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Warum Impfen Leben rettet – Alles, was wir jetzt wissen müssen

»Dieses Buch informiert sachlich und unabhängig über das heiß diskutierte Thema.«
Brigitte Woman

Weltweit hat die Forschung mit Hochdruck an der Entwicklung verschiedener Impfstoffe gearbeitet, die gegen Covid-19 schütze sollen. Doch was bei vielen Hoffnung weckt, löst auch Unsicherheiten aus: Wie wirken die neuen Impfstoffe? Wie treffen wir eine fundierte und für uns sinnvolle Impfentscheidung?

Dr. med. Thomas Schmitz, Kinderarzt an der Berliner Charité, und Sven Siebert, Biologe und Journalist, liefern in ihrem aktualisierten und komplett neu überarbeiteten Impfratgeber eine kompetente Einordnung von Covid-19 und der zugehörigen Impfstoffe. Es geht um den Erreger, seine Wirkungsweise, die Entwicklung von Vakzinen, deren verschiedene Typen, ihre Testung, Sicherheit und fortdauernde Überwachung.

Zudem bewerten sie alle weiteren derzeit empfohlenen Impfungen, beschreiben die Krankheiten, gegen die geimpft werden kann, und erklären, wieso manche Fehlinformationen nicht aus der Welt zu kriegen sind.

Ein aktueller, praktischer und fachlich kompetenter Ratgeber, den Sie immer wieder zur Hand nehmen können.

Mit den drei Impfkalendern Deutschland, Österreich, Schweiz


  • Erscheinungstag: 19.02.2021
  • Seitenanzahl: 224
  • ISBN/Artikelnummer: 9783749951192
  • E-Book Format: ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

INHALT

Vorwort

Erstes Kapitel

in dem all die verschiedenen Aspekte des Impfens an einem Punkt zusammenlaufen: Corona! In dem wir davon erfahren, wie die neuen Impfstoffe entwickelt wurden, wie sie funktionieren, warum das so schnell ging und wie Impfstoffsicherheit gewährleistet wird. Wir loben die Herdenimmunität und begegnen hier erstmals den Impfgegnern und ihren absurden Behauptungen.

Zweites Kapitel

in dem wir zu verstehen versuchen, warum es auch oder gerade intelligente und gebildete Menschen für möglich halten, dass renommierte Wissenschaftler, die Pharmaindustrie, die Regierung ihres Landes und die Mehrzahl der Kinderärzte vorsätzlich die Gesundheit der Kinder riskieren.

Drittes Kapitel

in dem wir der sogenannten Impflüge auf den Grund gehen und Menschen begegnen, die glauben, von einer Pockenimpfung bekomme man die Grippe. In dem wir außerdem auf Internetseiten, Bücher und Filme stoßen, in denen es von Fake News, Urban Legends, Voodoo und Impflügen nur so wimmelt und eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin als gigantische Weltverschwörung dargestellt wird.

Viertes Kapitel

in dem wir Antikörpern, Killerzellen und dem übrigen Wunderwerk des Immunsystems begegnen, das uns täglich das Leben rettet. Und in dem wir erfahren, dass die Immunisierungen durch eine überstandene Krankheit und durchs Impfen nach demselben natürlichen Muster ablaufen.

Fünftes Kapitel

in dem wir die wundervolle Lady Mary und den kleinen Jimmy Phipps kennenlernen, der vor mehr als 200 Jahren für den wissenschaftlichen Fortschritt missbraucht wurde. Und in dem wir erfahren, dass man in China womöglich schon vor 1000 Jahren zermahlenen Pockenschorf schnupfte.

Sechstes Kapitel

in dem wir Krankheiten kennenlernen, von denen die meisten von uns noch nie etwas gehört haben, die aber buchstäblich Milliarden Menschen betreffen und bei deren Bekämpfung Impfstoffe eine große Rolle spielen könnten. In dem wir außerdem erfahren, dass die Impfstoffentwicklung stockt, weil Geld fehlt; dass es hilfreiche Impfstoffe gibt, die aber noch nicht genug Menschen erreichen; und dass Menschen wie Melinda und Bill Gates dazu beitragen wollen, dass weniger Kinder an vermeidbaren Infektionskrankheiten sterben.

Siebtes Kapitel

in dem wir daran erinnert werden, dass es auch vor 50 Jahren alles andere als lustig war, sogenannte Kinderkrankheiten wie Masern oder Mumps zu bekommen – von Diphtherie oder einem Wundstarrkrampf ganz zu schweigen. Und in dem wir von Fällen hören, in denen heute mitten in Deutschland Menschen an solchen Krankheiten sterben, weil zu vielen das Impfen lästig oder unheimlich geworden ist.

