Millwood und einigen anderen Menschen wagt Doubler sich aus seinem Schneckenhaus. Wird er einen Weg finden, sein Leben neu zu gestalten?

Ich habe das Buch gerade ausgelesen und bin noch ganz geflasht. Ein Lesehighlight in den letzten Monaten! Ein ganz besonderes Buch über alle Facetten des Lebens, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in ein Buch so eingetaucht bin mit Kopf, Herz und Gefühl. Es geht ja im Prinzip um die Story, und hier hat es die Autorin geschafft, so viel Kluges und Nachdenkenwertes in die Handlung einzubetten, dass ich angeregt war, das Buch zur Seite zu legen und über das Geschriebene nachzudenken. Über das Leben und allgemein. Die tollen Gespräche der Protagonisten muten teilweise philosophisch an. Und trotzdem blieb es die Story, die erzählt werden wollte. Immer im Wandel und ohne erhobenen Zeigefinger. Ein Buch über das Leben, über Freundschaft, über Verzeihen und die Macht der Liebe. Und auch über Ent-Täuschungen und Verdrängung. Man kann die Botschaften gar nicht alle aufzählen, die muss jeder selber finden.
Das Buch hat mich tief berührt, zum Weinen gebracht, zum Nachdenken und wird noch lange in mir nachhallen. Ein Buch mit leisen Tönen und in einem wunderbaren Schreibstil. Die Autorin findet tolle Worte und Vergleiche. Es mag hier nicht so klar rüber kommen, aber das Buch hat auch wundervolle humorische Facetten und vermittelt Hoffnung, so sehr einem das Leben auch mitspielt. Ich gebe unbedingte Leseempfehlung! Das Buch hat für mich noch mehr als fünf Sterne verdient. Ich freue mich, dass ich es gefunden habe.

Man ist nie zu alt für Veränderung und Gefühle - 15.03.2019 20:06:32 - Elke Seifried

„In den vielen Jahren freiwilliger Isolation hatte Doubler gelernt, auf dem extrem schmalen Grat zwischen Alleinsein und Einsamkeit zu balancieren. Er suchte Ersteres, Letzteres suchte ihn.“
Der eigenbrötlerische Kartoffelbauer Doubler lebt einsam auf seiner Farm hoch auf dem Hügel und hat diese seit Jahren auch nicht mehr verlassen. Nahrungsmittel werden geliefert, ab und an gibt es lästige Treffen mit Tochter und Sohn samt deren Anhang für die gilt, „Doch nie hatte er weniger Zweifel daran, dass er lieber alleine wäre, als dann, wenn er von seiner Familie heimgesucht wurde.“ Nur den Kontakt zu seiner Haushälterin Mrs. Millwood, die ihm täglich mit ihrem minderwertigen Pausenbrot beim Mittagessen Gesellschaft leistet, scheint er zu genießen. Als diese krank wird und nicht mehr kommen kann, muss er sich jäh eingestehen „Er war nicht sicher, ob er ohne ihre Besuche, die seinem Tag Struktur und Sinn verliehen, zurechtkommen würde.“ Wie wird es für ihn weitergehen, denn „Im Tal der Verzweiflung bin ich ein sehr egozentrischer Mann, und ich überlebe vermutlich nur, weil ich annehme, dass alle anderen in ihrer eigenen Version des Tales sitzen und auch nicht denken, fühlen oder sich in Mitmenschen hineinversetzen können. Wenn ich mir vorstellen würde, eine glückliche Welt würde ohne mich weiterlaufen, würde ich das Leben ziemlich unerträglich finden.“ Könnte es sein, dass es draußen tatsächlich eine glückliche Welt gibt und wird er sich hinauswagen?
Als Leser darf man mit Doubler Schritt für Schritt in die Welt gehen, muss Rückschläge, Schwierigkeiten überwinden und hofft bis zum Schluss, dass er nicht nur zum Botschafter einer glücklichen Welt wird und damit Mr. Millwoods würdig vertritt, sondern dass er auch für sich Liebe, Geborgenheit und eine Welt, auf der die Sonne scheint, findet. Alter, Einsamkeit, falsche Schuldgefühle, Enttäuschungen und vieles mehr pflastern den Weg

