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Frauen mögen´s sexy

Eine heiße Nacht ist erst der Auftakt für die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der schönen Privatdetektivin Celia und ihrem attraktiven Kollegen Alec Sharpe ... Bis jetzt waren Lust & Liebe für Josie ein Buch mit sieben Siegeln. Bis sie ein Blind Date hat. Ein Flirt, ein Kuss, eine nächtliche Einladung auf ein Hausboot - und endlich wird ihr klar, wovon alle reden!


  • Erscheinungstag: 01.06.2014
  • Seitenanzahl: 304
  • ISBN/Artikelnummer: 9783955763824
  • E-Book Format: ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

Frauen mögen’s sexy

Lori Foster

Der Liebesdienst

Aus dem Amerikanischen von Annette Hahn

Lori Foster

Blind-Date um Mitternacht

Aus dem Amerikanischen von Sarah Falk

image

MIRA® TASCHENBUCH

MIRA® TASCHENBÜCHER

erscheinen in der Harlequin Enterprises GmbH,

Valentinskamp 24, 20354 Hamburg

Geschäftsführer: Thomas Beckmann

Copyright dieser Ausgabe © 2014 by MIRA Taschenbuch

in der Harlequin Enterprises GmbH

Titel der englischen Originalausgabe:

Wanton

Copyright © 1999 by Lori Foster

erschienen bei: Silhouette Books, Toronto

Published by arrangement with

HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

Tantalizing

Copyright © 1999 by Lori Foster

erschienen bei: Harlequin Books, Toronto

Published by arrangement with

HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

Konzeption/Reihengestaltung: fredebold&partner gmbh, Köln

Umschlaggestaltung: pecher und soiron, Köln

Redaktion: Mareike Müller

Titelabbildung: Getty Images, München

ISBN eBook 978-3-95576-382-4

www.mira-taschenbuch.de

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eBook-Herstellung und Auslieferung:

readbox publishing, Dortmund

www.readbox.net

Lori Foster

Der Liebesdienst

Aus dem Amerikanischen von Annette Hahn

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@Normal:

1. KAPITEL

Celia biss sich auf die Unterlippe. In ihrem engen hautfarbenen Kleid kam sie sich nackt und mit all der Schminke im Gesicht schrecklich angemalt vor. Sie war sich ihrer bloßen Arme und des tiefen Dekolletes nur allzu deutlich bewusst. Trotz der surrenden Klimaanlage stieg ihr die Röte in die Wangen.

Mehrere Augenpaare blickten ihr nach, während sie durch den abgedunkelten Raum direkt auf die Bar zusteuerte. Sie wollte nicht zu genau hinsehen, war sich aber sicher, dass dieser Mistkerl Jacobs auch irgendwo saß. Sie kannte seine Beschreibung auswendig und wusste, dass dies sein bevorzugtes Jagdrevier war. Hoffentlich würde er anbeißen und auch auf sie Jagd machen.

Bedächtig schob sie sich auf einen Barhocker, um Jacobs' Aufmerksamkeit zu erregen. Das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Zwar konnte sie ihre Furcht nicht leugnen, gleichzeitig jedoch genoss sie die Aufregung. Es war lächerlich einfach gewesen, ihr altes “normales” Leben hinter sich zu lassen, auch wenn ihre Freunde und Verwandten immer noch Mühe hatten, sich damit abzufinden. Sie rechneten jeden Tag damit, dass Celia im braven Kostüm und mit streng hochgestecktem Haar im Büro auftauchen und um Wiedereinstellung betteln würde. Nun, da konnten sie lange warten.

Es spielte keine Rolle, dass ihr niemand eine Aktion wie diese hier zutraute. Sie musste sich selbst beweisen, dass sie weder zu behütet noch zu zartbesaitet war, die Sache durchzuziehen und einer fremden Frau aus einer verfahrenen Situation zu helfen.

Sie lächelte dem Barkeeper, der ihre Bestellung entgegennahm, aufreizend zu. In einem kurzen Gespräch deutete sie an, dass sie allein stehend und neu in der Stadt sei und weder Verwandte noch Freunde in der Gegend habe. Er erkundigte sich, wie lange sie wohl in der Stadt bliebe, ob sie Arbeit habe. Dann warnte er sie, vorsichtig zu sein, und sie hätte beinahe losgelacht. Er arbeitete mit Jacobs zusammen, da war sie ganz sicher.

Während sie an ihrem Drink nippte, sah sie ihm nach, wie er nach hinten verschwand. Der kühle Luftzug eines Deckenventilators strich über ihren nackten Schenkel, wo der Seitenschlitz ihres Kleides sich geteilt hatte. Seit ihr Exverlobter wegen Verbrechen eingesperrt worden war, die zu schrecklich waren, um darüber nachzudenken, hatte sie alles Mögliche getan, um ihr sexuelles Verlangen zu vergessen und ihre sinnliche Ausstrahlung zu verbergen. Und dennoch saß sie jetzt hier und war fest entschlossen, alles zu tun, um mit ihrem Körper die Aufmerksamkeit eines Mannes zu erregen.

Verstohlen blickte sie an der langen Theke entlang zu dem kleinen runden Tisch im hinteren Halbdunkel der Bar. Der Mann, der dort saß, blond und sehr gut aussehend, entsprach haargenau der Beschreibung, die sie erhalten hatte. Tatsächlich wirkte Jacobs ebenso elegant, stilvoll und strahlend wie Celias Exverlobter – ein Aussehen, das sie mittlerweile als schmierig und dubios interpretierte.

Als sie merkte, wie sein durchdringender Blick von ihren offenen, ungebändigten Locken bis zu ihren hochhackigen Sandaletten wanderte, musste sie sich mit aller Macht zusammenreißen, um nicht auffällig zu reagieren. Sie wandte den Kopf und schob sich ihre langen blonden Haare über die halb nackten Schultern.

Wenige Sekunden später begann ihr Puls zu rasen, denn sie spürte, dass ein Mann sich ihr näherte. Sie drehte sich nicht um, doch sie konnte seine Ausstrahlung spüren und den Duft seines After Shaves wahrnehmen. Hurra, Jacobs hatte angebissen. Ihre Handflächen wurden feucht vor Nervosität, und als der Mann leicht ihren Körper streifte, während er sich auf den Hocker neben ihr setzte, fühlte sie zu ihrer Überraschung ein leichtes Prickeln auf der Haut. Sie bemühte sich, ruhig weiterzuatmen, während sie seinen begehrlichen Blick wie eine Berührung auf ihrem Körper spürte.

Nachdem sie im Geist den vorbereiteten Text wiederholt hatte, drehte sie sich nun mit strahlendem Lächeln und leicht nach vorn geneigt langsam zu ihm herum, um ihm den bestmöglichen Ausblick auf ihr Dekollete zu ermöglichen. Dann ließ sie ihren Blick nach oben wandern, sah in sein Gesicht – und wurde starr vor Entsetzen.

“Oh, nein!”

“Hallo, Celia.” Der Mann sprach mit vertraut tiefer Stimme, doch sein Lächeln war keineswegs freundlich und verursachte ihr eine Gänsehaut. “Machen Sie den Mund zu, Süße, sonst werden Sie noch Ihre Tarnung verraten. Und ich habe heute Abend keine besondere Lust, mich hier rausboxen zu müssen. Andererseits, wenn ich Sie in diesem Kleid so angucke, ist ein kleiner Boxkampf jetzt vielleicht genau das, was ich brauche.”

