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SPOT 2 - Shane: The Sniper

hier erhältlich:

SPOT-Mitglied Shane ist der beste Scharfschütze in L.A. Ein Schuss, ein Treffer, und sein Gegenüber ist außer Gefecht gesetzt. Doch als das SPOT-Team beauftragt wird, die junge Ava vor brutalen Entführern zu beschützen, gerät Shanes sonst so ruhiges Blut in Wallung. In ihrem Versteck am Strand von Malibu entwickelt sich zwischen Shane und Ava eine brennende Leidenschaft, der beide kaum widerstehen können. Aber die Gefahr rückt näher. Und Shane muss all sein Können unter Beweis stellen, um Ava zu retten …

Der zweite Teil der SPOT-Reihe: Romantic Thrill voller Sinnlichkeit und Action!


  • Erscheinungstag: 15.04.2018
  • Aus der Serie: Spot
  • Bandnummer: 2
  • Seitenanzahl: 220
  • ISBN/Artikelnummer: 9783733711719
  • E-Book Format: ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

SPECIAL OPERATIONS TEAM

Das Special Operations Team, auch SPOT genannt, ist eine Einsatztruppe der amerikanischen Polizei, die es offiziell nicht gibt. Nur ein paar wenige Abteilungschefs wissen von ihnen.

Diese fünf Männer haben nicht nur mit SWAT-Teams trainiert, sondern auch mit Navy Seals und Army Rangern.

Sie gehören zu den Besten.

Sie werden dann gerufen, wenn die Polizei mit normalen Mitteln nicht mehr weiterkommt.

Sie agieren im Dunkeln.

Sie haben immer alles unter Kontrolle.

Aber diese Einsätze ändern alles für sie.

Dies sind die Geschichten dieser fünf Männer.

PROLOG

Gedankenverloren strich Ava sich die dunklen Haare aus dem Gesicht und richtete ihren Blick auf die Straße, auf der sie schon seit einer halben Stunde unterwegs war. Die warme Luft in ihrem Auto sorgte dafür, dass sie es bereute, ein hochgeschlossenes Shirt angezogen zu haben. Aber sie war auf dem Weg zu einem Kanuausflug mit ihren Schützlingen, und da wollte sie nicht zu aufgeschlossen auftauchen. Ava arbeitete in der Jugendfürsorge und hatte dort mit Kindern zu tun, die aus einem zerrütteten oder gewalttätigen Elternhaus kamen. Ein paar der Kids hatten auch überhaupt keine Verwandten mehr und lebten in Pflegefamilien.

Aber nun verfluchte sie sich dafür, dass sie sich in Gegenwart der Minderjährigen immer zugeknöpft zeigte. Wahrscheinlich machen sie sich eh schon deswegen lustig über mich, dachte sie und strich sich dabei eine Strähne aus dem Gesicht. Die kurze Trainingshose sorgte dafür, dass ihre Haut am Ledersitz klebte, und das Oberteil war bereits durchgeschwitzt. Zum wiederholten Male überlegte sie, ob sie die Klimaanlage anschalten sollte. Aber Ava war klar, dass sie dann am nächsten Tag mit einer Erkältung im Bett liegen würde.

„Nimm Ledersitze“, kamen ihr wieder die Worte ihres Vaters in den Kopf. „Wenn darauf mal etwas verschüttet wird, kannst du sie einfach abwischen.“

Super Idee, Dad, dachte sie und warf einen prüfenden Blick auf die Temperaturanzeige im Inneren ihres Autos. Obwohl sie durch ein Waldgebiet fuhr, waren es immer noch 33 Grad in ihrem Wagen. Ava hatte sogar schon die Fenster geöffnet, doch auch das brachte ihr keine Abkühlung.

Mit dem Busfahrer hatte sie abgemacht, dass sie sich auf einem Parkplatz am Waldrand in der Nähe eines Vororts von Los Angeles treffen würden. Leider waren die kommenden Wochenenden so voll, dass die Kids direkt nach der Schule dorthin gebracht wurden. Ava hätte es zwar besser gefallen, wenn sie es am Wochenende hätten machen können, aber da waren Projekte geplant, damit die Kinder und ihre Eltern sich wieder näherkamen und gemeinsame Probleme behoben werden konnten. Da Ava wollte, dass alle die Chance zu diesem Ausflug bekamen, blieb ihr nichts anderes übrig, als es auf einen Nachmittag mitten in der Woche zu verlegen.

Während sie durch den Schatten der Bäume fuhr, ließ Ava ihren Kopf kreisen, bis es in ihrem Nacken knackte. Einige Meter weiter setzte sie den Blinker, um nach links in eine weniger stark befahrene Straße zu biegen.