Der Sprachstil der Autorin konnte mich von Anfang an für sich einnehmen. Flüssig, locker, pointiert erzählt sie hier eine Geschichte, bei der man durch die Seiten fliegen könnte, würde man dann nicht die vielen kleinen Kostbarkeiten zum Nachdenken und die Sätze und Wendungen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss, verpassen. Ich bin zudem regelrecht Gefühlsachterbahn gefahren, so viele berührende Szenen sind hier zu finden. Von Wut, über tiefe Trauer, aber auch Hoffnung, bis hin zu Freude, die mitten ins Herz geht, ist hier die ganze Palette geboten. Doubler ist egozentrisch, redet nicht viel und wenn er sich äußert, dann bringt er es gekonnt auf den Punkt. Ganz oft habe ich mich herrlich über seine pointierten Äußerungen und Gedanken amüsiert. „Er wartete auf etwas bei seinen Enkeln, dass seine Aufmerksamkeit weckte. Eine plötzliche aufkeimende genetische Verbesserung, die verhindern würde, dass sie zu dumpfer Inkarnation ihrer Eltern wurden.“ Oder „Ich hab was Dummes gemacht, als ich meinen Genen erlaubt habe, sich zu reproduzieren, dachte Doubler bei sich und fuhr schweigend fort zu essen.“, sind nur zwei Beispiele dafür. Aber auch über die Äußerungen anderer Mitspieler konnte ich immer wieder schmunzeln, wie hier bei Olive, die mit den Worten „Alles wonach sie streben ist dem Alter mit Waffen wie Grünkohl und Granatapfel zu trotzen. Sie machen sich jeden Morgen diese Säfte aus Grünzeug und Ingwer. Sie planen jeden Tag Zeit für sich ein und Achtsamkeitsmomente. Sie glauben fest daran, dass sie nie alt werden.“, einen Blick auf die nächste Generation wirft um dann gekonnt und prägnant hinterher zu schieben, „Und wenn sie nicht zum Altar der Jugend pilgern, dann beten sie zum Gott des Geldes.“ Wie wahr leider in unserer heutigen Gesellschaft.
Doublers Leidenschaft ist die Kartoffel und die Zucht der ultimativen Knolle, dazu passen natürlich auch seine Kartoffelsprüche, wie z.B. „Als Bauer darf man nicht zu viel rühren. Außer bei Kartoffelbrei oder mit Heiterkeit lässt sich viel Kartoffel puffern.“. Schmunzeln konnte ich auch immer wieder über seine Genetik Beispiele bei der Beschreibung von Personen, denn wenn auch Nettigkeit scheinbar dominant und Widerwille rezessiv ist, besteht ja immer eine geringe Hoffnung, dass der Nachwuchs doch noch wird.

„Sie ist eine außergewöhnlich gute Zuhörerin. Eine von der Sorte, die tatsächlich aufhört zu denken, während sie einem zuhört. Das gibt es meiner Erfahrung nach nicht oft. Die meisten Leute sind bei einem Gespräch zu sehr damit beschäftigt, sich zu überlegen, was sie als Nächstes sagen werden, um wirklich gut zuzuhören.“ Die Autorin ist eine Meisterin der Figurenzeichnung, Diese herzensgute Zuhörerin, die Doubler trotz ihrer schweren Krankheit so viel Kraft gibt, ihm so viel Güte schenkt, muss man einfach von Beginn an ins Herz schließen. Aber auch den eigenbrötlerischen Mr. Doubler mochte ich trotz oder gerade wegen seiner Eigenheiten wirklich richtig gerne. Was er tut, das tut er voll und ganz. Ich konnte mich in alle so gut hineinversetzen und habe die Geschichte regelrecht mit gelebt. Aber nicht nur die zwei Hauptpersonen, sondern auch die Nebendarsteller sind großartig gezeichnet, bei Colonel Maxwell angefangen, der nicht damit klar kommt, dass er in Rente niemanden mehr kommandieren darf, über die selbstlos einsame Olive, an der die Welt nicht ganz vorbei gegangen zu sein scheint, oder Mr. Mitchell, bei der man genauer hinsehen muss, bis hin zu Doublers rachgierigem Sohn Julian, der mich so oft auf hundertachtzig gebracht und tiefe Enttäuschung spüren hat lassen. Erwähnen muss ich unbedingt auch noch Midge, die herzensgute und tatkräftige Tochter von Gracie Millwood, die ihre kranke Mutter und damit auch Doubler so toll unterstützt. Sogar die kleine Rolle am Rande, wie z.B. die des Dorfmetzgers, der stets bestens informiert ist, wird noch mit solch treffenden Worten wie „Nur zu gern packt er ein halbes Pfund Würstchen in eine Lage Tratsch ein.“, skizziert.

Alles in allem ist dieses Buch für mich ein wahres Lesehighlight gewesen und ich habe jede Minute genossen. Eine leise Geschichte mit einer Fülle an bewegenden Momenten, tollen Anregungen zum Nachdenken und Lebensweisheiten. Völlig begeisterte fünf Sterne gibt es dafür von mir.

Eine wunderschöne, tiefgründige Geschichte - 14.03.2019 03:57:56 - Sandra Schmidt

Bei „ Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel“ von Seni Glaister handelt es sich um einen Roman.


Es gibt keine besseren Kartoffeln, als die von Mr. Doubler. Der englische Bauer hat seit zehn Jahren seine Farm, die hoch auf einem Hügel liegt, nicht mehr verlassen und sich ausschließlich dem Kartoffelanbau gewidmet. Die Welt um ihn herum dreht sich immer schneller. Der Eigenbrötler schätzt den Wert von einfachster Arbeit und Abgeschiedenheit. Mrs. Millwood, seine Haushälterin, ist die Einzige, die mit seiner schrulligen Art umzugehen weiß.