Sie biss sich auf die Lippen. Die Augen, die sie musterten, waren weder blau noch bewundernd, noch gehörten sie dem Mann, hinter dem sie her war – der saß nämlich immer noch in einiger Entfernung und beobachtete sie nun neugierig. Die Augen ihres Tresennachbarn waren ihr nur allzu vertraut: kalt und schwarz und im Augenblick voller Wut.

Celia zwang sich zu einem Lächeln. “Was wollen Sie denn hier, Alec?” flüsterte sie und bemühte sich, es wie lockeres Bargeplauder aussehen zu lassen. Sie musste ihre Tarnung aufrechterhalten, und Alec wusste das genau.

Anstatt zu antworten, schob er sich eine Hand voll Erdnüsse in den Mund. Sein schwarzes Haar, das sich an den Spitzen lockte, trug er heute offen, so dass es auf seine breiten Schultern fiel und den Schein der getönten Barbeleuchtung reflektierte. Dieselben Reflexe blitzten auch in seinen Augen auf – Augen, die schon so manchen Mann zu stillschweigendem Rückzug bewogen hatten. Seine scharfen, harten Gesichtszüge waren wie aus Stein gemeißelt und gaben exakt seine Stimmung wieder.

Alle Gäste der Bar schienen Celia und Alec erwartungsvoll anzustarren, doch Alec war diese Reaktion gewöhnt. Von ihm ging etwas Bedrohliches aus; er trug seinen kleinen goldenen Ohrring und die Tätowierung ohne jede Affektiertheit. Sein reguläres Outfit – Jeans, abgewetzte Stiefel und schwarzes T-Shirt – passte nicht gerade in diese schicke Bar, aber Celia bezweifelte, dass irgendjemand es wagen würde, ihn zum Gehen aufzufordern.

Nur sie würde es riskieren. “Hören Sie, Alec …”

Sein düsterer Blick wanderte über ihren Körper und erstickte ihren Protest. Bei ihren kleinen, dank des Wonderbra wirkungsvoll im Ausschnitt zusammengepressten Brüsten machte er Halt. Nervös rutschte sie auf dem Hocker hin und her.

Alec ließ den Blick über ihren Bauch und die kaum bedeckten Schenkel wandern. Sie hätte ihn am liebsten geohrfeigt, weil er sie so aus dem Konzept brachte, aber dieser Impuls war für sie nichts Neues, denn Alec verwirrte und verärgerte sie mehr als jeder andere Mann, den sie kannte. Aber das Schlimmste war, dass er sie allein durch seine Anwesenheit an ihre so mühsam unterdrückten Sehnsüchte erinnerte, und das war ihr absolut zuwider. Sie wollte ihn nicht begehren – nicht, wenn sie sich im Grunde ein wenig vor ihm fürchtete, weil ihn eine Aura von ungezähmter Wildheit und ursprünglicher Männlichkeit umgab.

“Antworten Sie mir, Alec.”

Er lächelte eisig. “Ich schätze, ich bin hier, um Ihren süßen kleinen Hintern zu retten, obwohl es, ehrlich gesagt, nicht das ist, was ich mir beim Anblick desselben als Erstes wünsche.”

Hitze stieg in ihr auf. Was, um alles in der Welt, wollte er damit sagen? Sie wusste nicht genau, ob es sich um die Androhung physischer Gewalt handelte, was sie leicht ignorieren konnte, oder um ein sinnliches Versprechen, das sie in Unruhe versetzte. Alec machte immer wieder derart anzügliche Andeutungen, die unerwünschte Gefühle in ihr wachriefen. Ihre bisher einzige Beziehung zu einem Mann hatte ein unglückliches Ende genommen, und Celia hatte sich geschworen, ihre Sehnsucht nach erfüllender Sexualität in Zukunft lieber zu missachten. Damals hatte sie ihre Vernunft einfach ausgeschaltet, doch von nun an würde sie nie mehr die Menschen in Gefahr bringen, die sie liebte. Stattdessen wollte sie dazu beitragen, Frauen vor miesen Kerlen wie ihrem Exverlobten zu beschützen.

Als sie und Alec sich das erste Mal begegneten, hatte er sein Interesse an einer Affäre und sein Desinteresse an einer Heirat deutlich gemacht. Celia war weder auf das eine noch das andere erpicht gewesen, also tat sie ihr Bestes, seine Annäherungsversuche zu missachten – keine einfache Sache angesichts der Tatsache, dass Alec kein leicht zu ignorierender Typ war. Doch dann hatte Celia den Familienbetrieb verlassen und war in die Detektei ihres Bruders eingestiegen, in der auch Alec arbeitete, der sich sofort zu ihrem Bodyguard ernannt hatte und jeden ihrer Schritte mit Argusaugen bewachte. Nun war nichts mehr so wie vorher. Vor allem nicht, seit er vor einigen Wochen ihretwegen angeschossen worden war.

Celia zuckte schuldbewusst zusammen. “Dürfen Sie eigentlich schon wieder herumlaufen? Ist Ihr Bein schon wieder in Ordnung?”

Er kniff die Augen zusammen, so dass seine Pupillen unter den langen schwarzen Wimpern kaum noch zu sehen waren. “Stimmt, das ist unsere erste Begegnung, seit diese Kugel in mein Bein schlug. Haben Sie sich Sorgen um mich gemacht, Süße?”

Ihre Nackenhaare sträubten sich. Alec nutzte schonungslos jede Gelegenheit, um auf ihre Unzulänglichkeiten hinzuweisen. Sie schüttelte den Kopf und ließ den Blick durch die Bar schweifen. “Nicht im Geringsten. Ihre Haut ist zäh wie Leder, und Dane sagte, es sei nur eine Fleischwunde gewesen.”

“Trotzdem sind Sie mir aus dem Weg gegangen.”

“Seien Sie nicht albern. Ich hatte einfach viel zu tun.”

Alec umfasste ihr Kinn, drehte ihren Kopf zu sich und sah sie ernst an. Allein die Berührung ließ Celia erschauern. “Die Kugel war für Sie bestimmt”, sagte er rau. “Wenn ich nicht gewesen wäre, wären Sie jetzt tot. Ich dachte, Sie hätten Ihre Lektion daraus gelernt, aber anscheinend sind Sie doch nicht so klug, wie ich ursprünglich angenommen hatte, denn sonst würden Sie wohl kaum hier sitzen.”

Diese Beleidigung konnte sie ihm nicht durchgehen lassen. Sie wollte sich losreißen, dachte dann aber an ihre Zuschauer. Wenn sie jetzt mit Alec herumstritt, wäre ihre Tarnung dahin. Denn das hatte Dane ihr als Erstes beigebracht: dass die Tarnung die wichtigste Sicherheitsvorkehrung war. Wenn sie sich nicht entsprechend verhielt, würde sie nicht nur sich selbst, sondern auch den Klienten und andere Detektive in Gefahr bringen – in diesem Fall Alec.

Also lehnte sie sich vor und hörte, wie er verblüfft die Luft einsog, als ihre Lippen wenige Millimeter vor seinen verharrten. Sie erschrak selbst über ihre Kühnheit, aber sie hatte endgültig genug davon, dass er ständig in die Rolle ihres Aufpassers schlüpfte und ihr nachspionierte. Die Schusswunde war doch hauptsächlich sein eigener Fehler gewesen! Hätte er sie nicht durch sein unerwartetes Auftauchen abgelenkt, hätte sie die Gefahr bestimmt rechtzeitig erkannt.