Achtes Kapitel

in dem wir mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen von Impfungen betrachten und uns ansehen, an welcher Stelle im Impfgeschäft die Pharmaindustrie vielleicht doch nicht so ganz im Interesse der Patienten handelt.

Neuntes Kapitel

in dem wir feststellen, was man auch ohne Impfpflicht alles machen kann. In dem wir uns an die DDR und ihre roten Impfausweise erinnern und nach Frankreich und Italien reisen, wo es staatlich verordnete Impfungen gegen sehr viele Krankheiten gibt. Und in dem wir erfahren, dass unsere Kinder als Austauschschüler in den USA ohne Impfung keine Schule besuchen dürfen.

Schlusswort

in dem wir kurz und knapp zum Fazit kommen.

Dank

Literatur (Auswahl)

Die aktuellen Impfkalender

VORWORT

Corona hat vieles verändert. Das Auftreten des Virus Sars-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Covid-19-Pandemie haben unser Leben durchgeschüttelt. Wir haben die Erfahrung gemacht, wie bedrohlich eine in vielen Fällen tödliche Infektionskrankheit sein kann, wie sehr sie uns zwingen kann, unser Verhalten zu ändern, und wie groß die gesellschaftlichen Konflikte sind, die sich aus den Folgen der Krankheit ergeben können.

Corona hat auch unser Verhältnis zu Impfungen verändert. Bis vor Kurzem war Impfen zwar ein Thema, das die Temperatur einer eben noch freundlich-harmlosen Plauderei binnen weniger Minuten auf den Siedepunkt treiben oder in eisige Tiefen abfallen lassen konnte. Man brauchte wirklich viel Disziplin, um in einem Gespräch übers Impfen nicht sehr schnell sehr emotional zu werden. Sie haben das wahrscheinlich schon einmal selbst erlebt.

Aber Impfen war ein Thema, das für die meisten Menschen nicht mehr mit der Erfahrung einer konkreten Bedrohung durch Infektionskrankheiten verbunden war. Krankheiten wie Masern, Diphtherie oder Kinderlähmung spielen im Alltagsleben keine oder kaum noch eine Rolle.

Seit Covid-19 ist das anders. Es ist wieder greifbar geworden, worum es beim Schutz vor Krankheiten geht: nicht um irgendein Prinzip, sondern um den Schutz des eigenen Lebens und das der engsten Angehörigen und Freunde.

In diesem Buch wollen wir uns daher mit den neuen Impfstoffen gegen Covid-19 befassen – auch mit den Sorgen und Bedenken, die damit verbunden sind. Aber wir wollen auch der Frage auf den Grund gehen, weshalb das Impfen schon seit seiner Entdeckung für Kontroversen sorgt. Freundschaften zerbrechen darüber, enge Verwandte stellen den Kontakt ein, Mütter und Väter prozessieren gegeneinander bis zum Bundesgerichtshof. Was ist da los? Weshalb kann uns ein auf den ersten Blick gar nicht so spektakuläres Thema wie das Impfen so wahnsinnig aufregen?

Woher kommen alle Bedenken, kommt all die Skepsis gegenüber Impfungen? All die kursierenden Vorurteile, Legenden und vorsätzlichen Falschbehauptungen über Impfstoffe und ihre Wirkung tauchen nun auch in den Diskussionen über die Covid-Impfungen wieder auf. Und sie finden sich auf den Demotransparenten der Coronaleugner und Impfgegner.

Impfen ist Körperverletzung. Das sehen auch Ärzte so, und unsere Kinder werden Ihnen diese Einschätzung jederzeit bestätigen. Wenn der Kinderarzt eine kleine Spritze auf seinem Tablett liegen hat, ist der bis dahin eigentlich ganz entspannte Besuch in der Praxis im Eimer. »Papa! Ich will mich nicht mit einer Nadel stechen lassen!«

Impfen ist tatsächlich – im juristischen Sinne – Körperverletzung. Ähnlich wie operative Eingriffe. Kein Arzt darf in Deutschland eine Impfung verabreichen oder einem bei einer Operation mit einem Skalpell die Bauchdecke öffnen ohne Einwilligung des Patienten – oder seiner Eltern, wenn der Betroffene minderjährig ist. Es geht um die Abwägung, ob der Nutzen eines Eingriffs die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit rechtfertigt.

