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Wie ich lernte, meine eigene Suppe zu kochen und damit glücklich wurde

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Maurice Morell war ein erfolgreicher PR-Manager. Dann verlor er seinen Job und musste noch mal bei Null anfangen. Er tat dies ausgerechnet auf Sylt. Die Insel, die er schon seit seiner Kindheit in 1970er-Jahren kennt. Seine Idee: Vegane Suppen aus ausschließlich saisonal-regionalen Produkten, die er aus einem historischen Suppenwagen heraus verkauft.
Niemand glaubte an seinen Erfolg, doch Maurice Morell und seine Suppen sind mittlerweile Kult, auch über Sylt hinaus. Das Angestellten-Hamsterrad hat er hinter sich gelassen, stattdessen genießt er die Selbstbestimmtheit und das Inselleben; den Strand, die Dünen, das Meer, die frische Brise.

Viele seiner Kunden beneiden ihm um sein Leben, träumen selbst von der Selbständigkeit und fragen ihn um Rat. Sein Buch ist ehrlicher Ratgeber, der dem Traum auf den Zahn fühlt, nichts beschönt, dafür umso mehr Mut macht: Koch deine eigene Suppe. Egal, was die anderen sagen … und alles andere geschieht von selbst.

»Ein Buch, das dich in eine höhere Schwingung versetzt.« Achtsamkeits-Akademie, 11.07.2021

»Der Suppenwagen-Besitzer präsentiert einen Straße von Anregungen, flott und humorvoll dargebracht.« Heike Wander, Hamburger Abendblatt, 21.08.2021


  • Erscheinungstag: 20.04.2021
  • Seitenanzahl: 224
  • ISBN/Artikelnummer: 9783749901081

Leseprobe

Koch deine eigene Suppe. Egal, was die anderen sagen

Seit den frühen 1970ern sind wir als Künstlerfamilie immer wieder nach Sylt ans Meer gefahren. Da hieß es oft: »Schaut, da ist Valeska Gert schon wieder, die Katze von Kampen!« Sie schritt aufrecht mitten auf der Hauptstraße – knallroter Lippenstift, kurze Haare, schwarzer Pony, schwarze, taillierte Lacklederjacke, passende Lackmütze, Lackhose, Lackschuhe. Sie, sehr klein und drahtig, war Ausdruckstänzerin im Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre gewesen, hatte später eine angesagte Bar in New York und dann auch eine in Kampen, berüchtigt als der Ziegenstall, kultig und sehr bekannt. Meine Eltern nahmen uns einfach bei Einbruch der Dämmerung mit dorthin. Eine kauzige Valeska öffnete uns: »Herrrreinnnspazzzierrt mit Kinners und Kegellll.« Eine Stimme irgendwas zwischen Krähe und Kleinkind. Die Eltern bestellten ihre Drinks, wir bekamen unsere Limo hingestellt. Und wir staunten nicht schlecht, uns gingen förmlich die Augen über. Das männliche Personal trug Frack und Zylinder, die Kellnerinnen bewegten sich in federleichten Kleidchen, barfuß. Sie sollten später dann noch auftreten. Irgendwas mit Gesang und zum Thema Liebe. Überall lag Stroh auf dem Boden, Miles Davis’ Musik lief, ich erinnere mich an Zigarettenrauch, kippelige Hocker, Lachen, Gläserklirren, erotische Zeichnungen mit Kohlestift an den Wänden, daneben die Bier- und Whiskey-Preise, überall Kerzenschein. Diese Bilder werde ich wohl nie vergessen. Ich schwor mir damals, wenn ich groß bin, würde ich auch so was haben – Menschen würden kommen wegen mir.

Es ist ein herrlich milder Maimorgen in List. Eine leichte Brise weht von West und bewegt das Dünengras in meinem geschützten Dünengarten. Darin steht mein alter hölzerner Suppenwagen in Lichtgrau mit seinen goldenen Buchstaben SYLTER SUPPEN. Er bekommt demnächst einen neuen Anstrich, die Saison hat begonnen. Ich brauche zwei Tage durchgängig 14 Grad, damit die Dickschichtlackierung gut abbindet und den Wagen vor dem rauen Seeklima schützt. Das Dünengras hat jetzt bereits mehr Farbe, mehr Grünanteil. In der Wintersaison wirkt es, als habe man ihm mit der Farbe auch alle Vitalkräfte entzogen. Jetzt zum Mai kommen neue Triebe hervor. Sie werden über einen Meter lang werden, sich sanft und raschelnd in den Böen bewegen und manchem Orkan trotzen.