Sie spürte die Wärme seines Körpers, atmete seinen männlichen Duft ein und spürte seinen Atem über ihre geöffneten Lippen streichen. Während sie geradewegs in seine dunklen Augen starrte, merkte sie, wie ihre Nervosität einem Gefühl weiblicher Überlegenheit wich. Es war beinahe so, wie würde sie allein durch ihren Blick ein wildes Tier bezwingen – ein erhebendes und gleichzeitig verblüffendes Erlebnis.

“Ich bin schlau genug zu wissen, dass Sie nicht darüber zu bestimmen haben, was ich tue oder nicht, Alec Sharpe”, flüsterte sie. “Warum also tun Sie nicht so, als seien Sie nicht weiter an mir interessiert, und verziehen sich dahin, wo Sie hergekommen sind, damit ich meinen Job erledigen kann?”

Doch anstatt sich verärgert zurückzuziehen, wie sie es erwartet hätte, legte er seine Hand fest um ihren Nacken. Sie nahm sein selbstzufriedenes Grinsen wahr, ehe er leicht den Kopf neigte. Celia riss erschrocken die Augen auf, als sie seine Absicht durchschaute. Und schon lagen seine warmen, festen Lippen auf ihrem Mund.

Plötzlich schien die Zeit stillzustehen. Celia hörte weder das Stimmengemurmel der anderen Gäste, noch spürte sie den Hocker unter sich oder den kühlen Luftzug der Klimaanlage. Sie vergaß, warum sie hergekommen war. Nichts drang in ihr Bewusstsein außer Alec und dem, was er sie fühlen ließ.

Du meine Güte, konnte der Mann küssen!

Neckend biss er leicht in ihre Unterlippe, und als Celia nach Luft schnappte, drang er zielstrebig mit der Zunge vor, um ihren Mund zu erkunden. Überrascht und erregt stöhnte sie auf, während er den Kuss vertiefte. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, ehe Alec sich behutsam zurückzog. Celia war so perplex, dass sie sich einen Moment Zeit ließ, bis sie die Hände von seinen Schultern wegzog. Ihre erste Empfindung war Enttäuschung über das Ende seines Kusses und dann heiße Scham.

Celia war schon lange nicht mehr geküsst worden, schon gar nicht auf solche Weise, und hatte dementsprechend heftig darauf reagiert. Sie kniff die Augen fest zusammen und versuchte die Wahrheit zu leugnen, doch es gelang ihr nicht. Sie hatte gehofft, die unselige Zeit mit ihrem Exverlobten hätte sie von ihrer allzu ausgeprägten Leidenschaft kuriert. Doch Alec – ein Mann, der sich nichts aus ihr machte, der sie fortwährend beleidigte und bei jeder Gelegenheit tyrannisierte –, hatte sogar noch heftigere Gefühle in ihr wachgerufen als Raymond. Wie hatte sie nur so begeistert seinen Kuss erwidern und jeden Sinn für die Realität verlieren können? Wo, um alles in der Welt, war ihr Stolz geblieben?

Es dauerte einige Minuten, ehe sie ihre Fassung wiedererlangt hatte. Und dann half Alec ihr vom Hocker. Er hatte bereits gezahlt und hielt ihre Handtasche, während er Celia sanft, aber bestimmt zum Gehen drängte.

O nein! Sie hatte an diesem Abend doch noch gar nichts erreicht! Celia versteifte sich, doch Alec fasste sie um die Taille. Celia wollte sich ihm entziehen, doch er verstärkte den Druck seiner Finger und stellte sich leicht hinter sie, so dass seinen athletischen Körper an ihrem Rücken spürte. Alec war ganz eindeutig erregt, das fühlte sie, und wieder durchströmte es sie heiß.

Er beugte sich vor und berührte mit den Lippen ihr Ohr. Den Zuschauern musste es wie zärtliches Geturtel erscheinen, für Celia war es eine Bedrohung. “Sehen Sie sich ja nicht um, sonst verraten Sie sich. Jeder Mann hier wird glauben, ich hätte mit Ihnen gerade Vereinbarungen für die Nacht getroffen. Das war Ihr Ziel, und deshalb sind Sie im Moment sicher.” Er hauchte einen überraschend zärtlichen Kuss auf ihre Schläfe und fügte hinzu: “Ich meine vor den Typen, auf die Sie es abgesehen haben.”

Was bedeutete, dass sie sich immer noch mit ihm herumschlagen musste, und das konnte weitaus anstrengender werden als mit den Kerlen in der Bar. Aber Celia wusste, dass Alec Recht hatte. In dieser Nacht konnte sie im Hinblick auf ihren Fall nichts weiter unternehmen. Sie konnte nur morgen wiederkommen und hoffen, dass sie durch Alecs Verhalten noch glaubwürdiger wirkte. Mr. Jacob, der blonde, blauäugige Schurke, den sie hatte kennen lernen wollen, sollte in ihr eine Frau sehen, die leicht zu haben war.

Celia verscheuchte in Gedanken die Warnungen ihrer inneren Stimme, die behauptete, dass ihre Tarnung gar keine sei. Sich von Alec küssen zu lassen, war ein Fehler gewesen, den sie nicht wiederholen würde. Sie war für keinen Mann eine leichte Beute – jedenfalls nicht mehr. Sie wollte einzig und allein ihre Arbeit tun. Irgendwie würde sie ihr Bedürfnis nach Intimität und sinnlicher Zärtlichkeit schon in den Griff kriegen und den Mann festnageln, der so rücksichtslos das Leben vieler junger Frauen zerstört hatte.

Mr. Jacobs schleppte allein stehende Frauen ab und erzählte ihnen, er wolle Models aus ihnen machen. Ein paar ihrer Fotos wurden tatsächlich sogar in kleineren Zeitschriften veröffentlicht. Aber das war nicht sein eigentliches Ziel. Und Celia wollte das beweisen. Sie hoffte nur, dass sie attraktiv genug wirkte, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.

Jacobs zu überführen und der Polizei auszuliefern, würde ihr ein ganz spezielles Vergnügen bereiten. Doch zuallererst wollte sie eine bestimmte Frau retten. Nein, sie dufte Hannah auf keinen Fall vergessen.

Während Alec sie zu seinem Transporter führte, überlegte Celia, was sie ihm sagen wollte. Es war eine schwüle Julinacht, und sie begann unter dem engen Kleid zu schwitzen. Er ging noch immer dicht hinter ihr, und sie wäre am liebsten fortgerannt. Alec Sharpe, der beste Detektiv ihres Bruders, hatte sie mit seinem Kuss verwirrt. Selbst jetzt, wo er sie losgelassen hatte, um die Beifahrertür zu öffnen, glaubte sie noch, seine warme Hand auf ihrer Taille zu spüren. Was für ein Wahnsinn, dachte sie. Ich will das nicht!

“Ich kann allein nach Hause fahren”, erklärte sie.

“Sie sind ohne Auto hier, und ich lasse Sie ganz bestimmt nicht in einen Bus steigen oder auf ein Taxi warten.”

Sie starrte ihn wütend an. “Sie haben mir keine Vorschriften zu machen.”

“Wollen Sie wetten, dass ich es trotzdem tue?”

Drei Sekunden lang fochten sie einen stummen Kampf aus, dann wurde Celia klar, dass sie ihm so nahe an der Bar keine Szene machen konnte.

Ihr Schweigen als Zustimmung deutend, öffnete Alec die Beifahrertür und hob Celia auf den Sitz. Nachdem Alec ihr die Handtasche auf den Schoß gelegt hatte, stieg er ebenfalls in den Wagen.