In manchen Ländern besteht eine staatlich verordnete Impfpflicht. Die gab es auch in der DDR, wo jeder ein Impfbuch besaß, in dem bescheinigt wurde, dass die Bürgerin oder der Bürger der Republik die damals vorgeschriebenen Impfungen gegen Pocken, Tuberkulose, Kinderlähmung, Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Masern erhalten hatte. Heute muss in Deutschland, ebenso wie in Österreich und in der Schweiz, im Großen und Ganzen jeder für sich entscheiden, ob und wogegen er sich und seine Kinder impfen lässt.

Eltern müssen also abwägen. Auf der einen Seite steht der Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten. Auf der anderen das Risiko der Nebenwirkungen einer Impfung oder die Angst vor möglichen Impfschäden.

Eltern wollen eine solche Entscheidung heute vielfach bewusst und eigenständig treffen und nicht kritiklos der Empfehlung eines Arztes oder einer staatlichen Kommission folgen. Das ist grundsätzlich verständlich und berechtigt, aber meistens verdammt schwierig. Die Materie ist komplex, das Immunsystem ein kompliziertes Wunderwerk, die Informationen, die gedruckt und online zur Verfügung stehen, sind oft widersprüchlich.

Wer sich auf die Suche nach Informationen macht, gerät schnell in die lebhafte Szene der vehementen Impfgegner. Im Netz wimmelt es nur so von Posts, Tweets und Seiten, auf denen die angeblich verheerenden Wirkungen des Impfens beschrieben und beschrien werden. Und in der Coronakrise hatten diese Quellen Sonderkonjunktur. Es gibt auf dem deutschsprachigen Buchmarkt eine Fülle impfgegnerischer Literatur. Doch obwohl sie auf allen Kanälen senden, treten nicht wenige der Autoren als »Enthüller« auf, die Wahrheiten präsentieren, die in unserem Land sonst »unterdrückt« oder »verschwiegen« würden.

Es ist daher gar nicht so einfach, der Impffrage aufgeschlossen gegenüberzutreten. Wer online nach Literatur sucht, muss eigentlich zu dem Schluss kommen: Irgendetwas scheint ja wohl dran zu sein an den Argumenten der Impfgegner. Manches klingt doch auf den ersten Blick ganz plausibel …

Die Geschichte des Impfens ist aber keine 300-jährige Geschichte der Lügen und Verschwörungen, wie uns viele der Antiimpfaktivisten weismachen wollen. Sie ist im Gegenteil eine der größten Erfolgsgeschichten der Medizin. Die Entdeckung der Krankheitserreger und der Immunisierung beendet die Phase der Menschheitsgeschichte, in der man Infektionskrankheiten als Schicksal ansehen musste, dem man weitgehend wehrlos gegenüberstand.

Mitte des 19. Jahrhunderts stritt man noch darüber, ob mikroskopisch kleine Lebewesen durch »Urzeugung« entstehen. Oder ob in Frauen, die an Kindbettfieber erkrankt waren, »Fremdstoffe« zu »gären« begonnen hatten. Dann blickten Louis Pasteur und Robert Koch immer tiefer in ihre Mikroskope, entwickelten erste Brutschränke und sterile Arbeitsmethoden. Es waren große Momente der Menschheitsgeschichte, als diese Pioniere im 19. Jahrhundert in ihren Studierzimmern die ersten Erreger isolierten und schließlich erkannten, dass eine überstandene Infektion in vielen Fällen vor einer neuen Erkrankung schützt.

Mit der Entdeckung von Bakterien und Viren wurde die Bedeutung der Hygiene erkannt. Viele Krankheiten verbreiten sich heute weniger leicht, weil die Übertragungswege unterbrochen werden können. Händewaschen, Mund-Nase-Masken und social distancing gehen direkt auf diese frühen Erkenntnisse zurück.

Natürlich gründen diese Forschungserfolge auch auf Rückschlägen. Es kam zu Infektionen, verantwortungslose Menschenversuche wurden unternommen, und manchmal richteten die Impfversuche schlimmeren Schaden an als die Krankheiten, die sie verhindern sollten. Aber wer diese historischen Fehlschläge heute als Argumente gegen das Impfen ins Feld führt, der müsste viele Bereiche der modernen Medizin ablehnen.

Impfstoffe gehören heute zu den am besten überwachten Medikamenten überhaupt – das gilt auch für die neu zugelassenen Covid-19-Impfstoffe. Die unerwünschten Wirkungen von Impfungen sind viel geringer als in der Frühzeit der Impfmedizin, das Risiko von Impfschäden wurde immer weiter minimiert. Vor allem sind die Impfungen in den meisten Fällen hochwirksam. Impfungen gehören zu den effektivsten Methoden, um den Menschen vor gravierenden Infektionskrankheiten zu schützen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass durch Impfungen jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle vermieden werden und bis heute bereits Hunderte Millionen vermieden wurden – mit der neuen Pandemie werden durch die Impfungen noch Millionen von geretteten Menschenleben hinzukommen.

