Arrowood - In den Gassen von London

Arrowood - In den Gassen von London

Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …  

»William Arrowood ist keinesfalls perfekt, aber sympathisch, und die Geschichte bewegt sich rasant von Gefahr zu Gefahr und Twist zu Twist.«
The Times

»Mick Finlay gelingt mit dem Start seiner “Arrowood“-Serie eine Mischung aus Spannung, Komik und historischen Hintergründen.«
WDR 4

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Arrowood - In den Gassen von London

Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …  

»William Arrowood ist keinesfalls perfekt, aber sympathisch, und die Geschichte bewegt sich rasant von Gefahr zu Gefahr und Twist zu Twist.«
The Times

»Mick Finlay gelingt mit dem Start seiner “Arrowood“-Serie eine Mischung aus Spannung, Komik und historischen Hintergründen.«
WDR 4

Erscheinungstag: Mi, 01.08.2018
Erscheinungstag: Mi, 01.08.2018
Bandnummer: 100128
Bandnummer: 100128
Seitenanzahl: 400
Seitenanzahl: 400
ISBN: 9783959671743
ISBN: 9783959677479
E-Book Format: ePub oder .mobi

Dieses E-Book kann auf allen ePub- und .mobi -fähigen Geräten gelesen werden, z.B.
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Mick Finlay wurde in Glasgow geboren und verbrachte seine Kindheit in Kanada und England. Er arbeitete als Marktverkäufer in der Portobello Road, in einem Wanderzirkus, als Schlachtergehilfe, als Portier und in verschiedenen Positionen im (…)

Kundenbewertungen

Sherlock war gestern... - 08.10.2018 20:49:41 - Beautyglace

Eine junge französische Fotographin bittet Arrowood um Hilfe, als ihr Bruder plötzlich verschwindet. Dummerweise hat er genau in der Spelunke der Cream Brüder gearbetet, bei denen Arrowood schon von einem anderen Fall in Ungnade gefallen ist. Sich dort blicken zu lassen, könnte lebensgefährlich sein, wodurch sich Barnett und Arrowood was anderes einfallen lassen müssen um an Informationen zu kommen. Die Freundin des verschwundenen Bruders, Martha scheint mehr zu wissen.

Ich hatte mir mehr erhofft ... - 02.10.2018 21:34:55 - Papier und Tintenwelten

Von “Arrowood – In den Gassen von London” hatte ich mir eine spannende und atmosphärische Geschichte versprochen. Leider war die Story sehr, sehr langatmig und auch die fesselnden Momente waren mir viel zu rar gesät. Das Potenzial konnte ich durchaus erkennen, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt.

Meine Bewertung: 2,5 von 5

Wer braucht schon Holmes? - 20.09.2018 20:52:49 - Books for life

Eine junge Frau ersucht Arrowood um Hilfe, da sie ihren Bruder vermisst. Sie befürchtet, dass er Ärger bei seiner Arbeitsstelle hatte.
Da dort auch gewaltbereite Gesellen ein- und ausgehen, machen sich Arrowood und Barnett auf das Schlimmste gefasst.

Mick Finlay schafft es, neben seinem fiktiven Plot und der Entwicklung der beiden Hauptfiguren meisterhaft, noch weitere schillernde Charaktere sowie ein Sittenbild der damaligen Gesellschaft so zu zeichnen, dass man auch mit “dem Volk” mitleidet.

Ein äußerst vielversprechender Auftakt! - 17.09.2018 09:32:56 - Reading makes me feel like...

Mit einem herrlich amüsanten Ermittlerduo ins dunkle viktorianische London - sympathische Charaktere und ein interessanter Fall (wenn auch mit einigen Längen) sorgen definitiv für Unterhaltung!
https://readingmakesmefeellike.blogspot.com/2018/09/rezension-arrowood-in-den-gassen-von.html

Komplexer und historisch sehr atmosphärischer Englandkrimi, der auf geniale und humorvolle Weise mit Sherlock Holmes-Elementen spielt. - 13.09.2018 07:48:07 - Betsy