Verdammt noch mal! Seit Celia ihn das erste Mal gesehen hatte, wusste sie, dass er Ärger machen würde. Es war ihr egal, dass ihr Bruder Dane ihm mehr vertraute als jedem anderen Menschen, den er kannte, und dass ihre Schwägerin Angel ihn sogar als Babysitter für ihren süßen kleinen Sohn einspannte. Ebenso interessierte es Celia nicht, dass er seine Arbeit immer korrekt erledigte, ihr nie etwas getan und vor kurzem sogar eine für sie bestimmte Kugel abgefangen hatte.

Es zählte einzig und allein die Tatsache, dass er sie total verwirrte. Er hatte sie geküsst, und es hatte ihr gefallen. Die Absicht hinter diesem Kuss war allerdings nur gewesen, sie ohne weitere Diskussion aus der Bar zu schaffen. Er hatte den Kuss gegen sie eingesetzt, so wie ihr Exverlobter ihre Sexualität gegen sie verwendet hatte. Und das leider mit Erfolg.

Nein, sie konnte und wollte sich auf gar keinen Fall mit Alec einlassen. Die letzten anderthalb Jahre hatte sie ihren Hunger nach Zärtlichkeit und Liebe unterdrückt, und das würde sie auch weiterhin tun. Sobald sie im Motel wäre, würde sie Dane anrufen und ein Machtwort von ihm fordern. Am Anfang hatte sie das nicht tun wollen, weil sie nicht ihre persönlichen Beziehungen zum Chef ausspielen wollte. Aber jetzt wurde es kritisch.

Nach dem Drama mit Raymond hatte sie den Männern fürs Erste abgeschworen. Ihre Lust hatte sie für die Realität blind gemacht, und sie schämte sich deswegen noch immer. Inzwischen jedoch war sie älter und reifer und entschlossen, ein neues Leben zu führen und vergangene Fehler wieder gutzumachen.

Dane würde Alec zwingen müssen, sie in Ruhe zu lassen.

2. KAPITEL

“Legen Sie den Gurt an!”

Alec merkte, dass Celia sich nicht wohl in ihrer Haut fühlte, aber er war noch nicht bereit, sie zu besänftigen. Seine angedeutete Androhung, ihr den Hintern zu versohlen, war kein Scherz gewesen. Als er sie in dieser Bar den aufgedonnerten Vamp spielen sah – und noch dazu so überzeugend –, hätte er sie am liebsten sofort übers Knie gelegt. Aber er vermutete, dass er kaum an körperliche Züchtigung denken könnte, wenn er Celia Carter in solch verfänglicher Körperlage vor sich hätte. Er wusste, er könnte ihr nie wehtun. Verdammt, er hatte eine Kugel abgefangen, damit sie nicht verletzt wurde! Diese Frau machte ihn verrückt mit ihrem Sexappeal und ihrer Widerspenstigkeit.

Es war ihm nicht entgangen, dass sie ihm gegenüber immer all ihren Mut zusammennahm, und das faszinierte ihn. Ausgewachsene Männer machten seit seiner Teenagerzeit einen weiten Bogen um ihn, aber Celia hatte ihm von Anfang an tapfer die Stirn geboten, immer jedoch mit einem Anflug von Furcht in den sanften braunen Augen. Sie hatte mit ihm gestritten, ihn beschimpft, und doch dabei vor Nervosität gezittert. Dass sie sich trotz ihrer Angst gegen ihn behaupten wollte, zeugte von einer gehörigen Portion Mumm – und das imponierte ihm an einer Frau. Tatsächlich imponierte ihm Celia Carter ganz außerordentlich.

Was er allerdings nicht bewunderte, war ihre ungestüme Abenteuerlust, die Celia stets in gefährliche Situationen brachte. Warum sie unbedingt bei ihrem Bruder als Detektivin arbeiten wollte, konnte er sich noch immer nicht erklären. Ihr Exverlobter war ein Schweinehund ersten Grades gewesen – na und? Davon gab es genug auf der Welt, und man konnte Celia bestimmt nicht vorwerfen, dass sie zu naiv gewesen war, um Raymonds Tricks zu durchschauen. Alec hatte mit Dane bereits daran gearbeitet, Raymond wegen seiner zahlreichen Verbrechen festzunageln, unter anderem für den Mord an Celias und Danes Bruder. Damals waren sie nicht hundertprozentig sicher gewesen, dass Raymond der Schuldige war. Am Ende hatte Celia dann ihren Verdacht bestätigt, indem sie Raymond nachgeschlichen war und ihn mit einem Stemmeisen außer Gefecht setzte, während der Mistkerl Dane und Angel mit seiner Waffe in Schach hielt. Alle fanden, dass Celia sich damit gründlich rehabilitiert hatte.

Die Einzige, die das nicht so sah, war sie selbst.

Alec wusste, dass Raymond ihre Gefühle verletzt hatte, indem er versuchte, sie für seine Pläne auszunutzen. Sie zu benutzen, war das Schlimmste, was ein Mann einer Frau antun konnte. Offensichtlich war ihr ganz elend zu Mute, weil sie ihm vertraut hatte. Insgeheim fragte Alec sich, was sie an Raymond gefunden hatte. Er hatte diesen Mann von Anfang an nicht gemocht, weil er verschlagen und durchtrieben war. Celia hingegen war ihren lautstarken gegenteiligen Behauptungen zum Trotz ein unschuldiges, gutgläubiges Mädchen.

Warum also begab sie sich jetzt tagein, tagaus freiwillig in Gefahr? Wollte sie dadurch ihre Integrität beweisen? Alec packte erneut die Wut, und er brummte mit rauer Stimme: “Sie gehen da nicht wieder rein, also können Sie Ihre Pläne getrost aufgeben.”

Sie starrte ihn an. “Ich werde mit Dane reden. Sie sind nicht mein Boss, und ich will, dass Sie aufhören, sich so aufzuführen.”

Er verspürte ein Gefühl tiefster Befriedigung. “Nun, in diesem Punkt irren Sie sich.”

Sofort merkte er, wie ihr Misstrauen zurückkehrte. Er fühlte sich ihr so sehr verbunden, dass er immer zu wissen schien, was sie fühlte und dachte. Das nervte ihn ebenso sehr, wie es ihn reizte und noch entschlossener machte, sie zu bekommen. Zwischen ihnen bestand eine geheimnisvolle Verbindung, die Celia aufs Energischste leugnete. Doch das wollte er nicht länger dulden. Wenn sie erst nackt in seinen Armen lag, würde er schon dafür sorgen, dass sie nur noch an ihn und das Vergnügen dachte, dass er ihnen beiden bereitete. Dann gäbe es keinen Raum mehr für Zweifel oder Ablehnung.

“Was meinen Sie damit?”

Alec fuhr los und genoss einen Augenblick schweigend sein Wissen um das inzwischen berichtigte Machtverhältnis zwischen ihnen. Es hatte ihm nicht im Mindesten gefallen, dass Dane ihr oberster Boss war und er, Alec, damit keinerlei Einfluss darauf hatte, welche Aufträge Celia übernahm. Das hatte sich nun geändert, und wie es nach ihrem Auftritt in der Bar aussah, keinen Augenblick zu früh.

Glücklicherweise verbarg die Dunkelheit sein Lächeln, aber die Zufriedenheit schwang in seiner Stimme mit. “Jetzt, wo Angel wieder schwanger ist, hat Dane sich zu einem ausgedehnten Urlaub entschlossen. Er hat in der Karibik ein Haus gemietet, und die ganze Familie wird einen Monat dort bleiben. In dieser Zeit habe ich das Sagen.” Und um allen Missverständnissen vorzubeugen, fügte er hinzu: “Sie sehen also, ich bin doch Ihr Boss, Miss Carter.”