Trotzdem ist die immunologische Forschung nicht abgeschlossen: Neue Impfstoffe wurden und werden entwickelt. Es wird untersucht, wie bestehende Risiken weiter verringert werden können oder ob Nebenwirkungen auftreten können, die bisher unerkannt geblieben sind.

Es ist eindeutig widerlegt, dass Masernimpfungen Autismus auslösen können. Und es gibt keinerlei Belege, dass Impfungen Allergien begünstigen.

Gerade der große Erfolg der sogenannten Schulmedizin, hat – vor Corona – vielfach zu der falschen Annahme geführt, man selbst und die eigenen Kinder seien von Infektionskrankheiten nicht mehr bedroht. Auch Kinderkrankheiten sind auch heute noch eine todernste Sache. Weil uns das oft nicht mehr bewusst ist, hat sich die Annahme verbreitet, der Kinderorganismus müsse diese Erkrankungen »durchstehen«, um »gestärkt« daraus hervorzugehen.

Krankheiten werden vielfach als »natürlich« und daher irgendwie gut angesehen. Aber auch Erdbeben und Tsunamis sind natürlich. Auch Sars-CoV-2 ist natürlichen Ursprungs. Epidemien von Infektionskrankheiten – das wurde uns durch Covid-19 vor Augen geführt – können ebenso verheerende Folgen wie solche Naturkatastrophen haben. Und es gibt keinen Zweifel, dass man sich davor, so gut es geht, schützen sollte.

Infektionskrankheiten haben keinen »Sinn«. Sie sind nicht dafür da, das menschliche Immunsystem zu stärken oder an der Persönlichkeitsbildung mitzuwirken. Das gilt für Covid ebenso wenig wie für Mumps oder Masern. Die Viren und Bakterien, die Krankheiten auslösen, folgen nur ihrem genetischen Programm – nämlich sich selbst zu vermehren. Der Begleitschaden ist, dass sie uns krank machen, manchmal todkrank.

1962 starben in Deutschland – Ost und West – 156 Menschen an Masern. Heute sterben pro Jahr zwischen keinem und drei Menschen an der Krankheit – vor allem weil es viel, viel weniger Erkrankungen gibt als vor sechs Jahrzehnten. Wer heute auf das verhältnismäßig geringe Infektionsrisiko vertraut und auf eine Impfung verzichtet, profitiert von all denen, die sich früher haben impfen lassen und die dies auch heute noch tun. Wer sich und seine Kinder heute impfen lässt, übernimmt soziale Verantwortung. Oder umgekehrt: Wer das unterlässt, verhält sich rücksichtslos.

Doch es geht nicht um die Todesfälle allein. Auch ein nichttödlicher Verlauf der »Kinderkrankheit« Masern kann sehr unangenehme Folgen haben. Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündung mit bleibenden Schäden – um die Hitliste der Komplikationen zu nennen. Wer einmal als behandelnder Arzt ein an Lungenentzündung erkranktes Kind in einer Klinik betreut hat, mit Atemnot und starken Schmerzen, der wird vieles dafür tun, um solches Leiden zu verhindern. Und wer einmal das Leid eines Kindes mit Hirnhautentzündung erlebt hat und die Eltern über die negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes aufklären musste, dem leuchtet der Nutzen der Vermeidung solcher Erkrankungen unmittelbar ein.

Über die möglichen nichttödlichen Folgen einer Covid-Infektion haben wir seit Ausbruch der Krankheit viel erfahren – andauernde Schlappheit, Entzündungen, Gefäßschäden, neurologische Beeinträchtigungen … Das alles würde man gerne vermeiden. Impfen ist ein effektiver Weg, dieses Ziel zu erreichen.

Warum aber ist gerade in aufgeklärten Zeiten und verantwortungsbewussten Milieus das Misstrauen gegen diese bewährte medizinische Vorbeugung gewachsen? Warum zögern die Menschen, sich und ihre Kinder gegen Covid oder Pneumokokken impfen zu lassen?

Impfen ist unheimlich. Nicht nur in den Augen von Kindern, die eine verständliche Abneigung gegen spitze Gegenstände haben, die auf sie gerichtet sind. Beim Impfen bekommt man außerdem eine Spritze, obwohl man gar nicht krank ist! Das leuchtet nicht unmittelbar ein und ist eindeutig ein dramatischerer Eingriff in die Unversehrtheit des Körpers als eine Vitamintablette oder ein Joddragee. Eine ganze Unterabteilung des Horror- und Science-Fiction-Genres basiert auf dem Grusel, der von geheimnisvollen Injektionen ausgeht.

