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Die Höhlmanns, Band 01

hier erhältlich:

Kleine Brüder sind nervig, findet Hanna. Vor allem, wenn sie gegen WIRKLICH ALLES allergisch sind und man deswegen kein Haustier haben darf. Nicht mal das WINZIGKLEINSTE Mammut!
Doch dann macht Hanna eine abenteuerliche Entdeckung: ein riesiges Dino-Ei!
Neugierig schleppt sie ihren Fund nach Hause - und stellt damit das Leben der Höhlmanns komplett auf den Kopf!


  • Erscheinungstag: 04.02.2016
  • Seitenanzahl: 160
  • Altersempfehlung: 8
  • Format: Hardcover
  • ISBN/Artikelnummer: 9783505135668

Leseprobe

EINS, ZWEI, DREI – EIN EI?

 

Ich, Hanna Höhlmann, brauche ein Haustier!

Erster Grund: Ich verlaufe mich andauernd. So wie jetzt zum Beispiel.

Genau, ich wusste gerade überhaupt nicht, wo ich war.

Ich schaute den Urps-Berg hoch – keine Torfschule zu sehen. Ich schaute den Urps-Berg runter – kein ­Zuhause in Sicht.

Hätte ich nur einen Fruitafossor! Ein Fruitafossor würde den Weg finden.

Aber blöderweise ist mein kleiner Bruder Hauke ­allergisch gegen Fruitafossors.

„Hauke!“, rief ich in die Baumwipfel. „Komm ­runter! Wir spielen nicht mehr!“

Keine Antwort.

Ich zog Klonk hinter mir her und spitzte die Ohren, um zu hören, ob von irgendwo Gefahr drohte. Da, wo ich wohne, gibt es eine Menge Furcht einflößende Tiere: Wollmammuts, wilde Hunde und riesige, haarige Bisons. Ich wollte nicht als Abendessen enden.

Darum sollen Hauke und ich eigentlich immer zusammenbleiben. Eigentlich …

„Haha, du kriegst mich nicht!“, hatte er nach der Schule gebrüllt und war wie der Blitz davongerannt. Ich natürlich hinterher.

Dann hatten wir uns um den Urps-Berg herum gejagt, bis Hauke auf einen Baum geklettert war und ich ihn nicht mehr gesehen hatte. Wo steckte er bloß?

Zweiter Grund, weshalb ich ein Haustier brauche? Es könnte erschnüffeln, wo mein kleiner Bruder ist!

Vor mir hörte ich Wasser rauschen.

Mein linkes Ohr zuckte.

Der Fluss ohne Namen musste in der Nähe sein.

Aber das da vor mir war nicht die Barbaren-Brücke. Diese hier war winzig.

Meine Nase bekam einen Wassertropfen ab. Ich sah in den Himmel. Oh, oh. Regen.

Kein Hauke. Falsche Brücke. Und jetzt auch noch Regen.

Schlechter Tag!

Immer wenn ich meine Gefühle habe, brülle ich. Manchmal habe ich besorgte Gefühle. Manchmal verängstigte. Und manchmal total bekloppte. Aber ich schreie sie immer raus.

Ich stellte mir vor, wie mein Fruitafossor mich über diese unbekannte, schmale Brücke führt. Dann atmete ich tief ein und schrie, so laut ich konnte:

Und dann rannte ich so schnell auf die Brücke wie ein Berghase. Ich war schon fast auf der anderen Seite, da –

KNACK!

PENG!

Die Brückenseile hielten nicht! Die Brücke brach ­zusammen – und riss mich mit in die Tiefe!

WUUUSCH!

FFFFFHHHUUU!

Klong-klong-klong rutschte ich seitwärts das flutschige, felsige Flussufer hinunter.

Huller-kuller-doing-bum. Plötzlich lag ich auf dem harten Boden.

Autsch. Das tat ganz schön weh.

Aber es kam noch schlimmer. War das etwa mein Schuh, der da auf den Wellen tanzte?

Grrr. Er war es.

Regentropfen klatschten mir ins Gesicht, als ich versuchte aufzustehen.

Dritter Grund, weshalb ich ein Haustier brauche? Es könnte mir Dinge bringen!

Zum Beispiel Schuhe!

Wie sollte ich jetzt an meinen Schuh kommen? Ich pflückte etwas Rupfgras, das am Flussufer wuchs. Dann reckte und streckte ich den nackten Fuß aus und stocherte mit ihm herum …

Und …

   Und …

Geschafft! Gut gemacht, meine Zehen!

Ich holte den Schuh aus dem Wasser und zog ihn mir wieder an.

Puh! Jetzt war ich außerdem auf der richtigen Flussseite, im Westlichen Urtal.

Jetzt musste ich nur nach Hause gehen.

Ich rannte los, um mich in Sicherheit zu bringen. Da streifte mein Arm etwas Glattes.

Ich blinzelte. Was war das? Etwa ein Schildkrötenpanzer?

Nein, dies hier war glatter. Und größer. Und irgendwie eiförmig.

Ich wischte mir den Regen aus dem Gesicht. „He, was bist du, du großes, eiförmiges Ding?“

Keine Antwort.