Ava fuhr gerade um die Kurve, als sie einen lauten Knall hörte und ein massiver Ruck durch ihren Mercedes ging, der sie nach vorn schleuderte. Erschrocken schrie sie auf und spannte sich an. Mit den Armen versuchte sie sich abzustützen und im Sitz zu bleiben, aber der Aufprall war so heftig gewesen, dass es ihr nicht gelang. Der Sicherheitsgurt schnitt sich schmerzhaft in die Haut an ihrem Hals, als sie in Richtung Windschutzscheibe geworfen wurde. Ihr Kopf flog nach vorne und knallte gegen den oberen Rand des Lenkrads.

Es dauerte einen Moment, bis Ava wieder zu sich fand und sich vorsichtig bewegte. Benommen hob sie ihren Kopf und öffnete stöhnend die Augen. Das helle Tageslicht blendete sie für einen kurzen Augenblick. Hämmernde Kopfschmerzen machten sich in ihr breit und ließen sie ihre Umgebung nur noch verschwommen erkennen. Ihr Wagen war nicht von der Straße abgekommen. Jetzt erst realisierte sie, dass sie das Auto noch steuerte. Sie umklammerte mit festem Griff das Lenkrad und blinzelte ein paarmal, um ihren Blick zu schärfen. Die Schmerzen verschwanden zwar nicht, aber wenigstens konnte sie wieder etwas sehen. Ava schaute für einen Moment in den Rückspiegel.

Hinter ihr entdeckte sie einen schwarzen Geländewagen. Das Auto war ihr schon vor einer Weile aufgefallen, als sie ihr Wohngebiet verlassen hatte. Es musste ihr die ganze Zeit gefolgt sein!

„Was …?“, begann sie, doch verstummte sogleich wieder. Erst jetzt beschlich sie der Gedanke, dass der Fahrer es auf sie abgesehen haben könnte. Wer war der Fahrer dieses schwarzen Ungetüms? Sie hatte ihn vorher noch nie gesehen, sonst wäre sie misstrauisch geworden.

Allerdings hatte sie keine Gelegenheit, sich darüber noch mehr Gedanken zu machen, denn in der nächsten Sekunde rammte er sie noch einmal, sodass ihr Wagen ins Schleudern geriet. Ava lenkte dagegen und versuchte ihn auf der Straße zu halten, aber vergeblich. Der Wagen wurde über den Schotter am Straßenrand geschleudert und prallte schließlich gegen einen Baum.

Keuchend schnappte Ava nach Luft und versuchte, ihre Knochen zu sortieren. Der Aufprall hatte dafür gesorgt, dass ihr alles höllisch wehtat. Immer noch desorientiert löste sie ihren Sicherheitsgurt und tastete mit der rechten Hand nach ihrer Tasche. „Verdammt“, murmelte sie panisch, als sie diese nicht sofort finden konnte. Sie war vom Beifahrersitz in den Fußraum gerutscht und dort aus ihrer Reichweite verschwunden. Ava streckte sich noch ein wenig mehr, um sie ergreifen zu können. Wo ist mein Handy? Ich muss Hilfe rufen! Wenn ich doch wenigstens das Pfefferspray finden könnte. Diese Gedanken durchzuckten sie, während sie immer hektischer den Fußraum nach ihrer Tasche abtastete. Als ein ehemaliger Studienkollege ihr das Pfefferspray einst gegeben hatte, hatte sie ihn noch für bescheuert erklärt. Aber er hatte darauf bestanden, und in diesem Moment war sie froh darüber. Auch wenn Ava glücklicher gewesen wäre, wenn sie es bereits in der Hand halten würde. Doch einfach zu wissen, dass sie es dabei hatte, sorgte schon dafür, dass sie sich nicht mehr ganz so hilflos vorkam.

Ein erleichtertes Seufzen entfuhr ihr, als sie den weichen Stoff ihrer Tasche unter ihren Fingern spürte. Ava ergriff sie und zog sie wieder nach oben. Doch gerade als sie die kleine braune Spraydose ertastet hatte, wurde die Fahrertür aufgerissen.

Vor Schreck erstarrt realisierte Ava, dass sich ein bulliger Kerl neben sie hockte. Als sie ihren Kopf in seine Richtung drehte, bemerkte sie das zufriedene Grinsen in seinem Gesicht. Er entblößte dabei eine Reihe von schiefen und verfaulten Zähnen. Der Anblick reichte, damit sich ihr Magen umdrehte. Doch sie atmete tief durch und bemühte sich, ruhig zu bleiben.

Der Typ trug einen ungepflegten Bart, und seine langen Haare hingen ihm strähnig ins Gesicht, das von mehreren Narben überzogen war. Sein Geruch passte zu den dreckigen Klamotten, die er trug. Sie waren von Löchern und Flecken übersät.

„Da haben wir dich ja. Man sollte meinen, dass Mom und Dad besser auf ihr Töchterchen aufpassen“, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Dann streckte er in Windeseile seinen Arm nach ihr aus, sodass Ava keine Chance mehr hatte, ihm zu entkommen. Und selbst wenn er langsamer gewesen wäre, wie hätte sie ausweichen sollen? Sie war zu benommen, um über den Beifahrersitz nach draußen zu fliehen.