“Das werde ich nicht zulassen.”

“Sie haben keine andere Wahl, Celia.” Sie ballte die Hände und spannte sich an. Alec hätte sie am liebsten in seine Arme gezogen und getröstet – ein Impuls, den er seit fünfzehn Jahren keiner Frau gegenüber mehr empfunden hatte, und er fühlte sich nicht wohl dabei. Er zwang sich, hart zu bleiben. Es geschah schließlich zu ihrer eigenen Sicherheit, dass er sich einmischte.

“Jetzt hören Sie mal gut zu, Süße. Wenn ich mitkriege, dass Sie über diesen Fall auch nur nachdenken, schmeiße ich Sie augenblicklich raus. Von jetzt an werde ich Ihnen sagen, welche Aufträge Sie übernehmen. Und Sie können darauf wetten, dass Sie sich dabei nicht mehr als leichtes Mädchen auftakeln und mit Ihrem süßen kleinen Po in zwielichtigen Bars herumwackeln dürfen.”

So, das wäre klargestellt, dachte er, doch als er den Wagen vor der nächsten Kurve verlangsamte, ließ Celia ihren Sicherheitsgurt aufschnappen und öffnete die Tür.

Fluchend trat Alec auf die Bremse und versuchte den Wagen in der Spur zu halten. Binnen weniger Sekunden blieb das Auto stehen. Alec sah rot und griff nach Celia. Die Vorstellung, sie übers Knie zu legen, wurde immer verlockender. Doch sie war bereits hinausgesprungen, unsicher auf ihren hohen Absätzen gelandet, auf den Allerwertesten gefallen und blitzschnell wieder aufgestanden. Hätte er den Wagen nicht so schnell zum Stehen gebracht, hätte sie sich vermutlich den Hals gebrochen.

Ein älteres Ehepaar unterbrach seinen Nachtspaziergang, um Celia anzustarren. Sie klopfte ihr Kleid ab, nickte den beiden kurz zu und humpelte den Fußweg entlang. Schnell zog Alec den Zündschlüssel ab, stieg aus und folgte ihr. Diese verdammte Nervensäge! Ihr Bruder war ein messerscharfer Denker, vernünftig und berechenbar. Nie handelte er impulsiv oder unbedacht. Er und Alec arbeiteten perfekt zusammen – zweckmäßig, methodisch, vernünftig. Wo, zum Teufel, hatte Celia nur ihre leichtsinnige, unvernünftige Art her?

Alec packte sie am Arm. Sie schwang ihre Handtasche, und er duckte sich. “Jetzt beruhigen Sie sich doch, bevor Sie sich noch selbst verletzen.” Er umklammerte ihre beiden Arme, so dass sie sich nicht mehr rühren konnte, und stieß zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor: “Benutzen Sie bitte nur dieses eine Mal Ihren Verstand, Celia.”

“Oh, das tue ich”, gab sie mit funkelnden Augen zurück. “Ich werde bis zur nächsten Ecke gehen, mir ein Taxi rufen und in Zukunft nichts mehr mit Ihnen zu tun haben. Sie wollen mich rausschmeißen? Ha! Ich kündige!”

Alec warf den immer noch wie angewurzelt dastehenden Spaziergängern einen finsteren Blick zu, woraufhin sie sich schnell verzogen. Er schob Celia in einen schmalen, dunklen Ladeneingang und zwang sich, drei Mal tief durchzuatmen. Ihre Aussage, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle, war ihm wie ein Stich ins Herz gefahren. Verdammt noch mal, sie sollte ihn nicht aus ihrem Leben ausschließen!

“Sie sind unvernünftig”, sagte er schließlich betont ruhig.

Noch keiner hatte ihn je derart kühl abserviert, aber mit Celia war es von Anfang an so gewesen. Sie weckte mehr Gefühle in ihm als jeder andere Mensch. Sie konnte ihn mit einem Wort wütend machen, ihn mit ihren Gefühlsausbrüchen belustigen oder mit einem einzigen scheuen Blick so sehr erregen, dass es wehtat. Er war nicht sicher, wie er damit umgehen sollte, und das Gefühl der Hilflosigkeit hasste er über alles. Der einzige Ausweg wäre, endlich mit ihr zu schlafen – ihren Duft, ihren Körper, ihren Geschmack zu genießen. Er könnte leicht eine ganze Woche damit verbringen, und irgendwann würde er es auch tun. Doch zunächst musste er für ihre Sicherheit sorgen.

“Wollen Sie denn verletzt werden?” Er hielt sie an den nackten Schultern gepackt und schüttelte sie leicht. Natürlich achtete er darauf, ihr nicht wehzutun, aber er wollte sie spüren lassen, wie ernst es ihm war. “Ist Ihnen klar, was letztes Mal passiert wäre, wenn ich die Kugel nicht abgefangen hätte?”

Sie senkte den Blick und starrte auf sein T-Shirt. Er verspürte das dringende Bedürfnis, ihr Haar zu küssen. Er spürte, wie sich alles in ihm anspannte, während er gegen die Gefühle ankämpfte, die sie in ihm auslöste. Der Drang, sie zu lieben, war übermächtig. Er wollte sie zu einem Teil von sich machen, damit sie ihn nicht mehr bekämpfte.

Noch einmal schüttelte er sie zaghaft. “Celia?”

“Das war ein Unfall”, flüsterte sie mit zitternder Stimme. “Ich dachte, der Kerl hätte einfach nur gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen und wäre leicht wieder einzufangen.” Sie sah Alec mit großen Augen an. “Dass Sie verletzt werden, wollte ich nicht.”

Er strich über die warme, weiche Haut ihrer Schultern. In der Magengegend spürte er ein leichtes Brennen. “Das ist genau das, wovon ich spreche. Ihnen fehlt die nötige Erfahrung für solche Fälle. Sie hatten diesen Kerl wegen eines geringfügigen Diebstahls drangekriegt, aber er kannte mächtigere und viel gefährlichere Typen, und Sie platzen mitten in deren Geschäfte, während Sie ihm ganz allein nachspionierten. Sie haben nicht auf einen Kollegen gewartet, so wie Sie es sollten, und Sie haben nicht die Polizei gerufen, als Sie es sollten.”

Sie schluckte hart. “Tut Ihr Bein noch sehr weh?”

Das Bein war momentan seine geringste Sorge. Er dachte daran, sie anzulügen, falls seine Verletzung sie in irgendeiner Weise davon abhalten könnte, sich in Gefahr zu begeben. Doch er bezweifelte es. Sie war einfach zu stur und unvernünftig. “Nein. Es ist wieder okay.”

“Sie sind einfach nicht kleinzukriegen, was?”

O doch, dachte er und umklammerte ihre Schultern, aber er würde sich lieber die Zunge abbeißen, als das zuzugeben.

“Ich wollte nur beweisen, dass ich es kann”, flüsterte sie zaghaft, da sie seinen Ärger spürte.

Jetzt wurde er wirklich wütend. “Warum denn nur, um alles in der Welt?”

Sie holte tief Luft, und dadurch wurde Alecs Aufmerksamkeit auf ihre Brüste gelenkt. Er war nicht sicher, wie sie das anstellte, da er sich mit Damenunterwäsche nicht besonders gut auskannte, aber ihre kleinen Brüste quollen geradezu aus dem Ausschnitt ihres superengen Kleides. Er tat sein Möglichstes, um sie nicht anzustarren, aber sein Blick glitt unwillkürlich immer wieder zu ihrem Dekollete.

