Jenny McLachlan

Bevor Jenny McLachlan Autorin wurde, arbeitete sie als Englischlehrerin und hält bis heute mit großer Begeisterung Workshops und Vorträge an Schulen. Wenn sie gerade nicht über Geschichten nachdenkt oder Geschichten schreibt, verbringt sie ihre Freizeit am Meer, mit Fahrradfahren oder Joggen. Arthur und der schreckliche Scheuch ist ihr Debüt im Kinderbuch.

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Interview mit Jenny McLachlan

Was ist das Land Arro und wer lebt dort?

Arro ist ein Fantasieland, das Arthur und Rose beim Spielen zum Leben erweckt haben. Die Zwillinge müssen durch ein Klappbett auf dem Dachboden ihres Großvaters kriechen, um nach Arro zu gelangen. In Arro leben Freunde (und Feinde!) von Arthur und Rose: Es gibt dort ein hochnäsiges Schaukelpferd namens Prosecco, das Rose treu ergeben ist und alles macht, um ihr zu helfen. Minja ist Arthurs bester nichtrealer Freund. Er ist ein magischer Ninja, aber blöderweise taugt er als Magier nicht besonders viel, und auch als Ninja ist er ein hoffnungsloser Fall. Dafür ist er aber ein fantastischer Freund. Die Verlorenen Mädchen sind ein Stamm aufsässiger, ungestümer Mädchen, die allein in einem tiefen, dunklen Wald leben. Sie fangen Menschen, kämpfen gern und knüpfen gern bunte Armbänder. Mex ist eine mächtige Meerjungfrauenhexe. Sie ist eine Einzelgängerin, aber Rose, die sie sehr mag, darf sie jederzeit besuchen. Traurigerweise ist Mex verschwunden, und niemand weiß, wo sie steckt. Zum Glück hat Rose ihre Drachen Kokelores und Vlad, die sie von ihren Sorgen um Mex ablenken. Die beiden sind unberechenbare Feuerspucker, aber auf ihnen zu reiten ist großartig. Arro wäre ein perfekter Ort, gäbe es da nicht Kreuch den Scheuch. Kreuch ist ein Vogelscheuchenmann mit Flügeln. Er lebt weit draußen auf dem Meer in einem verwinkelten Schloss, dem Krähennest. Kreuch hat nur ein Ziel: Er will Arthur und Rose fangen, und er wird nicht aufgeben, bis er sie hat.

Hast du dir als Kind wie Arthur und Rose eine magische Welt ausgedacht?

Als Kind habe ich ungefähr die Hälfte meiner Zeit in einer Fantasiewelt verbracht, entstanden durch ein Spiel, ein Buch oder etwas, das ich gebastelt habe. Einmal habe ich mir eine Schule ausgedacht und gemalt, dafür brauchte ich über fünfzig Blätter. Ich habe Puppen und Puppenhäuser gebastelt und Landkarten gezeichnet. Ich hatte nicht nur eine ausgedachte Welt, sondern hunderte. Mir erschienen sie alle sehr real. Wie Arthur und Rose hatte ich auch ein Klappbett. Es stand auf dem Dachboden meiner Großmutter, und wir Geschwister und unsere Cousins haben uns immer gegenseitig angefeuert, durchzukriechen. Ich fand es schrecklich, obwohl ich bis heute nicht sagen kann, warum eigentlich.

Kannst du uns Arthur und Rose, die beiden Hauptfiguren in deinem Buch, beschreiben?

Arthur und Rose sind 11 Jahre alt und Zwillinge. Sie gehen demnächst auf die weiterführende Schule, worauf Rose sich freut, Arthur dagegen nicht. Er will nicht erwachsen werden, will sich lieber weiterhin mit Rose spannende Spiele ausdenken. Die beiden waren mal allerbeste Freunde und haben viel zusammen gespielt. Sie waren sich so nah, dass sie die Sätze des anderen vervollständigen konnten, und wussten, was der andere denkt. Aber inzwischen erkennt Arthur Rose kaum wieder. Sie hat sich von ihm entfernt, scheint sich nur noch für ihr Handy und ihre Freundinnen zu interessieren. Ohne sie fühlt er sich einsam, auch wenn er das Rose gegenüber niemals zugeben würde!

Auf der Mission, ihren Großvater zu retten, werden Arthur und Rose mit vielen gefährlichen, beängstigenden Dingen konfrontiert. Wann musstest du das letzte Mal sehr tapfer sein, und was hat dir dabei geholfen?

Ich glaube, das letzte Mal, dass ich tapfer sein musste, war, als ich „Arthur und der schreckliche Scheuch“ geschrieben habe. Ein Buch zu schreiben dauert lange, und während man es schreibt, verdient man nichts. Wenn man ein Haus abbezahlen muss und Kinder hat, versetzt einen das in Angst und Schrecken. Ich musste mich selbst davon überzeugen, dass auch andere Menschen von Arthur, Rose und ihrer Fantasiewelt begeistert sein würden. Außerdem musste ich fest an meine Fähigkeit glauben, dass ich mit Worten ihre Geschichte zum Leben erwecken kann. Man geht durch gute und schlechte Zeiten, wenn man ein Buch schreibt. Manchmal läuft es prima, und die Geschichte entwickelt sich von ganz allein. Dann wieder erscheint einem alles so falsch. Es ist wie in einem Labyrinth, bei dem man den Weg nicht kennt. Ich habe immer weiter gemacht, denn tief drinnen wusste ich, dass ich es mit harter Arbeit, Ausdauer und der Hilfe von Familie und Freunden schaffen würde. Ich habe an mich selbst geglaubt. Das ist etwas, das auch Arthur im Buch lernt. Wenn ich sehr unsicher und nervös war, bin ich Laufen gegangen. Joggen macht mich stark, ich fühle mich danach unbesiegbar und habe großartige Ideen. Wenn ich zurückkomme, fühle ich mich wie Wonder Woman und kann es kaum erwarten, wieder loszulegen!