Der Mann umgriff fest ihren Arm und zerrte sie aus dem Wagen. Beinahe wäre ihr Fuß in der Tür hängengeblieben und sie auf den Boden gefallen. Aber in letzter Sekunde fing sie sich und rappelte sich auf. Als Ava sich vor ihrem Angreifer aufrichtete, wurde ihr klar, dass er sie deutlich überragte. Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um in sein widerwärtiges Gesicht zu schauen.

„Du entkommst uns nicht“, zischte er wütend zwischen den Zähnen hindurch. Bei dem Klang seiner furchteinflößenden Stimme bildete sich eine Gänsehaut auf ihrem Rücken.

Ihre Gedanken überschlugen sich. Fieberhaft suchte sie nach einer Möglichkeit zu entkommen. Doch er war ihr hoffnungslos überlegen. Es gab keinen Ausweg aus dieser Situation.

Trotzdem versuchte Ava, um sich zu schlagen und sich aus seinem schmerzhaften Griff zu winden. Doch je mehr sie sich wehrte, desto fester packte er zu, bis sie vor Schmerzen wimmerte. Ihr Blick suchte panisch die Straße ab, aber weder von rechts noch von links kam jemand, der ihr helfen könnte. Ava war auf sich alleine gestellt. Angst und Verzweiflung packten sie gleichermaßen. Ihr Herz raste, und ihr Körper zitterte so sehr, dass sie all ihre Kraft aufbringen musste, um nicht zusammenzuklappen.

Als ihr Peiniger den Mund öffnete, um sich die Lippen zu befeuchten, drang ihr sein heißer Atem, der nach Alkohol stank, in die Nase. Mehrmals musste sie tief durchatmen, um den Würgereiz zu unterdrücken, der sich in ihr breitmachen wollte.

„Wer sind Sie?“, fragte sie mit brüchiger Stimme. Ava hoffte, dass sie etwas Zeit schinden könnte, indem sie ihn in ein Gespräch verwickelte.

Doch der Typ antwortete nicht. Stattdessen drehte er sich von ihr weg und schleifte sie brutal hinter sich her zu seinem Wagen.

„Hilfe!“, schrie Ava mehrmals panisch, in der Hoffnung, ein Jäger oder Spaziergänger würde sich in der Nähe aufhalten und sie hören. Aber es war niemand zu sehen. Beinahe erschien es ihr so, als wäre sie mit diesem grausamen Mann alleine auf der Welt. Ein letztes Mal versuchte sie, ihren Kampfgeist zu mobilisieren, ihre übriggebliebenen Kräfte zu bündeln und sich zur Wehr zu setzen. Verzweifelt schlug sie um sich, versuchte ihren Geiselnehmer zu kratzen und zu beißen. Doch es brachte nichts. Fast machte es den Anschein auf Ava, als würde er es nicht einmal bemerken.

Als sie an seinem Auto ankamen, öffnete er den Kofferraum und griff nach einem Seil. Er drehte ihre Arme auf den Rücken und band sie zusammen. Ava bewegte sie, aber das hatte nur zur Folge, dass ihr das Seil schmerzhaft ins Fleisch schnitt.

„Binden Sie mich los“, zischte Ava wütend und wandte sich ihm zu, um ihm einen hasserfüllten Blick zuzuwerfen.

„Vergiss es.“ Mit diesen Worten öffnete er die Hintertür und stieß sie auf den Rücksitz. Ihr Körper wurde bei dem Aufprall auf der harten Sitzbank durchgeschüttelt, und ihr Kopf stieß hart gegen die gegenüberliegende Tür. Ava seufzte verzweifelt und versuchte sich aufzurichten, aber vergeblich.

Die Rückbank war vollgestopft mit Bierflaschen, Klamotten und CDs. In diesem Chaos war sie noch nicht einmal dazu in der Lage, sich aufzurichten oder eine etwas bequemere Position einzunehmen. Zudem herrschte im Auto der gleiche ekelerregende Gestank, den sie auch schon an seinem Besitzer wahrgenommen hatte. Für den Bruchteil einer Sekunde hoffte Ava, das Bewusstsein zu verlieren, damit sie das nicht mehr ertragen musste. Doch natürlich wollte sie sich ihm auch nicht gänzlich ausliefern.

„Du bleibst liegen. Wenn du auch nur daran denkst, andere auf dich aufmerksam zu machen, bist du tot. Und du kannst mir glauben, dass ich kein Problem damit habe, dir eine Kugel in deinen hübschen Kopf zu jagen“, zischte der Kerl von vorne.