Nach einem wunderschönen Spätsommer waren zahlreiche Suppen-Gäste zum goldenen Herbst noch einmal auf die Insel gekommen. Ein anderes Publikum zeigte sich da. Es ist die Zeit der Wanderer, der Flaneure mit Muße. Viele Paare im besten Alter, meist Hamburger und Berliner, einige Schweizer, Dänen und Amerikaner sind auch dabei. Viele neue Gäste fanden den Weg ins ferne List ganz im Norden der Insel. Sie holten sich ein Eis oder schauten noch einmal nebenan bei Bo von Dünenstrauss mit seinen Holz- und Metallarbeiten vorbei. Auffallend hoch war die Zahl der jungen Leute bis etwa 25. Zum Teil in Begleitung der Eltern. Mehr Sylter waren dabei, Handwerker, Taxifahrer und die Postboten. Ich hatte meine besten fünf Tage seit Eröffnung der vorletzten Saison. Dreifacher Umsatz trotz Nieselregens, Orkanböen und Ostwindtagen, die sonst nicht gut fürs Geschäft sind. Trend: Bei Nieselregen, Starkwind und feuchter Kälte nehmen Gäste die Suppenschalen gern mit ins Auto. Irgendwann beschlagen die Scheiben.

Niemals, never ever hätte ich gedacht, einmal auf Sylt drei Sorten selbst gemachte Cremesuppen aus einem alten Suppenwagen heraus zu verkaufen. Auch noch vegan, serviert in einer trendigen Schale aus Dänemark, obenauf pflanzliche Sahne gesprenkelt, frische Kräuter dazu und mit Inselbrot in der Serviette. Und Nachschlag, wer will. Dass sich Urlauber bei mir wohlfühlen, dass es ihnen schmecken würde, dass sie mich weiterempfehlen, meine Suppen gar zu Hause nachkochen würden. Dass sie wünschten, ich würde ein Buch schreiben, vielleicht eines mit Rezepten. Ich habe Fantasie, doch solch eine Vorstellung war mir nie in den Kopf gekommen. Und hätte ich vorher gewusst, dass solcherart Food-Wagen, wie ich ihn heute betreibe, auf der Insel eigentlich ohne Ausnahme verboten sind und auch keinen Standplatz bekommen, hätte ich mir mit Sicherheit keinen Imbiss angelacht. Zum Glück bin ich auf eine Art professionell naiv gewesen und wusste das nicht. Wie gut.

Noch in den 1980er- und 1990er-Jahren gab es auf Sylt strandnahe Versorgung einfach durch Buden und Wagen. Stets wirkte alles improvisiert und gangbar gemacht für eine kurze Saison am Meer. Die Leute liebten das. Diese »Budigkeit« samt stapelbarer Plastikstühle ist seitdem verschwunden. Aufgrund neuer insularer Bestimmungen. Dabei fing Großgastronom Gosch ebenso überschaubar an wie ich – Anfang der 1970er-Jahre in einem hölzernen Fisch-Verkaufswagen mit Fahnen darauf. Die Losung auf Sylt lautet mittlerweile: Nur auf Privatgrund stehen – oder Gemeinden laden einen auf temporäre Märkte ein. In Westerland ist es nur gegen eine Tagespacht von circa 250 Euro möglich. Und dann nur zu besonderem Anlass und ohne Essensausgabe an Passanten. Nur für Catering inhouse. Ich wusste das alles nicht. Gut so. Heute stehe ich mit meinem Suppenwagen auf Privatgrund. Auf sehr schönem zudem. Die Inhaber des Dünenhof-Areals in List sind die Sylter Geschwister Mylin, die hier mit Schwedischen Kachelöfen, Antiquitäten, Home Accessoires und historischem Baumaterial handeln. Der Betreiber der hier ansässigen Sylter Eismanufaktur hatte mich herübergelockt. Suppe bräuchte man hier, Mylins wären offen dafür. So ging alles los. Leichter als gedacht. Mindestens einmal in der Woche stehen einzelne Gäste verzückt vor mir. Ich erkenne das schon von Weitem. Sie umkreisen die Bude und den Garten und nähern sich mir erwartungsvoll. Entweder filmen sie gleich drauflos, fotografieren aus der Hüfte oder bleiben andächtig vor der Klappe stehen. Darunter sind auch populäre Foodblogger oder bloggende Gastrokritiker. »Ich darf mal eben Aufnahmen machen, ja? Und eine Viertelportion bitte. Es ist für meinen Koch-Blog« oder »Es ist für meinen Luxury-Reiseblog, Sie verstehen?« Es wird dann gefachsimpelt. Einmal stand ein Gast mit feuchten Augen vor mir und sagte: »Was Sie hier machen, Herr Morell, das ist so wunderbar. Ich bin neidisch. Das muss ich Ihnen sagen. Wenn Sie wüssten, was mir dies hier bedeutet. Ich folge Ihnen auf Facebook. Ich will auch so arbeiten wie Sie. Wie kamen Sie darauf? Was kostet solch ein Wagen? Mein Mann weiß von all dem noch nichts, ich muss es ihm noch beipulen. Es gibt kein Zurück mehr.« Bei solcher Art Gesprächen geht es dann oft um Selbstermächtigung, Hemmschuhe und Knüppel zwischen den Beinen, um Kompromisse und »selbst und ständig«. In meiner Bude mache ich auch Tagespraktika möglich für Leute Ü50, die mit dem Gedanken spielen, sich mit einem Imbiss oder Foodtruck selbstständig zu machen. Sie wollen sich prüfen, es hautnah erfahren. Ich empfinde das als eine Bereicherung. Die Praktikanten tragen Rezepte bei, schnippeln am Morgen mit, kochen selbst und geben ihre Suppe auch persönlich aus. Ich kommuniziere das in den sozialen Medien. Abschmecken tun wir gemeinsam. Zwei Schwestern aus München haben sich daraufhin mit einer Suppenbude selbstständig gemacht. Meine liebe Ex-Kollegin Heidi aus alten Zeiten in der Werbebranche war auch mal für einen Tag dabei. Eigentlich hat sie reichlich Gastro-Erfahrung. Dennoch: Sich aus dem Angestelltenjob heraus selbstständig zu machen war für sie ein großer Schritt. Sie hat es im selben Jahr noch getan – sie servierte in Hamburg vor einem Motorradhandel leckerste Gerichte aus einer roten Bude heraus. Mit Leichtigkeit. Heute macht sie Kochveranstaltungen und betreibt ein Facebook-Format mit wechselnden Co-Kochern.