“Das würden Sie nicht verstehen, Alec.”

Wahrscheinlich nicht, weil er bereits vergessen hatte, worüber sie sprachen. Er dachte nur daran, den Ausschnitt ihres Kleides ein wenig tiefer zu ziehen, um die Spitzen ihrer Brüste zu sehen. Waren sie hellrosa oder braunrot? Die Hose wurde ihm zu eng. Himmel, wenn bereits der Gedanke daran, ihre Brüste zu küssen, eine derartige Reaktion in ihm auslöste, wie würde es dann erst sein, mit ihr zu schlafen? Er schloss die Augen und schluckte. Doch so bekam er das Bild, das er hatte verdrängen wollen, nur noch deutlicher zu sehen: Celia, nackt und hingebungsvoll unter ihm liegend. Er stöhnte.

“Alec?”

Er zwang sich, die Augen wieder zu öffnen, bemerkte ihren beunruhigten Blick und runzelte die Stirn. Mit der Fingerspitze hob er ihr Kinn. “Was würde ich nicht verstehen, Süße? Erklären Sie es mir.”

Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. “Ich musste etwas verändern. In meinem Leben habe ich schon so viele Fehler gemacht und vielen Menschen wehgetan.”

Ihre Selbstanklage lenkte ihn von seinen lustvollen Gefühlen ab. Er wollte sie unterbrechen, ihr sagen, dass sie sich irrte, entschied dann aber, sie erst einmal ausreden zu lassen.

“Fast hätte ich Dane verloren, und Derek habe ich tatsächlich verloren, weil ich zu dumm war, Raymond zu durchschauen. Meine ganze Familie hat darunter gelitten und auch die Firma. Unschuldige Menschen wurden zu Opfern. Der einzige Weg, wie ich meine Selbstachtung zurückgewinnen kann, ist, jemand anderem zu helfen.”

Alec strich ihr mit den Fingern über die Wange und schob eine blonde Strähne hinter ihr Ohr. Celia hatte weiches, natürlich gelocktes Haar. “Sich mit Raymond einzulassen, war ein Fehler, aber wir machen alle Fehler. Und die Vergangenheit können Sie nicht mehr ändern.”

“Aber ich kann versuchen, sie wieder gutzumachen.”

“Wem gegenüber? Dane wusste, worauf er sich einließ, und Derek konnten Sie nicht helfen. Als Derek starb, kannten Sie Raymond ja noch gar nicht.”

Alec war klar, dass Celia mit der ganzen Sache noch lange nicht abgeschlossen hatte. Sie war nur ein Spielstein in Raymonds Komplott gegen ihre Familie gewesen, aber von den Überlebenden war sie emotional am meisten verletzt worden. Raymond hatte mit Industriespionage begonnen und sich schnell zu schwereren Verbrechen hochgearbeitet. Alec hatte mit aller Macht an sich halten müssen, um ihn der Polizei auszuliefern, anstatt seinen eigenen Gerechtigkeitssinn walten zu lassen.

Celia blickte zur Seite. “Ich komme mir vor, als hätte ich sie alle betrogen.”

Sein Herz krampfte sich zusammen, und dieser Schmerz war so neu, dass er zusammenzuckte. Sanft zog er sie ein wenig näher zu sich, um den Schmerz zu betäuben. “Celia”, flüsterte er, “Sie wissen, dass das Blödsinn ist. Dane liebt Sie und macht Sie für nichts verantwortlich. Und Angel betet Sie an. Sie sind ihre beste Freundin geworden und dazu die Patin des kleinen Grayson.”

Celia legte ihm die Hände auf die Arme und lehnte die Stirn an seine Brust. “Ich kann nicht glauben, dass sie mir vergeben hat. Wegen mir konnte Raymond sie überhaupt erst bedrohen.” Sie legte den Kopf in den Nacken, um ihn anzusehen. Ihr Bauch schmiegte sich an seinen Unterkörper. “Sie hätte verletzt werden können …”

“Pst.” Er legte ihr einen Finger auf die Lippen und widerstand dem Drang, sie erneut zu küssen. Seit dem ersten Kuss war er seine Erregung nicht mehr losgeworden. Sie hatte süß geschmeckt, nach Kirschen, aber jetzt war ihr Lipgloss verschwunden, und ihr ungeschminkter Mund wirkte noch einladender. “Sie tragen für Raymonds Vergehen keine Verantwortung, Celia. Und die Wahrheit ist, dass Sie Angel gerettet haben, als Sie so mutig auftauchten und wie ein Golfprofi das Stemmeisen schwangen.”

Zaghaft erwiderte sie sein Lächeln. “Egal, was Sie sagen, Alec – ich weiß, dass ich mit verantwortlich bin. Und es widert mich geradezu an, dass ich mit diesem Verbrecher verlobt war und mit ihm geschlafen habe.”

Alec erstarrte. Er wollte dieses Bild nicht vor Augen haben, aber er sah es trotzdem viel zu häufig vor sich. Die Vorstellung, dass Celia und Raymond Sex gehabt hatten, verursachte ihm Übelkeit und rief gnadenlose Wut in ihm hervor. Er ließ seine Hände sinken und trat einen Schritt zurück. Er wollte, dass es ihm egal war, mit wem sie geschlafen hatte, wenn sie nur mit ihm ins Bett ging, aber er wusste, seine Gefühle ließen sich nun mal nicht einfach abstellen wie eine Maschine.

“Indem Sie sich selbst umbringen lassen, ändern Sie überhaupt nichts. Meinen Sie, Dane hat das verdient, nachdem er mit Angel und dem Baby endlich sein Glück gefunden hat?”

Celia schlang die Arme um den Oberkörper. “Ich habe aus der Sache gelernt. Von nun an werde ich besonders vorsichtig sein. Aber als ich von diesem Fall hörte, wusste ich, dass ich etwas unternehmen musste.”

“Verdammt noch mal, Celia!” fuhr er sie an, doch ihr störrischer Blick verriet ihm, dass sie sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen lassen wollte.

Sie sah ihn mit funkelnden Augen an, das Kinn entschlossen vorgeschoben. “Sie haben den Fall einfach so abgelehnt, ohne Mrs. Barrington einen Grund zu nennen.”

Nun wirkte Celia nicht mehr klein oder verletzlich, obwohl sie gut zwanzig Zentimeter kleiner war als er. Wenn sie ihrer Wut freien Lauf ließ, erinnerte sie ihn an eine Amazone.

Sie krallte ihre Finger in sein T-Shirt. “Wissen Sie, dass Mrs. Barrington denkt, ihre Tochter werde zur Prostitution gezwungen? Hannah glaubte, dass sie einer Model-Agentur beitritt, aber jetzt …”

“Ersparen Sie mir das, Celia”, erwiderte er voller Abscheu. “Ich habe die Akte gelesen und selbst mit der Mutter gesprochen. Die Tochter war ein verwöhntes Ding, das ihre liebende Familie zurückließ, um berühmt zu werden. Solche Geschichten habe ich schon oft gehört. Sie wird vermutlich alles tun, damit ihr Traum sich verwirklicht. Und Mrs. Barrington kann einfach nicht glauben, dass ihre Tochter sich so weit erniedrigt. Aber solche Dinge passieren. Diesmal gibt es niemanden zu retten, und Hannah würde Ihre Einmischung in ihr neues Leben sicher nicht besonders schätzen.”

Celia hieb mit der Faust auf seinen Brustkorb. “Wollen Sie das denn nicht zumindest nachprüfen?”