Beim Sprechen blitzte sein oberer Goldzahn ihr entgegen. Ein Schauer nach dem anderen raste durch ihren Körper. Ava beschloss, dass es besser war, genau das zu tun, was er von ihr verlangte, obwohl sie sich fieberhaft fragte, wohin der Kerl sie verschleppen würde.

Während sie versuchte, ihre schmerzende Schulter zu entlasten, startete er den Motor und fuhr los.

Schon bald hatte Ava jegliche Orientierung verloren.

1

Einatmen.

Ausatmen.

Einatmen.

Ausatmen.

Einatmen.

Ausatmen.

Während Shane seinen Herzschlag unter Kontrolle hielt, schaute er durch das Zielfernrohr seines Scharfschützengewehres und suchte die Gegend nach Personen ab, die ihnen gefährlich werden konnten. Er lag auf dem Garagendach eines leer stehenden Nachbarhauses. Shane hatte sich so auf dem etwas vertieften Untergrund versteckt, dass er von anderen nicht gesehen werden konnte.

Während seiner Ausbildung hatte er gelernt, so lange auszuhalten, bis er die Möglichkeit bekam, sein Ziel auszuschalten, was teilweise Stunden dauern konnte. Deswegen machte es ihm nichts aus, nun schon seit einer Ewigkeit hier zu liegen.

Seit zehn Jahren machte er nun diesen Job. Seine Eltern hatten mehr als überrascht auf seinen Berufswunsch Scharfschütze reagiert. Aber er hatte nur geantwortet, er wollte seine Fähigkeiten nutzen, um die Arschlöcher dieser Welt zu eliminieren. Das war sein Beitrag, um die Welt zu einem sichereren Ort zu machen.

Und das tat er, indem er die Mörder von unschuldigen Bürgern aus dem Verkehr zog. Seit sechs Jahren hatte Shane den Ruf des besten Scharfschützen an der Westküste der USA. Er traf aus jeder Position. Dies war auch der Grund, wieso sie ihn zum Special Operations Team, zu SPOT, geholt hatten.

Seitdem hatte er mehr Geiseln befreit, als er zählen konnte.

Und dieses Mal würde es nicht anders laufen, das schwor er sich.

Nachdem Ian ihn angerufen hatte, blieb Shane gerade genug Zeit, um sich seine Schuhe anzuziehen, bevor die Jungs bereits vor seiner Tür standen. Auf dem Weg in den Vorort von Los Angeles hatte Jace ihnen erklärt, dass Ava Blair entführt worden war.

Shane hatte schon von ihr gehört, beziehungsweise von ihrem Vater. Dan Blair war ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein internationaler Medienmogul, der verschiedene Firmen in den USA und Europa besaß.

Von Jace hatte er erfahren, dass es durchaus einen Grund dafür gab, dass über Ava nicht sehr viel bekannt war. Sie hatte nichts mit den Geschäften ihres Vaters zu tun, sondern stand auf eigenen Beinen. Und das schon seit ein paar Jahren.

Shane respektierte das. Sie schien also nicht eine dieser verwöhnten Promitöchter zu sein, die sich auf dem Geld ihrer Eltern ausruhten, wie man es immer wieder hörte.

Aber sobald er seinen Auftrag bekam, war es ihm egal, wer das Opfer war oder wie viel Geld diese Person besaß. Er war nur dazu da, seinen Job zu erledigen, und der bestand darin, die Geisel zu befreien und ein weiteres unschuldiges Leben zu retten.

Durch das Zielfernrohr beobachtete er die beiden Personen in dem kleinen, spärlich eingerichteten Raum im Obergeschoss des gegenüberliegenden Hauses. Es gab nur zwei Stühle, einen Tisch und ein Bett in der hintersten Ecke des Zimmers, auf dem eine Decke lag. Beim Anblick der Möbel fragte sich Shane, wie sie noch zusammenhalten konnten, denn sie hatten eindeutig schon bessere Zeiten erlebt. Sie waren verkratzt, und einige Ecken waren bereits abgebrochen. Das spezielle Fernrohr seiner Waffe ermöglichte ihm, selbst die kleinsten Details zu erkennen.

Sein Blick blieb an der Frau kleben, die sich in der Mitte des Raumes befand. Er hatte nur ein älteres Foto von Ava gesehen, auf dem sie gerade ihren College-Abschluss feierte. Ein weiterer Beweis für Shane, dass Ava Blair die Öffentlichkeit mied.