Für solche Menschen schreibe ich dieses Buch. Für die, die es noch mal wissen wollen, die das Blatt wenden wollen, die »Jetzt erst recht«-Macher, für die umtriebigen Genussgründer und Genießer und die Überzeugungstäter.

Und selbst wenn Sie Ihren Traum nicht realisieren – oder erst viel später als gedacht –, vielleicht erfahren Sie mit diesem Buch etwas mehr über sich. Vielleicht lassen Sie sich auf einen Prozess ein, der Sie zu Ihrem Motiv hinführt, zu Ihrer wahren, echten Motivlage. Dem eigentlichen Schlüssel. Vielleicht wollen Sie etwas realisieren, etwas, das es so noch nicht gibt. Ich fände das schön. Es sollte viel mehr davon geben. Steht Ihre Idee schon oder schauen Sie noch? Was immer Sie damit anfangen, wen immer Sie damit noch mitreißen: Ich teile hier, wie ich selbst es so mache, und illustriere es mit Geschichten. Wenn Ihnen meine Impulse helfen und Sie meine Fragestellungen in Ihrem Tun und Ihrem Entschluss bestärken, dann freue ich mich. Ich möchte gern etwas dazu beitragen, dass Sie wirkmächtig werden und etwas von sich in die Welt bringen. Und ab jetzt duze ich Sie. Oder haben Sie etwas dagegen?

Sie sind nicht von hier …

Im Sylter Sommer werde ich sehr schnell braun. Ich bin viel draußen und meine südländischen Gene beschleunigen die Pigmentierung. So werde ich oft gefragt, woher ich denn wirklich stamme. »Doch wohl nicht von hier. Sie sind kein Friese, das sagt meine Frau auch.« Ich erwidere dann gern: »Aus Bremen.« Die Richtung stimmt schon mal. »Aus der Künstlerkolonie Worpswede im Teufelsmoor« wäre zwar genauer, führt oft jedoch einfach zu weit. Und nicht immer ist Zeit für solche Gespräche. Wie auch immer sich solche Gespräche entwickeln, kommt es jedenfalls meist zu der Frage, wie ich denn auf diese einfache Idee gekommen bin. Die mit der Suppe und dem Wagen. Das ist eine lange Geschichte und rührt an den Themen »Meine Motivlage« und »Mein persönlicher Weg«. Manchmal erzähle ich auch, woher ich komme und was ich sonst so gemacht habe. Dann, wenn es passt. Und dann zäume ich das Pferd von hinten auf. Hier die Langversion, wenn du magst:

Ich bin seit 2001 selbstständig als Unternehmer-Berater tätig. Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Markenpositionierung im Genuss- und Lifestyle-Bereich für kleine und mittelgroße Unternehmungen in herausfordernden Zeiten des Wandels und der Neuausrichtung. Davor arbeitete ich 16 Jahre angestellt – zuletzt über fünf Jahre als PR-Manager einer vielfach ausgezeichneten Hamburger »Multimedia-Agentur«. Eine Zeit lang betrieb ich ein Bio-Feinkostgeschäft im Hamburger Elbe Einkaufszentrum und etablierte ein eigenes Gästehaus an der Schlei. Davor arbeitete ich als Grafik-Designer, Online-Redakteur und PR-Manager in einer Hamburger Werbeagentur, nachdem ich als On-Air-News-Designer bei Sat.1 und als Lehrkraft für Grafik-Design an privaten Hamburger Bildungseinrichtungen tätig war. Ende der 1980er-Jahre war ich in Hamburg Werbeleiter für einige namhafte Musical-Produktionen, nachdem mein Berufsweg als Grafik-Designer und Kundenkontakter in einem Bremer Design-Atelier nach Hochschulabschluss im Fachbereich Visuelle Kommunikation an der Universität Kassel begonnen hatte. Während des Studiums, das ich nach einer Zeit in London auf einem biologisch-dynamischen Landgut und einer landwirtschaftlichen Lehre angefangen hatte, baute ich im Kollektiv das Kasseler Programmkino Filmladen auf und war einige Jahre Ensemblemitglied des Kasseler Aktionstheaters. Aufgewachsen bin ich als ältester Sohn des Künstlers Pit Morell und seiner Frau Rosmarie in Worpswede. In Bremen wurde ich 1960 im Zeichen des Schützen geboren.

»Ach, wie bunt, wie interessant. Wir haben das gelesen auf der Webseite oder in irgendeinem Magazin«, höre ich oft. Auch bei der ganz kurzen Version betone ich – wie auch an dieser Stelle – deutlich: Ich bin nicht meine Story! Genauso wenig, wie du deine Story bist. Ich bin – und du bist – viel mehr jenseits dessen, was über die »Story« definiert zu sein scheint oder sich womöglich darüber offenbart. Selbst der rote Faden, der darin durchscheinen mag, ist nicht die tieferliegende Story dahinter oder gar die Essenz dieser. Im weiteren Verlauf des Buches wird es mehrfach darum gehen, genauer hinzuschauen und hinzuspüren. Auch dahin, was »man« selbst über sich und seine Geschichte so denkt.

Wie klingt deine Story? Egal. Kannst du dir vorstellen, dass deine Story nicht du bist, nicht dein wahres Selbst ist? Dass das weit jenseits dessen ist? Und was das bedeuten würde für deinen zukünftigen Weg?

Die Motivlage ist der Schlüssel

Auf die Frage, wie ich denn darauf kam, diese Bude hierhin zu stellen und solch eine einfache Idee auszuspinnen, antworte ich an meinem Suppentresen gern. Selbst wenn es nur eine Geschichte ist, die ich im Plauderton erzähle. Diese Geschichte bin – wie gesagt – nicht ich, auch wenn sie wahr ist.

Ich beginne dann etwa so: Meine erste Arbeit auf der Insel war eine herausfordernde zusammen mit meinem Bruder Robert-Charles, der in Tinnum eine Metallwerkstatt betrieb. Er hatte einen Auftrag der Gemeinde erhalten, das Quermarkenfeuer in Kampen zu restaurieren, den Leuchtturm Rotes Kliff. Es ging vor allem um den Kopf, das Lampenhaus aus Metall und Glas. Vom aggressiven Klima war es stark korrodiert, vom Salz und Sand waren bereits tiefe Löcher geätzt worden, die Rundscheiben waren teilweise blind und rissig. Ein trauriger Anblick. Der Körper aus 800 Teilen musste vollständig auseinandergenommen, neu beschichtet und teilergänzt wieder oben zusammengesetzt werden. In 14 Meter Höhe. Über ein halbes Jahr haben wir als Brüderpaar daran gearbeitet. Mit enormer Belastung bei Wind und Wetter. Ehrensache für uns.

Als Kinder waren wir Anfang der 1970er-Jahre durch die offen stehende Tür nach oben über die Wendeltreppe gejagt, um den grandiosen Ausblick auf Dünen und Meer zu genießen. Bei einem privaten Grillabend zum Bergfest unterm Turm schwor ich vor allen Anwesenden: »Maurice Morell folgt der Freude.« Das war bewegend. Und so wahr. Ich wusste: Das verpflichtet auch. Bis heute. Macht es keine Freude, schwindet die Leichtigkeit, dann höre ich auf. So ist mein Exit aus dem Suppengeschäft längst vorab durchgespielt. Wenn es keine Freude mehr macht, weiß ich, was ansteht. Loslassen. Es geht mir seither nie darum, im Zweifel durchzuhalten. Es taucht dann etwas Neues auf, das weiß ich. Impulse zeigen sich meist weit davor.

Kannst du dir vorstellen, auch der Freude zu folgen? Wenn nicht, wem oder was würdest du dann nachgehen?