„Ha!“ Ich betrachtete es genauer. „Du bist nicht nur ein großes, eiförmiges Ding. Du BIST ein RIESENGROSSES EI.“

Es war wirklich riesig. Gigantisch. Das gigantischste Ei, das ich je gesehen hatte. Und schön war es. Seine Schale war hellgelb wie die Morgensonne. Und das Muster darauf erinnerte mich an die Sommersprossen auf Mamas Nase.

Was war wohl in dem Ei?

Eine Ur-Echse? Ein Scherenvogel?

War es gefährlich?

Vierter Grund, weshalb ich dringend ein Haustier brauche? Damit es mich vor unheimlichen Tieren beschützen kann, die möglicherweise aus gigantischen ­Eiern schlüpfen!

Vorsichtig legte ich eine Hand auf die Schale. Nichts passierte.

Aber wenn da ein Ei war, musste auch eine Mutter in der Nähe sein, oder?

Ich blickte über beide Schultern.

Nichts. Keine Mutter.

Ich stand da im Regen und Schlamm, stemmte die Hände in die Hüften und schrie laut, so wie Frau Groll es uns im Grunz-und-Gröl-Unterricht beigebracht hat.

„HAAALLOOO?“, rief ich. „HAT HIER VIELLEICHT IRGENDJEMAND EIN EI VERLOREN? ICH HABE NÄMLICH EIN RIIIISEENGROOSSES GEEEEFUUUUUUNDEN!“

Nichts. Nicht mal ein Rascheln. Oder ein Knurren.

Ich hockte mich dicht neben das Ei. Mein Herz war schon ganz klopfig.

„Was bist du, Ei?“, flüsterte ich.

Das arme Ei. Es wusste nicht, dass es aus seinem Nest gefallen und den Berg hinuntergerollt war und in der ver-regneten Nacht keine Überlebenschance hatte. Außer ich, Hanna Höhlmann, half ihm.

Ich sah den Urps-Berg rauf und runter.

Ich sah hinüber zum Wasser, wo bis eben eine Brücke gewesen war.

Niemand schien sich für das Ei zuständig zu fühlen. Es war eine Waise. Und ein Waisen-Ei lässt man nicht einfach in der Kälte und Nässe im Schlamm neben einer kaputten Brücke zurück, nicht wahr?

Nein, das tut man nicht.

Ich führte meinen Mund dicht an die Stelle, wo das Ei vielleicht sein Ohr hatte. „Keine Sorge, Ei“, flüsterte ich. „Ich habe einen Plan.“

EINBUDDELN

 

Es hatte aufgehört zu regnen, und der Mond schien sehr hell, als ich endlich nach Hause kam. Meine Beine ­waren total schlammverkrustet, mein Magen leer, und mein Rücken – auf dem ich das Ei getragen hatte – fühlte sich an, als wäre ein Felsbrocken darauf gelandet.

Aber ich hatte das Ei nicht fallen gelassen.

Ich setzte es vorsichtig im Gras vor unserer Höhle ab und ging hinein zu meiner Familie, die am Feuer saß.

„Hanna ist zu spät! Hanna ist zu spät!“, brüllte Hauke. Dann griff er nach seinem Schüsselchen und zerbrach es auf dem Kopf.

„Hanna, wo warst du?“ Mama drückte mich fest. „Wir haben uns solche Sorgen gemacht!“

„Wir wollten schon die Nachbarn mit der Urtal-Trommel zusammenrufen und einen Suchtrupp losschicken!“, sagte Papa.

„Genau, und ich hätte dein Abendessen bekommen“, fügte Hauke hinzu.

Ich sah ihn finster an. „Ich habe mich auf dem Urps-Berg verlaufen. Dann habe ich eine andere Brücke nach Hause genommen, und die ist zusammengebrochen.“

Mama gab mir ein Schälchen Geierfleisch. „Das war wahrscheinlich die Klapper-Brücke. Die geht andauernd kaputt.“

„Du musst vorsichtig sein, Hanna. Wir leben in gefährlichen Zeiten“, sagte Papa. „Einstürzende Brücken, Steinrutsche und gefährliche Tiere sind nun mal Alltag im Westlichen Urtal.“

„Doppelgefahr für Hanna, weil sie sich so schnell verirrt“, sagte Hauke. Er rülpste in unsere Richtung.

„Ein prima Rülpser, Hauke“, sagte Mama. „Riecht gesund.“

„Beeil dich mit dem Essen und Zähnestochern, Hanna“, sagte Papa. „Es wird noch mehr regnen, deshalb buddeln wir uns heute Abend ein.“

„Unwetter! Unwetter!“ Hauke bleckte die Zähne und haute mit Donk auf den Boden.

„Hauke!“, ermahnte Mama ihn. „Dieses böse Gesicht sollst du nur machen, wenn Raubtiere in der Nähe sind.“

„Sturm, Sturm“, grunzte Hauke etwas ruhiger. „Ich weiß was! Ich stopfe Moos in die Höhlenritzen.“ Er sprang auf und rannte hinaus.

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