Obwohl sie ihren Kopf nach unten hielt, erkannte er einige Unterschiede zu der Frau auf dem Foto. Ihr braunes Haar war um einiges länger als auf dem Bild. Und sie hatte mittlerweile etwas weiblichere Rundungen angenommen, die ihr aber sehr gut standen, wie Shane anerkennen musste. Ihre Kleidung zeigte ihm, was er bereits wusste. Sie war auf dem Weg zu einem Ausflug mit ihrer Jugendgruppe gewesen, als man sie entführt hatte. Das enge Shirt brachte ihre vollen Brüste zur Geltung. Er erkannte ein paar Flecken auf dem Stoff, von denen er annahm, dass es Blut war. Auch auf ihrer kurzen Sporthose konnte er ein paar von ihnen entdecken. Aber da er ihr Gesicht nicht richtig sehen konnte, hatte Shane keine Ahnung, ob sie Schmerzen hatte. Auch ohne ihre Augen sehen zu können, wusste er, dass sie einen intensiven Grünton hatten, der einen sofort in den Bann zog. Auf dem Bild waren sie ihm als Erstes aufgefallen. Seit diesem Augenblick bekam er sie nicht mehr aus dem Kopf. Er war so von ihnen eingenommen worden, dass er erst einige Sekunden später das gesamte Bild von ihr wahrgenommen hatte.

Er schüttelte den Kopf und verbannte so die Erinnerung an ihre Augen aus seinem Gedächtnis. Dann kniff er wieder ein Auge zusammen, blickte durch das Fernrohr und konzentrierte sich auf Ava.

Zusammengesackt saß sie auf einem Stuhl. Die Arme waren ihr anscheinend auf den Rücken gefesselt worden. An den leichten Bewegungen ihrer Brust erkannte Shane, dass sie noch atmete. Er hatte gelernt, auf solche Details zu achten, sie zeigten ihm, ob es noch eine Chance gab oder das SPOT-Team bereits zu spät dran war.

Und jedes Mal beruhigte es ihn aufs Neue, wenn sie es nicht waren.

Heute war er darüber erleichterter als sonst. Er konnte selbst nicht sagen warum. Eine innere Ruhe machte sich in ihm breit. Eine Weile betrachtete er sie noch. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass sie keine lebensgefährlichen Verletzungen aufwies, richtete er den Lauf seiner Waffe auf den Typen hinter ihr. Der Mann schaute mit einem finsteren Gesichtsausdruck immer wieder zwischen Ava und der Tür hin und her.

Bei dem Anblick biss Shane die Zähne aufeinander. Ihm gefiel nicht, wie nervös der Mann war. Die Waffe, die Avas Bewacher in der Hand hielt, wanderte ebenfalls immer hin und her. Daran erkannte Shane, dass der Mann keine Ahnung hatte, in welche Richtung sie zeigen sollte. Und das ließ ihn vermuten, dass der Typ ein Laie war. In gewisser Hinsicht war das von Vorteil. Denn so war er leichter zu überwältigen. Aber Shane wusste nur zu gut, dass es auch Risiken barg. Im entscheidenden Moment könnte er überfordert sein und so wahllos um sich schießen.

Shane folgte mit seinem Gewehr jeder einzelnen Bewegung und behielt dabei immer die Hand, mit der sein Gegner die Waffe hielt, im Auge. Er konnte sehen, wie er zwar nicht ruhiger wurde, aber seinen Arm sinken ließ. Somit richtete sich der Lauf der Waffe auf den Boden. Auch dies war ein Zeichen dafür, dass der Mann eigentlich keine Ahnung hatte, was er da tat.

Doch da die Gefahr für Ava nun etwas gebannt war, nutzte Shane die Chance und schaute ihn sich genauer an. Seine langen Haare ließen ihn gefährlich erscheinen. Sein breites Kinn brachte die platt gedrückte Nase noch mehr zur Geltung. Er war nicht sonderlich kräftig, aber das hatte nichts zu bedeuten. Shanes Kollege Ian war auch nicht breit gebaut, aber dennoch der beste Kampfsportler an der Westküste. Mit ihm nahmen es nur die Männer auf, die ihn nicht kannten.

Avas Bewacher trug eine enge Hose und ein löchriges, beflecktes Shirt.

Shane verfolgte die Bewegung, die er mit der freien Hand vollzog. Mehrmals hatte er nun schon beobachtet, wie er sich über seinen Schwanz fuhr. Als der Typ sich nun ein Stück zu ihm drehte, erkannte Shane, dass er einen Ständer hatte. Sein Finger verkrampfte sich am Abzug, und er musste sich zusammenreißen, um dem Widerling nicht zwischen die Beine zu schießen.

Du bringst sie unnötig in Gefahr, wenn du jetzt schon eingreifst, rief er sich in Erinnerung. Er wusste nicht, wie viele von den Mistkerlen sich in dem Haus aufhielten. Ava konnte von einem Einzeltäter entführt worden sein, aber auch von einer professionell agierenden Gruppe. Das Risiko war nicht leicht einzuschätzen.

Shane presste die Lippen zu einer dünnen Linie zusammen, während er den lüsternen Blick registrierte, mit dem der Bewacher Ava belegte. Er brauchte nicht hellsehen zu können, um zu wissen, worauf es hinauslaufen würde, wenn das Team nicht sofort einschritt. Der Kerl würde sie vergewaltigen.