Der Mensch hat immer einen gewissen Vorbehalt gegen schmerzhafte Maßnahmen, die sich gegen mehr oder weniger vage Gefahren in der Zukunft richten. Das galt jedenfalls für den »Normalbetrieb«, als gerade keine weltumspannende Pandemie die Menschheit quälte.

In der Generation unserer Eltern oder Großeltern wurden ärztliche Empfehlungen oder staatliche Anweisungen weniger oft infrage gestellt als heute. Heute hat uns der Staat erst mal gar nichts zu sagen. Der Arzt ist für uns schon lange kein »Halbgott in Weiß« mehr. Ob wir uns oder unsere Kinder wirklich impfen lassen, das wollen wir erst mal sehen!

Diese kritische Haltung ist hilfreich, denn durch ständiges Infragestellen wird alles immer wieder aufs Neue abgeklopft: Ist eine Impfung gerechtfertigt? Ist sie effektiv und sicher? Wie sehen neue Erkenntnisse dazu aus? Muss die Empfehlung geändert werden? Ist eine neue Impfung sinnvoll?

Die Empfehlungen, welche Impfungen wann für wen sinnvoll sind, kommen in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO), in der Schweiz von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) und in Österreich vom Nationalen Impfgremium. Deren Empfehlungen werden stets kritisch diskutiert. Und die fortwährende Auseinandersetzung mit Kritik ist es wohl auch, die dazu beigetragen hat, dass beispielsweise die Mitglieder der STIKO seit einigen Jahren einem Antikorruptionsprogramm unterzogen werden, das seinesgleichen sucht.

Während ein US-amerikanischer Präsident Aktienanteile großer Firmen halten und sich von Firmenbossen beraten lassen darf, wird ein Mitglied der STIKO von Abstimmungen über Impfempfehlungen ausgeschlossen, wenn es auch nur einen Vortrag auf einem Kongress gehalten hat, der von einer Pharmafirma gesponsert wurde. Unabhängigkeit und Transparenz der Entscheidungen der STIKO haben auch durch permanentes Nachhaken höchsten Standard erreicht.

Dieses gesunde Misstrauen, die moderne Mündigkeit des Bürgers und Patienten, mischt sich aber mit der neuartigen Unmündigkeit aus den Echokammern des Internets. Dort erscheint es manchem plötzlich vollkommen schlüssig, dass sich renommierte Wissenschaftler, die Pharmaindustrie, die Regierungen der meisten Länder und die Mehrzahl der Ärzte gegen unsere Gesundheit und die unserer Kinder verschworen haben. Oder dass Bill Gates Corona erfunden hat, um mittels Nanopartikeln und Angela Merkels williger Unterstützung die Weltherrschaft zu erringen.

Was hier läuft, ist Gegenaufklärung. Was Impfgegner verbreiten, sind Do-it-yourself-Einschätzungen, die einzig dazu dienen, eine vorgefasste Meinung zu bestätigen. Es werden einzelne Aspekte herausgegriffen und falsch bewertet, um Impfungen ganz grundsätzlich zu diskreditieren. Immer geht es darum, den Gesamtblick auf Nutzen und auch Risiken des Impfens zu vernebeln.

Es ist tatsächlich verdammt schwierig, sich von allen Aspekten des Impfens ein umfassendes Bild zu machen. Wir sind nicht in der Lage, alle vorhandenen Erkenntnisse zu betrachten, zu durchdringen und zu bewerten. Niemand kann in ein paar Stunden oder Tagen ein Medizinstudium, eine Ausbildung zum Statistiker oder Epidemiologen nachholen. Da helfen auch nicht einige gute Podcasts. Daher sind wir darauf angewiesen, dass seriöse Profis Impffragen analysieren, bewerten und dann zu einer Empfehlung kommen. Wir selbst aber können prüfen, ob das Verfahren transparent ist und die Entscheidungen und Empfehlungen unabhängig von sachfremden Interessen zustande kommen.

Deswegen ist unser Buch keine wissenschaftliche Arbeit, die die Wirksamkeit oder Gefährlichkeit von Impfungen auf der Basis eigener Forschungsergebnisse beurteilt. Unser Buch soll dabei helfen, die eigene Verunsicherung beim Thema Impfen zu verstehen. Es soll deutlich machen, dass zur Impfentscheidung sehr viele Einzelaspekte beitragen. Und wir hoffen, dass Sie am Ende der Lektüre dieses Buches sehen, dass Impfungen wie kaum etwas anderes dazu dienen, unseren wichtigsten Wunsch zu verwirklichen: unsere Kinder zu schützen! Und uns selbst natürlich auch.