Eines Tages findet sie den Weg auf den Hügel nicht mehr und Mr. Doubler muss wohl oder über hinuntersteigen und sich dem Leben stellen...



Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt.

Die Sprache ist einfach traumhaft. Der Satzbau ist sehr gut und die Seiten fliegen nur so dahin.

Die Mischung aus humorvollen und tiefgründigen Szenen haben mich begeistert.

Dies ist ein Buch, das man nicht mal eben schnell liest, man sollte sich Zeit nehmen, über die Aussagen nachdenken und auch mal zwischen den Zeilen lesen.


Es war einfach schön zu erfahren, wie Mr. Doubler sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Von einem Eigenbrötler, zu einem sehr besorgten Mann, der sich für andere einsetzt. Hier möchte ich nicht näher darauf eingehen um nicht zu viel zu verraten.


Ebenfalls sehr tiefgründig sind die Gespräche zwischen Mr. Doubler und Mrs. Millwood. Ihre Gespräche haben mich nachdenklich und traurig gemacht und dann musste ich wieder schmunzeln - gerade diese Mischung macht diese Gespräche einzigartig,



Viele Themen werden hier behandelt, wie Trauer, Tod , Einsamkeit, Liebe, Verhältnis Eltern-Kinder, Geschäfte und Intrigen.


Ich empfehle dieses Buch weiter.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und dabei dennoch herrlich amüsant ist. - 14.03.2019 01:28:55 - Mai

Mr. Doubler lebt seit zehn Jahren zurückgezogen auf seiner Farm und widmet sich fast ausschließlich seinen Kartoffeln. Die einzige regelmäßige Besucherin ist seine Haushälterin Mrs. Millwood. Wie wichtig Mrs. Millwoods Gesellschaft für ihn ist, bemerkt Mr. Doubler erst als sie plötzlich aus seinem Leben zu verschwinden droht.
Das Buch war vollkommen anders, als ich erwartet hatte. Zum einen entpuppte sich Mr. Doubler als weit weniger eigenbrötlerisch als vermutet. Zum anderen zwang mich der Schreibstil zur Entschleunigung. Definitiv kein Buch für zwischendurch, denn es geht um mehr als einen schrulligen Bauern, der sich wieder mit anderen Menschen auseinandersetzen muss.
Wie sieht ein respektvoller Umgang mit alten Menschen aus? In welchem Maße stehen die eigenen Kinder in der Pflicht, sich um ihre Eltern zu kümmern? Muss man seine Kinder lieben? In wieweit beeinflussen Eltern, was aus ihren Kindern wird und tragen die Verantwortung dafür?
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und dabei dennoch herrlich amüsant ist.
Ich empfehle eine gute(!) Tasse Tee und einige ruhige Stunden, um den Text zu genießen.

Ich habe das Buch bei einer Leserunde kostenfrei erhalten, was meine Meinung zum Inhalt nicht beeinflusst hat.

Dieses Buch ist ein Schatzkästlein - 13.03.2019 11:19:29 - ü60gutezeiten

Was für ein wunderbares, reiches Buch, gewissermaßen große Philosophie in Taschenformat. „Das Gute im Inneren ist wertlos, wenn es nicht geteilt wird.“

Eine wundervoll erzählte, tiefgründige Geschichte über den Sinn des Lebens, Familie und die Liebe - 10.03.2019 09:17:53 - Isabell

Kurz zum Inhalt;
Mr. Doubler ist ein einsamer Mann, der alleine auf seinem Hof wohnt und Kartoffeln züchtet. Er hat Kinder und Enkel, doch diese sieht er nur ein paar Mal im Jahr und hat kein enges Verhältnis zu ihnen. Wöchentliche Besuche erhält er von Mrs. Millwood, die seine Einkäufe erledigt und bei im die Hausarbeit erledigt. Eines Tages kommt an ihrer Stelle ihre Tochter und nun wird Mr. Dobliers Leben auf den Kopf gestellt, denn ihm wird nun klar, wie einsam er ohne Mrs. Millwoods Gespräche und Besuche ist.
Was auf den ersten Blick vielleicht nach einer recht unspektakulären Geschichte ausschaut, entpuppt sich als Roman mit sehr viel Tiefgang, wobei es neben vielen nachdenklichen Stellen aber durchaus auch viele amüsante gibt. Mich erinnerte Mr. Doubler irgendwie an "Ein Mann namens Ove" und ebenso wie mir Ove im Gedächtnis geblieben ist, wird es mir auch bei Doubler gehen.
Mich hat der Roman sprachlich mit seinen vielen wundervoll ausgearbeiteten Szenen begeistert und trotzdem die Thematik Tod eine wichtige Rolle einnahm, war er so so voller Lebensfreude und -willen. Es ist auf jeden Fall eine Hommage an das Leben, die Freundschaft und die Liebe!

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1 schlecht, 5 sehr gut

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