Gib mir ein Zeichen, dass du bei Bewusstsein bist, fordert er sie stumm auf. Da sie noch immer bewegungslos auf dem Stuhl hing, konnte er nicht einordnen, ob sie den Blicken ihres Bewachers bewusst auswich oder ohnmächtig war.

Aber Shane war sich sicher, dass es dem Mann egal war. Er würde sich in jedem Fall auf sie stürzen, sobald er sich ungestört fühlte.

Um sicherzugehen, dass er jeden Augenblick einschreiten konnte, richtete er den Lauf seines Gewehres auf den Kopf des Mannes. Würde er Ava auch nur einen Schritt zu nahe kommen, würde Shane ihn erschießen. Dafür würde er sogar Ärger mit seinem Teamleiter in Kauf nehmen oder eine mögliche Suspendierung. Das war ihm egal. Shane würde nicht zulassen, dass dieser Frau etwas zustieß. Nicht wenn er es verhindern konnte.

„Wie weit seid ihr?“, sprach er mit ruhiger und leiser Stimme in das Mikrofon seines Headsets.

„Wir stehen jetzt genau vor der Hintertür. Noch eine Minute, dann kann es losgehen.“ Die leise Stimme von Ian drang an sein Ohr.

Noch während sein Freund sprach, bereitete Shane sich auf seinen Einsatz vor. Seine Atmung wurde ruhiger, und sein Herzschlag verlangsamte sich, bis er kaum noch wahrnehmbar war. Dabei ließ er den Arsch keine Sekunde aus den Augen. Sein Finger lag locker am Abzug, um jederzeit abdrücken zu können.

Wenige Sekunden später beobachtete er, wie die Tür aufgebrochen wurde und Ryder zusammen mit Ian in das Zimmer stürmte. Sie hatten ihre Waffen im Anschlag und richteten sie auf den Mann, der erschrocken einen Schritt zurückgewichen war. Dabei kam er Ava näher, als es Shane lieb war.

Shane sah im Ausdruck des Entführers, wie überrumpelt dieser vom Eingreifen des SPOT-Teams war. Aber bereits im nächsten Augenblick hatte er sich gefangen und richtete seine Waffe auf Ava. Der Mann wirkte sichtlich verunsichert, er zitterte und schien zu jeder unbedachten Reaktion in der Lage.

Wieso machen die das immer? fragte sich Shane unwillkürlich. Sie wissen doch, dass ich hier oben nur auf meinen Einsatz warte. Oder glauben sie wirklich, dass sie schneller als die Kugel aus meiner Waffe sind?

Mit bloßem Auge konnte Shane erkennen, wie seine Kollegen ruhig auf den Kerl einsprachen, dabei aber immer noch ihre Waffen auf ihn richteten. Aber ihr Gegner machte keine Anstalten, seine fallen zu lassen.

Der Geiselnehmer spannte sich von Sekunde zu Sekunde mehr an. Er würde Ava nicht laufen lassen, das war Shane klar. Er würde kämpfen, wobei dieser Kampf schnell vorbei sein dürfte, schließlich stand er Ian gegenüber.

Trotzdem behielt Shane mit einem Auge seine Kollegen im Blick, da er hoffte, dass einer von ihnen ihm das vereinbarte Zeichen geben würde. Alleine schon, weil der Mann Ava mit einer Waffe bedrohte, juckte es ihm in den Fingern, wenigstens einen Warnschuss von sich geben zu dürfen. Und dabei spielte die Tatsache, dass Ava wie ein Stück Fleisch von ihrem Entführer angegafft wurde, noch nicht einmal eine Rolle.

„Wir bekommen Besuch. Wir sollten langsam verschwinden“, drang die Stimme von John gedämpft an sein Ohr.

John und Jace bewachten die Eingänge und passten so auf, dass niemand das Haus betrat oder verließ. Die fünf Männer waren ein eingespieltes Team und vertrauten einander. Shane würde jederzeit sein Leben in die Hände seiner Kameraden legen. Über Headsets waren alle miteinander verbunden und gaben durch, wenn etwas Unvorhergesehenes passierte. Dass sie nun darauf drängten, abzuhauen, war kein gutes Zeichen. Am liebsten hätte Shane mit seinem Fernrohr die Straße abgesucht, aber sein Auftrag verlangte von ihm, Ava im Blick zu behalten.

Sie war gerade das Wichtigste für ihn.

Kaum verklang die Stimme an seinem Ohr, blinzelte Ryder zweimal. Das war für Shane das vereinbarte Zeichen, den Gegner nicht zu erschießen, aber handlungsunfähig zu machen.

Shane nahm die Schulter des Mannes ins Visier und drückte ab, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Mit 900 Metern pro Sekunde zerschlug das Projektil das Fenster und traf ihn an exakt der Stelle, an der Shane es beabsichtigt hatte. Noch im gleichen Augenblick rutschte die Waffe des Entführers aus seiner Hand und fiel zu Boden. Mit einer schnellen Bewegung war Ian bei dem Mann und gab ihm mit einem gezielten Schlag auf den Kiefer den Rest, während Ryder sich zu Ava hinunterbeugte und ihren Puls fühlte.