“Ich sagte Ihnen doch, dass ich das getan habe.” Er legte seine Hand auf ihre und hielt sie fest. “Bitte vertrauen Sie mir. Ich weiß mehr über diese Dinge, als Sie jemals wissen werden.”

“Was soll das bedeuten?”

Verdammt! Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Nein, er würde ihr nicht sagen, worauf seine Kenntnisse beruhten. Allein der Gedanke an diesen Punkt in seiner Vergangenheit bereitete ihm Kopfschmerzen. “Es war reine Zeitverschwendung, hierher zu kommen”, erklärte er kühl. “Gehen wir. Wir werden an Ihrem Motel anhalten, damit Sie packen können, und dann nach Hause fahren.”

Sie waren bereits halb am Wagen, als sie sich plötzlich gegen ihn stemmte. “Ich gehe nicht mit Ihnen, Alec.”

Seine Geduld war am Ende. Er drehte sich zu Celia um und beugte sich drohend über sie. “Doch, das werden Sie. Und wenn ich Sie im Wagen festbinden muss – irgendwie bringe ich Sie nach Hause, und zwar sofort.”

Celia zitterte vor Wut. “Also gut. Ich gehe jetzt mit Ihnen. Aber den Fall gebe ich nicht auf.”

“Dann sind Sie gefeuert.”

“Schön, ich kündige”, konterte sie und schob sich auf den Sitz. Sie sah ihn nicht an, sondern starrte stur geradeaus.

Alec legte eine Hand auf das Armaturenbrett, die andere aufs Wagendach, und lehnte sich bedrohlich ins Wageninnere. “Meinen Sie, dass Mrs. Barrington weiterhin Ihre Spesen übernimmt, wenn ich sie darüber informiere, dass Sie nicht mehr bei uns angestellt sind?”

Celia war viel zu verärgert, um sich von seiner Einschüchterungstaktik beirren zu lassen. “Na schön. Tun Sie das nur, dann werde ich einfach umsonst weiterarbeiten. Aber ich werde herausfinden, ob Hannahs Mutter mit ihrem Verdacht Recht hat. Ich werde diesem Mädchen helfen. Und Sie, Alec Sharpe, können nichts tun, um mich aufzuhalten.”

Er schlug die Beifahrertür zu, da er Angst hatte, er könnte das kleine Biest erwürgen, wenn er noch eine Sekunde länger in ihrer Nähe blieb. Sie wusste nur zu gut, wie sie ihn in Rage bringen konnte. Noch nie schien jemand so viel Spaß daran zu haben, ihn zu provozieren. Die meisten Menschen versuchten es nicht einmal, weil sie Angst hatten! Nur Celia verhielt sich anders. Er war das nicht gewohnt und wollte dem ein Ende machen. Er wollte Celia Carter in Sicherheit wissen.

Er wollte Celia Carter – Punkt.

Was für eine schrecklich verzwickte Situation! Er wusste, es wäre das Beste, sich einfach von Celia fern zu halten. Vom ersten Tag an hatte seine innere Stimme ihn gewarnt, dass Celia Carter ganz großen Ärger bedeutete. Die Narbe an seinem Bein war der beste Beweis dafür.

3. KAPITEL

Die Fahrt zu ihrem Motel legten sie zunächst schweigend zurück, bis Celia es nicht mehr aushielt. Alec war so still, dass sie beinahe einschlief. Sie war nicht einmal mehr ärgerlich auf ihn. Er konnte ja nichts dafür, dass er so war. Die despotische Arroganz war wohl einfach seine Natur. Außerdem glaubte sie ihm, dass er sich tatsächlich Sorgen machte und deshalb so wütend war. Offenbar gehörte er zu den Männern, die dachten, dass alle kleineren oder schwächeren Menschen ihren Schutz benötigten – und eigentlich war fast jeder kleiner und schwächer als Alec. Nicht, dass sie ihm erlauben wollte, sie herumzukommandieren, aber sie konnte zumindest verstehen, warum er es so beharrlich versuchte.

Was sie irritierte, war sein abrupter Rückzug gewesen, nachdem sie erwähnt hatte, dass sie mit Raymond geschlafen hatte. Offenbar verurteilte er sie dafür ebenso sehr wie sie sich selbst, doch das konnte sie ihm nicht verübeln. Sein Schweigen hatte ihr Zeit zum Nachdenken gegeben. Obwohl es ihr nicht gefiel, musste sie sich eingestehen, dass sie Alecs Hilfe brauchte.

Seufzend musterte sie sein markantes Profil. “Werden Sie nun die ganze Nacht lang schmollen?”

“Ja.”

Dass ein so großer, düsterer, Ehrfurcht gebietender Mann es zugab zu schmollen, amüsierte sie, und ihre Laune besserte sich schlagartig. Sie merkte, dass auch er mittlerweile entspannter war.

Celia lächelte ihn in der Hoffnung an, ihn etwas aufheitern zu können. “Ich habe zur Abwechslung mal eine ganz andere Frage an Sie.”

Er sah sie argwöhnisch an und zuckte mit den Schultern. “Schießen Sie los.”

“Woher wussten Sie, wo ich bin? Ich bin absichtlich mit dem Bus gefahren anstatt mit dem Auto, damit jeder den Wagen in meiner Auffahrt sieht und denkt, ich sei zu Hause.” Sie sagte nicht, dass sie mit “jeder” hauptsächlich Alec meinte.

Zu ihrer großen Verwunderung bog er in diesem Moment bei ihrem Motel ab. “Ich bin Privatdetektiv. Das ist meine Arbeit.”

Er drehte sich zu ihr um, legte einen Arm über den Beifahrersitz und berührte sie dabei fast. Sie saßen abgeschieden im Dunkel des Wageninneren, das nur ab und zu von den Scheinwerfern der wenigen vorbeifahrenden Autos erhellt wurde. Celia atmete seinen Duft ein und spürte die Wärme seines kräftigen Körpers. Neben sich sah sie auf seinem Arm die Tätowierung. Es war zu dunkel, um das Bild genau zu erkennen, aber sie hatte es schon oft verstohlen betrachtet und sich nach der Bedeutung gefragt. Ein Mann wie Alec ließ sich nicht ohne Grund ein pfeildurchbohrtes Herz tätowieren. Sie hatte nur nie den Mut gehabt, ihn danach zu fragen.

Unruhig rutschte sie hin und her. “Aber wie haben Sie es herausbekommen?” wiederholte sie. “Wagen Sie nicht, mich anzulügen.”

Er fuhr mit der Hand in ihr Haar und wickelte sich eine Locke um einen Finger, was in ihrem Magen einen Schmetterlingsschwarm aufzuscheuchen schien. “Ich war in Ihrem Haus und habe Ihre Reisepläne entdeckt.”

Celia starrte ihn ungläubig an. “Sie haben was getan?”

Verstimmt zog er die Hand von ihrem Haar weg und öffnete die Fahrertür. Celia kletterte aus dem Wagen, ehe Alec ihre Seite erreichte, und stellte sich ihm in den Weg.

“Sie haben bei mir eingebrochen?” fragte sie entsetzt.

Ohne sie zu beachten, marschierte er zum Motel. Celia folgte ihm und hatte Mühe, mit ihm Schritt zu halten. “Ich habe nichts beschädigt.” Er tat so, als ob dies ihre einzige Sorge wäre. Aber was war mit dem Eindringen in ihre Privatsphäre? Nach einem kurzen Blick auf Celia fügte er hinzu: “Sie brauchen eine Alarmanlage. Ich werde mich darum kümmern, sobald wir zurück sind.”

Celia stolperte hinter ihm her. “Verdammt noch mal, Alec, so warten Sie doch!”