London 1895: Wenn man sich den berühmten Sherlock Holmes nicht leisten kann oder dieser mal wieder einen Fall ablehnt, weil er nicht interessant genug klingt, dann geht man zu William Arrowood, seines Zeichens ebenfalls Privatdetektiv und absolut kein Fan von seinem erfolgreicheren Berufskollegen. Auch diesmal findet eine verzweifelte junge Frau den Weg zu Arrowood und seinem Assistenten Norman Barnett. Sie bittet sie um Hilfe ihren verschwundenen Bruder wieder zu finden, doch was auf den ersten Blick sehr einfach klingt, mündet alsbald in so einigen gefährlichen Begegnungen, besonders als jemand ermordet wird, der scheinbar zu viel wusste. Ihr Fall führt sie dabei nicht nur in zwielichtige Gegenden und finstere Gassen mit unangenehmen Spießgesellen, sondern auch in noblere Ecken Londons mit hohen Regierungsmännern. Unterdessen wird in der Zeitung einmal mehr in den höchsten Tönen von Sherlock Holmes geschwärmt, was Arrowood einmal mehr schwer auf den Magen schlägt und zusätzlich taucht auch noch seine engagierte Schwester auf, die den Haushalt Arrowoods ebenfalls ordentlich aufmischt.

Die Geschichte beginnt recht gemächlich, gibt aber gleich von Beginn an ein sehr atmosphärisches Abbild der damaligen Zeit, vor allem in Hinblick auf die weniger glamourösen Seiten der Stadt, wo das Verbrechen und die Brutalität ebenso Teil des Lebens sind wie Prostitution, Betteln und die mangelnden hygienischen Verhältnisse.

Arrowood ist hier ein ziemlich abgehalfterter und wenig vom Glück verwöhnter Privatdetektiv, für den allein schon der Name Sherlock Holmes pures Kryptonit ist und dessen Erwähnung bei ihm zu unangenehmen Folgen führen kann. Der Autor baut in seine Geschichte sehr geschickt und unterhaltsam eine große Menge an bekannten und, je nachdem wie gut man die Geschichten aus der Feder Sir Arthur Conan Doyles kennt, weniger bekannte Parallelen aus der Welt von Sherlock Holmes ein, die hier zugleich aber auch mitunter recht konträr zum Original ausfallen, wie etwa Arrowood, der mit der eleganten und ordentlichen Erscheinung, sowie der kühlen englischen Art von Sherlock eher wenig gemein hat, sondern vielmehr das Gegenteil davon ist, also quasi der Anti-Sherlock Holmes.

Wir erleben hier Figuren mit Ecken und Kanten inklusive Laster und teils sogar unappetitlicher Züge, die dafür aber umso authentischer wirken und dem Leser so einige unterhaltsame Momente schenken, wie etwa, wenn Barnett mal wieder unfreiwillig zum Prügelknaben wird. Arrowoods Art ist zwar anfänglich ein wenig eigenwillig und gewöhnungsbedürftig, doch er hat das Herz am rechten Fleck und erlangt mehr und mehr Sympathien beim Leser, während man Barnett mit seiner ruhigen und besonnen Art vom ersten Augenblick an sehr zugetan ist, der Arrowood oftmals geschickt zu lenken versteht und aktiv ins Geschehen eingreift, wo Watson oftmals recht passiv und blass neben Holmes bleibt. Nach und nach erfährt man mehr über ihre jeweiligen privaten Lebensumstände und ihre Charaktere erhalten immer mehr an Tiefe. Zusätzlich sorgen aber auch Arrowoods Schwester, die sich für die Armen der Stadt engagiert und Neddy, ein kleiner Junge, der für Arrowood so manche Aufgaben übernimmt, aber auch die ganzen anderen Charaktere aus den verschiedensten Bereichen des Londoner Lebens dafür, dass die Geschichte so lebendig wird.

Hier geht es weit weniger zivilisiert zu als bei Holmes und auch unsere beiden Ermittler machen sich durchaus die Hände (und mehr) schmutzig und greifen zu nicht gerade zimperlichen Mitteln, wenn es die Situation erfordert, dabei werden aber auch sie nicht vor rohen Übergriffen geschont. Mitunter geht es wirklich recht brutal zu, allerdings wird das Ganze dann auch immer wieder aufgelockert durch eine Prise Humor und auch gefühlvolle Momente fehlen dann natürlich nicht. Alles in allem eine rundum gelungene Mischung, die sich hier gekonnt die Waage hält.

Die Handlung braucht zwar etwas um echte Spannung aufzubauen und lange Zeit scheint man nicht so recht von der Stelle zu kommen was die Ermittlungen betrifft, die immer komplexer werden, aber es gibt im weiteren Verlauf dann so einige überraschende Wendungen und dank der zahlreichen Verwicklungen und undurchsichtigen Figuren ist man mehr als gespannt darauf wie es enden wird. Das Ganze erfordert aber durchaus ein konzentriertes Lesen, um nicht den Überblick zu verlieren. Zum Ende hin, wo man schon gar nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht, folgt ein würdiger Showdown und eine lückenlose Aufklärung, was man als Leser kaum noch für möglich gehalten hätte. Gernell wird alles schön zu einem Abschluss gebracht.