Shane stockte der Atem. Er konnte selbst nicht sagen warum. Am liebsten hätte er mit seinem Freund die Plätze getauscht, um bei Ava zu sein. Wie gebannt verfolgte er die Bewegungen seines Kollegen und presste die Lippen zu einer dünnen Linie zusammen. Die nächsten Sekunden kamen ihm wie Stunden vor. Erst als Ryder kurz in seine Richtung blickte und nickte, konnte er erleichtert aufatmen. Als nächstes löste dieser Avas Fesseln und zog sie auf die Füße. Sie konnte sich nur schwankend aufrecht halten, ihre Beine drohten, unter ihr nachzugeben.

Der Kerl kann froh sein, dass er nun ins Gefängnis geht, sonst würde ich ihn umbringen, schoss es Shane bei dem Anblick durch den Kopf. Er war selbst erschrocken von diesem Gedanken, aber er wusste, dass es stimmte.

Als Ava ihren Kopf ein Stück hob, hielt er den Atem an. Es schien, als würde sie ihm direkt in die Augen schauen, obwohl er sich noch immer auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses befand. Als er die Müdigkeit in ihrem Gesicht erkannte, hätte er den ermittelnden Beamten am liebsten in den Hintern getreten, weil sie Ava nicht eher gefunden hatten. Sie musste sich dringend erholen.

Trotzdem stellte er mit Erleichterung fest, dass ihr ansonsten wohl nichts fehlte.

Ihr Blick war so intensiv, dass ihm erst nach wenigen Sekunden einfiel, dass sie von seinem Standort gar nichts wissen konnte. Trotzdem fand ihr Blick seinen und ließ ihn nicht mehr los. Er drang bis tief in sein Herz vor und weckte einen so großen Beschützerinstinkt, dass er in diesem Moment jeden aus dem Weg geräumt hätte, der sich Ava auch nur näherte. So lange ihre Blicke miteinander verbunden waren, war Shane unfähig, sich zu bewegen. Sein Gehirn befahl ihm zu verschwinden. Die Botschaft kam aber nicht bei seinen Beinen an. Sein Körper machte keine Anstalten aufzustehen. Stattdessen starrte er in die schönsten Augen, die er jemals gesehen hatte.

Erst als Ryder Ava auf seine Arme hob und die drei das Zimmer verließen, verschwand sie aus seinem Blickfeld, wodurch Shane wieder zu sich kam. Mehrmals schüttelte er den Kopf, damit er wieder klar denken und den Auftrag zu Ende bringen konnte. Aber die Erinnerung an ihren Gesichtsausdruck wurde er trotzdem nicht los. Und Shane war sich sicher, dass er ihn so schnell nicht vergessen würde.

„Shane, wir brauchen dich hier. Du musst Ava übernehmen und von hier wegbringen.“ Ryders Stimme drang an sein Ohr.

„Ich bin unterwegs“, presste er zwischen zusammengebissen Zähnen hervor und sprang noch in der gleichen Sekunde auf, um mit seinem Gewehr in der Hand zu verschwinden.

Flink kletterte an der Mauer hinunter, bis er im Vorgarten des Hauses zum Stehen kam. Dann sprintete er über den Rasen zu seinem Geländewagen. In dem Moment, in dem er die Tür öffnete, schlug eine Kugel in dem Baum neben ihm ein. Doch Shane hatte keine Zeit dazu, das Feuer zu erwidern. Stattdessen schmiss er sein Gewehr nach hinten in den Kofferraum und griff nach der Pistole, die er an seinem Gürtel in einem Holster trug.

In der nächsten Sekunde rannte er auf seine Freunde zu, die das Haus der Entführer verließen.

„Nimm sie“, wies Ryder ihn an und legte die benommene Ava in Shanes Arme. Die Kugeln flogen ihnen um die Ohren, als sie sich wieder in Bewegung setzten. Ryder und Ian feuerten zurück, aber es schien, als würden die Angreifer von allen Seiten schießen.

„Die verstecken sich überall“, rief Ryder Shane über den Lärm hinweg zu.

Am liebsten hätte Shane etwas geantwortet, aber die Wärme, die von Ava ausging, übertrug sich auf ihn und riss ihn aus seinem inneren Gleichgewicht. Ihr Kopf sank an seine Brust, direkt an sein wild schlagendes Herz. Als Shane im Laufen kurz zu ihr hinunterblickte, bemerkte er, dass ihr einzelne Haarsträhnen ins Gesicht gerutscht waren, doch diese konnten die geschwollene und blutige Lippe kaum verdecken.