“Wir können in Ihren Zimmer reden, während Sie packen.” Er zog sie neben sich, um sie zu stützen. “Haben Sie sich verletzt, als Sie aus dem Wagen sprangen?”

“Nein.” Da Alec ihretwegen eine Schussverletzung hingenommen hatte, würde sie bestimmt nicht über einen läppischen verstauchten Knöchel klagen.

“Gut.” Er zog sie weiter.

Celia kochte vor Wut. Sie hatte nicht die Absicht zu packen. Tatsächlich hoffte sie immer noch, Alec überreden zu können, dass er ihr half. Sie konnte und wollte Hannah jetzt nicht im Stich lassen. Wenn sie dieses zwanzigjährige Mädchen aufgab, würde sie sich nie wieder selbst ins Gesicht sehen können. Aber sie war clever genug zu wissen, dass ihre Chancen, Hannah zu retten, mit Alec um einiges besser standen.

Als sie das Stockwerk erreichten, auf dem sich ihr Zimmer befand, drehte Alec sich um und streckte die Hand aus. Widerwillig kramte Celia den Schlüssel aus ihrer Tasche und gab ihn Alec. Sie musste sich wohl oder übel kooperativ zeigen, wenn sie ihn zum Mitmachen bewegen wollte. Trotzdem fragte sie, immer noch schockiert: “Ich kann es einfach nicht fassen! Wie würde es Ihnen gefallen, wenn ich bei Ihnen einbräche?”

Er stieß die Tür auf und tastete nach dem Lichtschalter. Mit heiserer Stimme erwiderte er: “Wann immer Sie mich besuchen kommen wollen, Süße, lassen Sie es mich wissen. Sie sind jederzeit herzlich eingeladen.”

Celia ärgerte sich, da sie wieder eine sexuelle Anspielung herauszuhören glaubte. Dann ging das Licht an, und Alec sah sich in ihrem Zimmer um.

Sein entsetzter Blick war zur Abwechslung einmal komisch und nicht Furcht einflößend. “Was ist denn das, um alles in der Welt?”

Celia schwieg verlegen. Sie hatte ganz vergessen, in was für einem chaotischen Zustand sie ihr Zimmer hinterlassen hatte.

Alec drehte sich langsam zu ihr um und hob fragend eine Augenbraue. “Was haben Sie hier denn veranstaltet?”

“Ich habe trainiert”, erwiderte sie leise. Die persönlichen Ziele, die sie sich gesetzt hatte, waren nun mal … persönlich. Sie wollte nicht, dass irgendjemand davon erfuhr.

Skeptisch betrachtet Alec die Übungsmatte auf dem Boden, die Gewichtsmanschetten für Arme und Beine, die Hanteln, das Sprungseil und schließlich die montierbare Turnstange im Rahmen der Badezimmertür. Bisher hatte sie erst zwei volle Klimmzüge daran geschafft. “Sie halten sich wohl für das weibliche Gegenstück zu Arnold Schwarzenegger, was?”

Celia wurde rot und folgte ihm widerstrebend in den Raum. Direkt hinter der Tür blieb sie stehen. “Ich versuche nur, in Form zu bleiben. Sonst werde ich zu rund.”

Ihre Blicke trafen sich. Bedächtig griff er um sie herum und schob mit der flachen Hand die Tür zu. Mit der anderen Hand stützte er sich neben ihrem Kopf an der Wand ab, so dass sie zwischen seinen Armen gefangen war. “Du kleine Verrückte”, murmelte er und beugte sich über sie. “Ich mag dich gerade rund.”

Sie befahl sich, wegzulaufen. Doch ihr Körper reagierte nicht.

Als Alec ihren Mund mit den Lippen berührte, war sie wie elektrisiert. Erschrocken holte sie Luft und gab ihm dabei Gelegenheit, mit der Zunge zwischen ihre geöffneten Lippen vorzudringen. Sie konnte ihr lustvolles Stöhnen nicht unterdrücken und verriet ihm dadurch, wie sehr sie seine Kühnheit genoss.

Zärtlich spielte er mit ihrer Zunge, neckte und reizte Celia. Sie liebte es, wie er küsste.

“Alec …”

“Pst, Liebes.” Und dann küsste er sie leidenschaftlich, bis sie die Arme um seinen Nacken legte und sich weich an ihn schmiegte. Er war so stark und muskulös! Es gefiel ihr, seinen Duft einzuatmen und sich seinen Lippen auszuliefern, die sie glutvoll liebkosten, während er sich mit den Hüften eng an sie drängte.

Nach einer Weile gab er ihren Mund frei und begann, ihren Hals zu küssen.

“Ich will das nicht”, flüsterte Celia, obwohl sie vor Entzücken erschauerte. Schon lange war sie nicht mehr auf diese Weise berührt worden, und sie begehrte Alec so sehr, dass sie bereitwillig auf alles einging, was er mit ihr anstellte.

“Doch, du willst es”, erwiderte Alec rau.

Er streifte einen ihrer schmalen Träger von der Schulter, während er ihr Dekollete mit heißen Küssen bedeckte. Sie spürte kühle Luft auf ihrer Brust, dann seine warme, raue Hand, als er in ihren BH griff, und stöhnte erneut.

Alec lehnte seine Stirn gegen ihre und schloss die Augen, während er sanft ihre Brust streichelte. Celia spürte, dass sein Herz ebenso wild schlug wie ihres.

“Celia?” Er setzte sein Liebkosungen fort, doch sein angestrengter Tonfall verriet, dass es ihn große Willenskraft kostete, sich zu beherrschen. Er presste Celia ganz fest an sich, damit sie spürte, wie erregt er war.

Tränen der Hilflosigkeit stiegen ihr in die Augen. Sie war nicht mehr weit davon entfernt, alle Vernunft über Bord zu werfen und nachzugeben. Allein die Art, wie Alec ihre Brüste berührte und mit dem Daumen über die harten Knospen strich, brachte sie an den Rand der Ekstase.

Und das störte sie ungemein.

Warum musste es so sein? Warum war sie so leicht zu verführen? Sie wollte von ihrem Verstand beherrscht werden, von ihrem Stolz, ihrer Vernunft und Intelligenz, nicht von animalischer Lust. Alec hatte ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass er keine dauerhafte Beziehung mit ihr wollte, sondern nur Sex. Und ihr Körper reagierte, als würde es sie nicht im Mindesten stören.

Der Schluchzer kam absolut überraschend und beschämte sie noch mehr. Alec erstarrte und verharrte einen Moment reglos, ehe er seine Hand zurückzog und Celia fest in den Arm nahm. Sie wusste gar nicht, wie ihr geschah. Plötzlich wurde sie von ihren Gefühlen überwältigt, und obwohl sie sich keinesfalls an seiner Schulter ausweinen wollte, ließ er ihr wieder einmal keine andere Wahl. Sie versuchte, sich von ihm loszureißen, doch er hielt sie so fest, dass sie sich kaum einen Zentimeter von ihm entfernen konnte.

“Ganz ruhig.” Sanft drückte er ihren Kopf an seine Schulter und strich ihr mit der anderen Hand tröstend über den Rücken.

Eine halbe Minute kämpfte sie mit sich selbst, dann gab sie ihren Widerstand auf. Es tat so gut, im Arm gehalten und getröstet zu werden. Nach mehreren Schluchzern brachte sie schniefend hervor: “Ich will nicht, dass ich dich will.”

Er rieb seine Wange an ihrem Haar und erwiderte leise: “Das habe ich mir inzwischen auch zusammengereimt.”

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