Die Motivlage trägt, sonst gar nichts

Durch puren Zufall kam ich 2017 an eine moderne Küchenmaschine, die alles kann – auch kochen, in Hightech. Auf dem Land traf ich auf nette Damen in einer professionellen Showküche. Marken-Repräsentantinnen in grünen Schürzen zauberten vor launigem Publikum eine Menüfolge. Ganz praktisch präsentierten sie die Maschine, die fast alles kann. Ich konnte sie bei dieser Gelegenheit in die Hand nehmen und die Zubereitung gleich hautnah miterleben. Ich erwarb das Gerät aus Überzeugung und fing gleich an, ganz privat Cremesuppen zu kochen. Die Rezepte fand ich gleich vorne im mitgelieferten Basis-Kochbuch, einem stabil gebundenen Werk in Moosgrün. Es ist so aufgebaut, dass man sich von einfach und lecker bis aufwendig und superlecker durcharbeiten kann. An einen Suppenwagen dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Die Zubereitungen wurden immer besser, die Konsistenz war von einer besonderen Samtigkeit, die Aromen hervorragend im Zusammenspiel, von mir abgestimmt. Eine echte Spargelsuppe schmeckte so wie im Hotel zum Schwan in Bad Karlshafen der 1980er-Jahre. Ich war begeistert und schon im 7. Suppenhimmel und besorgte mir Kochbücher mit Titeln wie Magische Suppen. Ich war also tief im Thema. Den Sommer über ernährte ich mich ausschließlich von Suppen in allen Variationen und ich nahm ab.

Als ich in dieser Zeit am Rantumer Strand als Strandkorbvermieter arbeitete, kam mir die Idee beim Kontrollgang barfuß am Strand. Ich überlegte mir, einen Teil der Saisoneinnahmen zurückzulegen und in einen Suppenwagen zu investieren. Und dieser Wagen würde aussehen wie ein alter Badewagen und im Sand stehen. Mit Rettungsring an der Seite und rotierender Lufthutze am Dach, die vom Wind angetrieben wird. Und mit goldenen Buchstaben über der Ausgabe-Klappe. SYLTER SUPPEN! Ein Klassiker. Der Wagen sollte am besten in Beach-Nähe stehen, ein paar Tischchen davor. Ich wäre Gastgeber und alle fänden es gut. Die Leute hätten Appetit, sie wären an der frischen Luft und das Reizklima besorgte den Rest. Die Leute würden als Gäste zu mir kommen. Mein Motiv: Gastgeber sein, Freude haben. Ich war zuversichtlich, dass der Wagen mittelfristig sehr attraktiv und bald Kult werden würde – und dann mal weitersehen. Ich würde Freude mit dem Wagen haben und ich würde der Verlockung widerstehen, es zum Franchise-Objekt zu machen. Es gäbe auch keine Suppen in Gläsern und auch keinen Prosecco und keinen Hugo-Longdrink wie an der Promenade oder in der Friedrichstraße überall. Im Winter Glühwein vielleicht. Fertig. Davon war ich vorerst beseelt. Bis zum Herbst hatte ich noch keinen geeigneten Wagen im Netz entdeckt. Mein Motiv hat alles bis dahin getragen, ein Gefühl aufgrund einer Vorstellung, eines Bildes. Und es wurde Winter.

Hast du eine Vorstellung davon, was dich wirklich trägt, wenn du solch eine Vision aus dem Nichts umsetzen möchtest?

Finde dein Motiv

Vorweg: Das Motiv Geld – Knete, Penunsen, Asche – trägt nicht. Gerade 100 Meter. Es ist, aus meiner Erfahrung, ungeeignet für ein mittel- und langfristig angelegtes Geschäft. Das mögen andere anders sehen. Mit der Haltung »Von irgendwas muss man ja leben« wird es nichts. Wer ernsthaft sagt: »Ich arbeite nur für Geld«, der sagt in Wahrheit: »Ich lebe nur, um zu essen, zu trinken und zu wohnen.« Das klingt so traurig, das kann keine Magnetkraft entwickeln. Hieraus wird nichts Neues entstehen. Es wird sehr schnell Routine, und Enttäuschung oder eine Pleite oder Knechtschaft sind vorprogrammiert. Geld entsteht dort, wo Mehrwert geboten wird. Wenn du dich also darauf fokussierst, einen großen Mehrwert zu liefern, dann kommt das Geld von ganz allein zu dir. Eine Binsenweisheit? Doch dafür darf Geld erst mal an die zweite Stelle rücken. (Geld wird eh hereinkommen.) Also: Was ist dein Motiv? Was bringst du in die Welt? Was ist deine Antwort auf das Leben? Welche Gabe, welches Talent bringst du mit? Was bedeutet Fülle für dich? Was macht dir richtig Freude? Oder: Was willst du wirklich, wirklich, wirklich? Bei dieser Kardinalfrage erlebe ich oft Schulterzucken beim Gegenüber. Es lohnt sich tatsächlich, hier genauer hinzuschauen, hinzufühlen. Jenseits von Zuschreibungen anderer.