Dr. Thomas Schmitz und Sven Siebert

im Frühjahr 2021

ERSTES KAPITEL,

in dem all die verschiedenen Aspekte des Impfens an einem Punkt zusammenlaufen: Corona! In dem wir davon erfahren, wie die neuen Impfstoffe entwickelt wurden, wie sie funktionieren, warum das so schnell ging und wie Impfstoffsicherheit gewährleistet wird. Wir loben die Herdenimmunität und begegnen hier erstmals den Impfgegnern und ihren absurden Behauptungen.

Es ist oft gesagt worden, dass Corona, dass die durch Sars-CoV-2 hervorgerufene Pandemie Schwächen und Missstände in unseren Gesellschaften »wie unter einem Brennglas« zutage treten lässt. Das ist sicher richtig. Aber das gilt auch für die Stärken. Es ist bemerkenswert, in welcher Geschwindigkeit es gelungen ist, gleich mehrere wirksame und sichere Impfstoffe gegen Covid-19 zu entwickeln.

Dieser Erfolg ist Ergebnis einer sehr langen Vorgeschichte. Seit mehr als 300 Jahren wissen die Menschen um die Möglichkeit, sich durch Immunisierung gegen Krankheiten zu schützen, ohne die Krankheit selbst durchmachen zu müssen. In die Entwicklung der Covid-Impfstoffe in den Jahren 2020 und 2021 flossen die Erfahrungen der Forschung aus Jahrzehnten und Jahrhunderten. Und viele Aspekte des Impfens gegen Covid-19 – Entwicklung, Wirksamkeit, Sicherheit, Herdenimmunität und der zum Teil erbitterte Streit um das alles – beschäftigten die Menschen auch schon in der Vergangenheit.

Den bisherigen Rekord für eine Impfstoffentwicklung hielt der Amerikaner Maurice Hilleman (ein Bauernsohn aus Montana, aus dessen Labor allein 40 Impfstoffe stammen – darunter acht der noch heute angewendeten Standardimpfstoffe für Kinder). In der Nacht zum 23. März 1963 kam Hillemans fünfjährige Tochter Jeryl Lynn mit Halsschmerzen an sein Bett. Hilleman sah sich sein Kind an und sagte: »Heilige Scheiße! Du hast Mumps!« Hilleman, damals schon Wissenschaftler beim US-Pharmakonzern Merck, machte im Hals seines Kindes einen Abstrich, isolierte das Virus und erhielt am 30. März 1967, also nur vier Jahre oder 1468 Tage später, die Lizenz für das Vakzin »Mumpsvax«.

Özlem Türeci und Uğur Şahin, die Gründer der Biotechnologiefirma BioNTech, haben diesen über fünf Jahrzehnte alten Rekord deutlich unterboten. Sie brauchten mit ihren Leuten 327 Tage – keine elf Monate. Am 10. Januar 2020 hatten chinesische Wissenschaftler die Sequenz des Coronaviruserbguts veröffentlicht. Am 2. Dezember erteilten als Erstes die britischen Behörden dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff »BNT162b2« die Zulassung – ein Impfstoff, der auf der sogenannten mRNA-Technologie beruht.

Warum konnte das in so kurzer Zeit gelingen? War das vielleicht zu schnell? Kann man überhaupt in so kurzer Zeit einen wirksamen und sicheren Impfstoff herstellen?

Man kann. Aber die Umstände müssen glücklich, die Handelnden entschlossen und die Zulassungsbehörden fleißig sein. Und ein bisschen Geld braucht man auch.

Erstens: mRNA-Impfstoffe, wie BioNTech einen entwickelt hat, sind nicht vom Himmel gefallen. Die ersten Veröffentlichungen zu dem Thema stammen von 1989. Seitdem forschen Wissenschaftler an den Methoden, Erbinformation zu Impfzwecken in Zellen einzuschmuggeln und diese Technik auch im großen Stil anwendbar zu machen. Viele Verfahren der Herstellung, Reinigung und »Verpackung« von mRNA mussten dazu erst entwickelt werden. Türeci und Şahin arbeiten seit zwei Jahrzehnten daran. »BNT162b2«, auch »Comirnaty« genannt, ist nicht das Ergebnis eines Schnellschusses, sondern langer Mühen. Der Zeitpunkt ist – wenn man das so sagen kann – glücklich. Wenn die Pandemie vor zehn Jahren ausgebrochen wäre, hätte es ziemlich sicher noch keinen mRNA-Impfstoff dagegen gegeben.