Alleine dieser Anblick sorgte dafür, dass er am liebsten in das Haus gestürmt wäre und dem Kerl eine Kugel in seine Weichteile verpasst hätte. Doch das konnte er nicht. Er musste sich darauf konzentrieren, Ava in Sicherheit zu bringen.

Das Team schirmte ihn von allen Seiten ab und gab ihm Rückendeckung, sodass er Ava ins Auto legen konnte, ohne dass einer von ihnen von einer Kugel getroffen wurde. Vorsichtig bettete er Ava auf die Rückbank seines Geländewagens. Bevor er die Tür wieder schloss, warf er einen letzten Blick auf sie. Ava hatte ihre Augen geöffnet, doch sie schien nicht zu realisieren, wo sie sich befand, oder was gerade um sie herum geschah. Und darüber war Shane froh. Aus Erfahrung wusste er, dass sie sich schon bald mit dem Erlebten würde auseinandersetzen müssen, doch das hatte noch etwas Zeit.

„Kümmere dich um sie, wir werden hier erst einmal aufräumen“, schrie Ian über den Lärm des Kugelhagels hinweg und riss Shane damit von dem Anblick los. Seine Stimme klang genervt, nur wenige Sekunden später eröffnete er erneut das Feuer auf zwei Angreifer, die sich ihnen näherten.

„Bist du sicher? Mir kommt es so vor, als könntet ihr einen Scharfschützen gebrauchen“, äußerte Shane seine Bedenken, obwohl er in diesem Moment die Frau in seinem Auto so weit wie möglich wegbringen wollte. Aber das Team war seine Familie, und wenn sie ihn brauchten, musste er eine andere Lösung finden, um Ava aus der Gefahrenzone herauszubekommen.

„Mit denen werden wir auch alleine fertig“, erklärte Ryder und wischte damit seine Bedenken zur Seite.

Ohne noch etwas zu sagen, umrundete Shane mit schnellen Schritten den Wagen und stieg ein. Mit aufheulendem Motor fuhr er davon. Alles in ihm schrie danach, Ava zu beschützen und in Sicherheit zu bringen.

Nachdem er sich ein Stück vom Ort des Geschehens entfernt hatte, warf er einen prüfenden Blick in den Rückspiegel. Shane sah, wie seine Freunde hinter den parkenden Autos Schutz suchten und weiterhin ihre Angreifer mit Schüssen außer Gefecht zu setzen versuchten. Es war ein merkwürdiges Gefühl, einfach zu verschwinden und sein Team zurückzulassen. Nur gemeinsam waren sie unschlagbar, das wusste er.

Damit er sich besser auf Ava konzentrieren konnte, schob er das Schuldgefühl zur Seite. Shane erhöhte das Tempo, als er in der Ferne die ersten Sirenen hörte. Doch was er dann sah, gefiel ihm noch weniger.

Wie aus dem Nichts tauchte hinter ihm ein schwarzer Sportwagen auf. Shane war davon ausgegangen, dass die bösen Jungs genug mit seinen Kollegen zu tun hatten. Dass es trotzdem einer geschafft hatte, ihm zu folgen, war ein Problem.

Schnell ließ er seinen Blick über die Abzweigungen gleiten, die rechts und links abgingen. Dort würde er sein Tempo nicht halten können, und er konnte nicht ausschließen, in einer Sackgasse zu landen, also blieb er lieber auf dieser Straße. Er beschleunigte noch ein wenig mehr, bis er die viel befahrene Hauptstraße erreicht hatte.

Auch hier wurde er nicht langsamer. In Schlangenlinien überholte er LKWs und Autos, bis es schien, dass er seinen Verfolger abgeschüttelt hatte. Aber Shane wusste, dass dies nur die berühmte Ruhe vor dem Sturm sein konnte. Aus diesem Grund beschloss er, noch einen Umweg zu fahren. Erst als er sich sicher war, dass wirklich niemand mehr hinter ihm auftauchte, schlug er die Richtung ein, in der seine Wohnung lag.

„Verdammt“, murmelte er, als er wenig später vor einer roten Ampel anhalten musste. Ihm passte das überhaupt nicht, da er so schnell wie möglich mit Ava von der Straße wollte. Je länger sein Wagen im Straßenverkehr zu sehen war, desto größer war das Risiko, dass doch wieder ein Verfolger auftauchte.

Sein unfreiwilliger Stopp gab ihm aber auch die Gelegenheit, Ava zu betrachten. Er drehte sich ein Stück zu ihr nach hinten und sah, dass sie ihre Augen geschlossen hatte. Als er seinen Blick an ihrem Körper entlangwandern ließ, erkannte er einige blaue Flecken an ihren Armen und Beinen. Eine noch nie da gewesene Wut erfasste ihn. Wieder kam das Bedürfnis in ihm auf, umzudrehen und jedem von denen, die ihr das angetan hatten, Verstand einzubläuen.

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