Was hast du immer schon gerne gemacht? Wovon hast du immer schon geträumt? Was hast du irgendwann einmal begraben? Welchen Traum gabst du auf? Du kannst dich auch fragen: Wofür wurde ich früher gescholten oder geschnitten? Wann wurden die Eltern, die Geschwister, das familiäre Umfeld unruhig, wenn du etwas tatest, was dir wichtig und richtig erschien, vielleicht auf fremden Terrains? Was wurde dir verboten oder über Jahre versucht, abzugewöhnen? Für welchen Gedanken, für welches Tun verdrehte das Umfeld die Augen? Ich verrate dir eines: Genau hier liegt ein großer Schatz verborgen. Genau damit kannst du heute Geld verdienen. Wenn es denn darum geht. Hier liegt ein Talent verborgen, eine bedeutende Stärke, etwas Wesentliches.

Die Erlaubnis, es als Erwachsener nun endlich zu tun, in einem förderlichen Umfeld, die kannst du dir nur selbst geben. Was ist deine Motivlage? Etwa: »Ich liebe es, Gastgeber zu sein, ich will die besten Kaffeespezialitäten aus der Siebträgermaschine zaubern, die man im Umkreis von 100 Kilometern finden kann« oder: »Der Geruch von Spänen und Holz und die Geschmeidigkeit von frisch geschliffenen Kanten und Flächen. Das habe ich schon immer geliebt. Ich liebe Holzarbeit. Meine akademische Laufbahn habe ich zur Zufriedenheit meiner Familie ja gemacht. Nun ist mein Traum dran.« Oder: »Reisen, unterwegs sein und davon erzählen. Mir fallen die verrücktesten Geschichten und Recherchen ein, wenn ich reise. Es wird Zeit, dem mal nachzugeben und mich drauf einzulassen, sie zu erzählen.« Oder gar: »Ich bin Suppenkasper und bereite Suppen mit Stern zu, um sie auf Bordsteinkanten-Niveau allen Suppenfreaks ›in da City‹ zu servieren.« Jeder mag hier sein Gefühl, sein Bild selbst in prallen Farben beschreiben.

Die Beispiele klingen jetzt vielleicht nicht für jeden gleichermaßen attraktiv. Es sind Beispiele für eine Benennung. Jeder hat sein ureigenes Motiv, das ihn beseelt. Jeder fühlt das. Es lohnt sich, hier den Raum zu öffnen, ihn weit zu dehnen. Jedes Denken, Tun und Fühlen hat mit dieser Ausrichtung, dieser ureigenen Haltung dahinter zu tun. Daraus speist sich alles. Es ist ein materialisiertes GEFÜHL. Es wird mit der Zeit eine Überzeugtheit, eine Gewissheit und es herrscht dann eine damit verbundene Lebendigkeit vor. Gestaltkraft wird freigesetzt, manchmal ungeahnt und Mensch fühlt sich beseelt und selbstermächtigt wie nie. Er schafft sich einen Spielraum, hier gelten seine eigenen Regeln und er lädt andere vielleicht ein, mitzumachen, den Spielraum zu erweitern. Hier entsteht die eigentliche Magnetkraft, die andere Menschen tatsächlich anzieht und die Kooperationspartner überzeugt, die Geldgeber und Lieferanten inspiriert und motiviert. Die Menschen spüren das einfach (es ist für gewöhnlich eh selten genug) und die Gäste, die Kunden, die Abnehmer zahlen genau dafür. Sie zahlen für das Gesamtpaket. Es wird nie nur für die Tasse Espresso oder die Schale Eintopf gezahlt. Eine Binsenweisheit. Im Kapitel »Moderne Reklame« zeige ich, wie man in die Presse kommt, ohne etwas dafür zu tun, ohne etwas dafür zu zahlen. Das ist eine Art Magie. Der Schlüssel ist: Tu alles mit Herzblut, bewusst, wach, nach deinen Werten, nach deinen Regeln, sei DU. Dann kommt alles wie von selbst. Das musste ich erst mal lernen. Oder alles andere ent-lernen.

Wenn diese Kraft zu spüren ist, ist sie es, die dieses Geschäft antreibt. In welcher Branche auch immer. Welche Umstände auch immer herrschen, die intrinsische Motivlage ist die alles tragende und entscheidende Kraft. Und was daraus folgt, aus ihr hervorgeht, das ist der Erfolg. Und dieser erfolgt – logischerweise, zwangsweise. Es kann ein bis zwei Jahre dauern, bis du die wirtschaftliche Lage als stabil bezeichnen würdest. Und trotzdem kannst du mit einem solchen Geschäft gleich vom Start weg Geld verdienen und Freude dabei haben. Mit Herzblut und inniger Freude und ohne das Gefühl, dich zu verkaufen, Statist im eigenen Film zu sein oder gar etwas zu »müssen«. Müssen, das war mal. In einem anderen Leben.

Kannst du dir vorstellen, wie es ist, dein wahres Motiv zu kennen, es förmlich zu fühlen? Wie könnte Entfaltung für dich aussehen? Was war dein Motiv bis heute?