Ein weiterer Vorteil war, dass es bereits sehr nützliche Forschungsergebnisse zu den »alten« Coronaviren SARS und MERS gab, die vor Jahren erste Epidemien ausgelöst hatten. Man kannte die Eigenschaften von Coronaviren und wusste auch schon einiges über eine mögliche Impfstoffentwicklung.

Sicher hat der Wettbewerb verschiedener Arbeitsgruppen und Unternehmen die Sache beschleunigt. An den mRNA-Impfstoffen, zu denen »BNT162b2« gehört, arbeiteten gleichzeitig beispielsweise auch Moderna in den USA und CureVac in Deutschland. An Vektorimpfstoffen wie dem von AstraZeneca forschte und forscht man in Oxford, Moskau, Peking und Boston, an inaktivierten Coronaviren in China und Indien, an Proteinimpfstoffen in den USA und Russland …

Zweitens: Die Behörden, die für die Arzneimittel- und Impfstoffzulassung und -überwachung zuständig sind – beispielsweise das Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland oder die Europäische Arzneimittelagentur EMA –, haben die klinischen Test der neu entwickelten Impfstoffe rasch genehmigt. Und sie haben schon begonnen, Testergebnisse auszuwerten, ehe die Tests vollständig abgeschlossen waren, bei laufendem Forschungsbetrieb, sozusagen. So hat man Wochen und wahrscheinlich Monate gespart, die sonst verstreichen, ehe alle Testergebnisse vollständig vorliegen.

Damit kein Missverständnis entsteht: Die Prüfung der Ergebnisse der klinischen Tests war – jedenfalls in der Europäischen Union – genauso gründlich wie in anderen Zulassungsverfahren. Man hat nur Wartezeiten verkürzt und bereits Daten angeguckt, während immer noch neue reinkamen. Man nennt das »rolling review«. Und man hat eben nicht auf politischen Druck hin Standards gesenkt, wie sich das der ehemalige US-Präsident vor der Wahl gewünscht hat. Das hätte das Vertrauen in die Sicherheit der Impfstoffe zu Recht erschüttert.

Drittens: Mitten in der Pandemie war es leicht, ausreichend Freiwillige zu finden, die sich an den klinischen Tests beteiligten. Und: Mitten in der Pandemie war der »Infektionsdruck« hoch genug, um die Wirksamkeit des Impfstoffes rasch unter Beweis zu stellen. Denn wenn kaum jemand ansteckend ist, kann man nicht feststellen, ob eine Impfung funktioniert. Wenn viele ansteckend sind, merkt man schnell, ob ein Impfstoff wirkt. Es sind also bei der Prüfung der Covid-Impfstoffe nicht weniger Daten erhoben worden, sondern diese Daten kamen einfach schneller rein, als dies sonst der Fall ist.

In der sogenannten Phase III einer klinischen Prüfung werden Zehntausende Testpersonen mit dem neuen Impfstoff geimpft. Im Fall von »BNT162b2« waren das insgesamt über 20.000. Und ebenso viele erhielten eine Spritze ohne Impfstoff, ein sogenanntes Placebo. Denn man will wissen: Erkranken die Geimpften wirklich seltener an Covid-19 als die Ungeimpften? Das aber kann man erst sagen, wenn ausreichend viele Menschen tatsächlich krank geworden sind.

Bei »BNT162b2« war das Mitte November 2020 der Fall. 36.523 Teilnehmer hatten zum Zeitpunkt dieses »Daten-Cut-offs« an der Studie teilgenommen, ohne vorher an Covid-19 erkrankt zu sein. Die eine Hälfte hatte den Impfstoff erhalten, die andere ein Placebo. Nun gab es 170 Krankheitsfälle (wenn wir wissen wollen, weshalb man warten musste, bis ausgerechnet 170 Menschen erkrankt waren, müssen wir uns an die Statistiker wenden: Hier lag die Grenze, ab der man ein verlässliches Ergebnis bekam, das keinen allzu großen Fehler mehr aufweist).

Jedenfalls stammten nur acht Covid-Fälle aus der Impf-, 162 aus der Placebogruppe. Das entspricht einer Wirksamkeit von 95 Prozent. Hätte der Impfstoff versagt, wären auch in der Impfgruppe um die 162 Menschen erkrankt.

Nebenbei: Das ist die wirklich bittere Seite solcher klinischen Impfstoffprüfungen. Um die Wirksamkeit zu beweisen, müssen zahlreiche Menschen an einer potenziell tödlichen Krankheit erkranken. Man muss den Menschen aus der Placebogruppe den Impfstoff vorsätzlich vorenthalten, obwohl man zu diesem Zeitpunkt aus früheren Tests schon weiß, dass er schützen kann.

Als in den USA in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts der Impfstoff gegen die Kinderlähmung in einer große Studie getestet wurde, starben 16 teilnehmende Kinder an Polio – alle aus der Placebogruppe. 36 Kinder waren dauerhaft gelähmt, 34 davon aus der Placebogruppe. Die Kinder waren durch Zufall in die Gruppe geraten, die die wirkungslose Injektion bekam. Hätte das Los anders entschieden, hätten sie überlebt oder wären gesund geblieben.

Maurice Hilleman, den wir gerade als Vater von Jeryl Lynn und der Mumpsimpfung kennengelernt haben, hat gegen Ende seines langen Forscherlebens in einem Interview gesagt, dieser Preis der Wissenschaft werde leicht übersehen. »Wir waren so sehr damit beschäftigt, [den Durchbruch bei der Poliobekämpfung] zu feiern, dass wir nicht wirklich innegehalten und einen Blick darauf geworfen haben, wie man zu Wissen kommt.«

Viertens: Impfentwicklung ist sehr, sehr teuer. Wer einen Impfstoff entwickelt, muss das Risiko eingehen, dass sich dieses Vakzin in den Tests als unzureichend wirksam oder als unverträglich erweist. Dann ist das eingesetzte Geld verloren. Es stimmt, mit Impfstoffen lässt sich auch sehr viel Geld verdienen. Aber das unternehmerische Risiko besteht trotzdem. Klinische Prüfungen mit Zehntausenden Teilnehmern kosten viele Millionen. Die Covid-Impfstoffentwicklung hat insgesamt mehrere Milliarden Euro verschlungen. Deshalb sind erhebliche staatliche Mittel geflossen. Staaten haben Forschung gefördert und Studien finanziert oder sind bei den Unternehmen mit Beteiligungen eingestiegen. Das hat manche unternehmerische Entscheidung sehr erleichtert.

Das waren vier Faktoren, die die Sache extrem beschleunigt haben. Und wir stellen mit Bedauern fest, dass eine so rasante Entwicklung möglich ist, aber keineswegs immer stattfindet. Wir befassen uns im sechsten Kapitel eingehender mit anderen schlimmen Krankheiten, gegen die es (noch) keine Impfstoffe gibt, obwohl seit vielen Jahren daran geforscht wird.

Aber zunächst noch mal die Frage: Hat das hohe Tempo keinen Einfluss auf die Sicherheit? Im Internet wimmelt es von Behauptungen, unausgereifte Impfstoffe würden nun unter die Leute gebracht. Die Zulassungen seien durchgepeitscht worden, alles sei viel zu eilig gewesen. Nebenwirkungen würden verschwiegen, oder Corona sei überhaupt nur erfunden oder in die Welt gesetzt worden, um Pharmaunternehmen Milliardenprofite zu ermöglichen … All diese Gerüchte, Legenden und Lügenmärchen werden von Impfgegnern schon seit Langem verbreitet – nicht erst seit Covid-19. Im dritten Kapitel widmen wir uns dem ausführlich.

Es war schon die Rede davon, dass die Prüfung der Zulassungsanträge für Covid-Impfstoffe nicht weniger genau war als bei vergleichbaren Verfahren. Und das gilt natürlich auch für die Fragen nach Sicherheit und Verträglichkeit. Ein Restrisiko bleibt bei jedem Impfstoff. Doch eine Zulassung erfolgt nur, wenn der Nutzen die Risiken deutlich übersteigt.

Alle Beschwerden und Krankheitsbilder, die nach einer Impfung in den Testgruppen auftreten, werden genau registriert. Wie viele der Testpersonen leiden an den üblichen, harmlosen Impfreaktionen wie vorübergehende Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Hautreaktionen? Wie oft gibt es allergische Reaktionen? Und vor allem: Treten irgendwelche Krankheiten auf, die möglicherweise auf die Impfung zurückzuführen sind? (Im achten Kapitel geht es ganz ausführlich um die Risiken und Nebenwirkungen von Impfungen.)

Zu den bisher zugelassenen Covid-Impfstoffen lässt sich sagen: Die Nebenwirkungen sind im üblichen Rahmen, ernste Erkrankungen, die sich auf die Impfung zurückführen lassen, gab es nicht. Die Empfänger von »BNT162b2« beispielsweise klagten verhältnismäßig häufig über die üblichen Impfreaktionen. Der Impfstoff gilt als sehr »reaktogen«. 27 Prozent der Testpersonen hatten was zu meckern. Einige klagten über geschwollene Lymphknoten, einer hatte ein Taubheitsgefühl im Bein. Alle diese Symptome sind zwar unangenehm, verschwanden aber schnell wieder.

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