Mut?
Gut, aber ich bin ja noch nicht so weit …

»Mut ist eine Liebesbeziehung mit dem Unbekannten«, das sagt Osho. Andere sagen: »Mut braucht nur der, der Angst hat.« Beides sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn du bis hierher gelesen hast, dann möchtest du wahrscheinlich etwas bewegen. Du erlaubst dir zumindest, an der Idee von neuer Freiheit zu schnuppern. Bist du denn bereit? An welcher Stelle stehst du? Du würdest auch gern an diesem Gefühl teilhaben? Vielleicht kennst du es bereits – aus alten Zeiten, oder du hast es bei Freunden und Bekannten hautnah miterlebt. Bei Gründern und Selbstständigen, bei Solo-Preneuren … Fein. Vielleicht konntest du bei Gründungen mitfiebern und erlebtest vielleicht auch, dass nicht alles glattlief. Mancher machte zunächst wieder drei Schritte zurück ins vermeintlich sichere Angestelltenverhältnis oder reiste erst mal nach Asien. Ja, das gibt es. Und das ist keine Schande. Und wo stehst du? Arbeitest du noch angestellt und möchtest nicht mehr? Kannst du dir vorstellen, deine jetzige Situation noch fünf Jahre auszuhalten? Wie wäre das? Finde heraus, wann der Punkt wäre, an dem aus Frustration Schmerz würde, ab dem du es nicht mehr verdrängen könntest. Oder du bist frei und weißt noch nicht, wie du es anpacken willst? Nimm in jedem Fall deinen Mut zusammen und gehe gleich auf LOS! Meine Empfehlung.

Du musst nicht gleich Überbrückungsmittel aus Fördertöpfen beantragen. Du brauchst auch keinen Kredit, davon kannst du ausgehen. Es gibt viele Wege, ein solches Projekt wie etwa meine SYLTER SUPPEN zu starten. Egal wo. Es war ja anfangs auch nur ein Gefühl, eine Idee: »Was wäre, wenn …« Doch gleich war bei dieser Vorstellung der Blutdruck oben und die Ideen sprudelten nur so. Erlebe du das auch. Selbst wenn du noch angestellt bist oder dich auf Warteposition erlebst, etwa als Rentenanwärter oder Vorruheständler, oder du von Rücklagen lebst oder gerade ein Sabbatical machst.

Die Kunst ist, es schon zu leben, obwohl noch nichts fassbar da ist. Andere nennen es: »Fake it till you make it.« Meinetwegen. Ich entschied für mich, niemandem etwas von meinem Projekt zu erzählen und den Zeitpunkt für mein »Wer nichts wird, wird Wirt«-Outing bewusst zu wählen. Wenn der Entschluss gereift war und der Wagen Formen annahm. Zu früh damit rauszugehen raubt dem Projekt Energie, so meine Erfahrung.

Spring erst einmal hinein in diese Welt. Was würde dich unterstützen? Was würde dir begegnen?

Spring hinein ins Feld!

Das Ziel, das wir mit dem Neuen verbinden, muss hochattraktiv und überaus wertvoll für uns sein, weil es ureigene Bedürfnisse erfüllt. Es ist sonst aufgesetzt, unecht, ohne Wirkkraft. Es geht letztlich um ein gutes, ein fantastisches, ein tragendes Gefühl. Ich kann mir die tollsten Bilder im Kopf ausmalen, visionieren, verwerfen, neu malen und mich daran erfreuen. Noch wichtiger ist das Gefühl, das ich habe, wenn ich meinen Traum jetzt bereits leben würde. Kann ich mir das real vorstellen? Kann ich das fühlen? Bekomme ich Gänsehaut, einen süßen Stich in den Magen, ins Herz, könnte ich platzen? Das Bild reicht nicht, es kann zwischendurch ermatten oder in fahlem Schwarz-Weiß daherkommen. Das Gefühl des zu erreichenden Zustandes kann auch im jetzigen Moment und jederzeit gefühlt werden. Darum geht es. Wie will ich mich fühlen? Noch mal: In welchem Zustand will ich mich befinden, wenn ich den Alltag im Neuen lebe? Wenn ich im Werdungsprozess zweifele, hilft mir die Erinnerung an dieses Gefühl immer weiter. Ich kann mich jederzeit in dieses Seinsgefühl hineinbegeben, sollte ich vom Weg abkommen. Bei Entscheidungen frage ich mich heute stets: Macht es mein Leben leichter? Fühle ich mich besser? Macht es mein Leben schöner? Gibt es meinem Lebensgefühl einen Boost? Es ist eben kein Spruch: »Dort, wo die Freude ist, geht es lang.« Kein Widerspruch hierzu ist: »Da, wo die Angst ist, da geht es lang, da gehe durch.« Das stimmt genauso, steht jedoch in einem anderen Kapitel. Wie bringe ich mich – wo ich doch noch gar nicht so weit bin – in dieses Gefühl, als sei es schon so weit und als könne ich an diesem Seinszustand bereits teilhaben und ihn bereits jetzt ausdrücken? Ich möchte zeigen, wie ich es damit hielt:

Ich habe mich mit Suppe und deren Zubereitung beschäftigt. Etwas unschuldig, fast naiv. Ich habe Kochbücher bestellt, habe mir in der Küche eine Suppenbuch-Bibliothek eingerichtet, mir Schöpflöffel schenken lassen. Ich habe gekocht und gekocht, habe woanders Suppen probiert. In Lüneburg, in Hamburg, in Bremen und Flensburg und in Berlin. Ich habe mit Suppenköchen und – köchinnen gesprochen, gefachsimpelt. Am liebsten hätte ich mich hinter die Theke gestellt und mitgemacht. Welch Freude! Diese Offenheit.

Ich kenne Leute, die sich am Anfang ein Zimmer, einen Schrank oder einen Schuhkarton zu ihrem Lieblingsthema eingerichtet haben. Mit einem Pappmodell des Foodtrucks oder eines Pop-up-Stores, mit Gewürzmischungen, mit Zeichnungen, Fotos von Lieblings-Foodtrucks, von Hippie-Anhängern und stromlinienförmigen Imbissen. Einige fingen früh an, Profi-Töpfe und Pfannen zu kaufen. Sie hielten sich auf Märkten auf, auf Festivals, die meist eine Foodtruck-Area oder Food-Zone anbieten. Auch gibt es zahlreiche Foodtruck-Karawanen, die durchs Land ziehen und auf Marktplätzen Station machen. Da lohnt sich die Recherche auf Google und Facebook. Hier kann man sich an seine Sehnsucht andocken, mal probieren, an dieser Welt schnuppern, die Aromen einsaugen, diese Begeisterung aufnehmen und von der Zukunft träumen. Sich die eigene vorzustellen fällt mittendrin umso leichter. Man glaubt es dann auch. Egal, ob man noch angestellt ist oder freigestellt oder arbeitslos gemeldet. Dieses Umfeld der Träume zu kultivieren, mich dort hineinzubegeben, davon kann mich keiner abhalten.

Auf Netflix und auf Arte gibt es wunderbare Doku-Serien zum Thema Streetfood. Asien, USA, Europa – über die Menschen dahinter. Die Beiträge tun gerade dann gut, wenn wieder Zweifel aufkommen. Diese Tipps und Impulse poste ich auch auf Facebook oder auf meiner Webseite. Meine Suppen-Webseite war weit vor meinem Wagen fertig und über Google bereits findbar. Als sei alles schon fertig. In der Werkstatt hatte ich bereits das Innenleben und Kochsituationen fotografiert. Mit geschnippeltem Gemüse, Küchenmessern und dampfenden Rechauds. Das war wichtig für mich, hier schon fertig zu sein. Um es selbst zu glauben, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken. Am besten gehst du aber, wie gesagt, nicht zu früh mit deiner Vision spazieren und berichtest deinem nahen Umfeld davon nicht zu früh. Es kann kontraproduktiv sein. Es kann Enttäuschung provozieren. Man wird groß angeschaut, gar ausgelacht, selbst die Liebsten verdrehen die Augen, andere werden wütend oder mahnen. Wieder zieht man die Handbremse fest an, die man gerade für die freie Bahn gelöst hatte. Gern möchte man auf diese Erfahrung verzichten. Ich selbst habe aus solchen Situationen gelernt.

Erst einmal brauchte ich einen Wagen. Ich suchte drei Monate, sah viele patinöse, verbeulte Exemplare. Auch sehr schöne Bäckerei-Hänger mit Kühlzonen plus viel Fensterfläche. In einen hatte ich mich verliebt, er verfügte über eine automatisch ausklappbare Ausgabeluke und war sehr gut in Schuss. Es wurde nichts. Insgesamt waren die Preise gepfeffert für eher mittelmäßige Angebote. Je nostalgischer, desto teurer, oder die neusten Objekte waren so steril in der Ausstrahlung, dass sie von vornherein ausgeschlossen waren. Interessant waren Bierwagen aus den 1970ern, Exoten aus der Türkei und Selbstbauten aus Holz. Meist ohne Papiere und nur aufwendig zu transportieren. Hütten mit Rollen darunter, nur transportabel auf Spezialanhängern mit Rampen. Danke nein. Die schönsten kleineren mit drei bis vier Meter Länge (jeder Meter kostet später Pacht) waren bei näherer Betrachtung total verbaut und instabil oder teilverrottet. Interessant, was unter »Foodtruck« oder »Imbisswagen«, »Suppenwagen« oder »Marktwagen« so angeboten wird. Mein Budget für einen Wagen samt Ausstattung lag bei 3000 Euro. Mehr hatte ich nicht. Und dann hat es geklappt.

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