Was Mick Finlay überdies großartig gelingt, ist, dass man am Ende durchaus nicht unbeeinflusst von Arrowoods kritischen Argumenten gegenüber Holmes ist und anfängt sich sogar auf dessen Seite zu schlagen, weil die Sympathien natürlich auf Seiten des Underdogs liegen und er gar nicht mal so unrecht hat, wenn man es aus seiner Sichtweise betrachtet.

Fazit: Ein Krimi der recht unspektakulär beginnt, aber bald nur noch schwerlich aus der Hand zu legen ist. Dies ist sowohl dem atmosphärischen Setting, den Figuren, der humorvollen Note, den vielen Sherlock Holmes Elementen und dessen ständig vorhandene Präsenz im Hintergrund, den teils versteckten Anspielungen (wie etwa der Deckname Arrowoods), der hineinfließenden privaten Ebene und dem dicht gesponnen Fall geschuldet, der so einige Überraschungen bietet und mit einer rundum zufriedenstellenden Auflösung überzeugen kann. Zugleich hat man hier Arrowood, Barnett und Co. am Ende so ins Herz geschlossen, dass man natürlich erfahren will wie es mit den Figuren weitergeht, die unperfekt perfekt sind. Ich habe definitiv Feuer gefangen und freue mich auf die Fortsetzung, da ich Band 1 wirklich genossen habe. Für Fans historischer Englandkrimis absolut empfehlenswert!

Holmes origineller schmutziger Konkurrent - 11.09.2018 21:01:20 - mrs rabes bookaccount

Wir schreiben das Jahr 1895. In den Gassen Londons wird der junge französische Konditor Thierry vermisst. Seine Schwester beauftragt den Detektiv Arrowood mit der Suche nach ihm. William Arrowood und sein Assistent Barnett sind bald verstrickt in die kriminellen Machenschaften Mr. Creams, ihrem Feind und Widersacher, und dessen Handlangern. Der Fall des verschwundenen Franzosen weitet sich zusehends aus, doch Arrowood vermag auf seine ausgefuxte Art meist nur Barnett und andere Gehilfen in Gefahr zu bringen.
Mick Finlay hat mit William Arrowood einen wunderbaren, originellen vulgären, schmutzigen Konkurrenten zu Sherlock Holmes geschaffen. Kein gutes Haar lässt der beleibte, trinkfreudige Choleriker Arrowood an seinem blasierten Branchenkollegen, verachtet dieser doch Holmes Methoden und interpretiert einige der Fälle Holmes auf neue amüsante Weise.

Atmosphärisch und dicht beschreibt der Autor die viktorianische Szenerie, man meint nahezu mittendrin im Schmutz der verkommenen Hinterhöfe zu sein, in den schäbigen Pubs mitzutrinken und mit Ettie, Arrowoods strenger Schwester, gegen die Armut zu kämpfen.
Dieser historische Krimi bereitete mir großes Lesevergnügen, ich glaube man darf auf mehr hoffen.

Arrowood vs Holmes - 04.09.2018 19:19:11 - Sassenach123

Arrowood vs Holmes

Arrowood - In den Gassen von London von Mick Finlay

Der Privatdetektiv William Arrowood schaut neidisch auf seinen Kollegen Sherlock Holmes. In seinen Augen ist dieser nicht halb so schlau wie alle denken. Fakt ist, Holmes ist die zahlungskräftigeren Kunden, da er sich in besseren Kreisen bewegt als Arrowood.

Als eine junge Französin Arrowood und seinen Gehilfen Norman Barnett um Hilfe bittet, sind die beiden aus Geldnot gezwungen den Fall anzunehmen. Miss Cousture vermisst ihren Bruder Thierry, der zuletzt im Barrel of Beef gearbeitet hat. Mit dem Besitzer haben die zwei sich in einem früheren Fall bereits angelegt, ihm erneut auf die Füße zu treten, könnte gefährlich werden.....

Dieser Kriminalfall ist sehr spannend und humorvoll. Arrowood ist ein Unikat, es war eine erfrischende Abwechslung ihm und seinem Gehilfen, der den Leser durch die Geschichte führt, zu folgen.
Der Fall führt die beiden mitten in die Gangsterszene des Stadtteils, und hält einige interessante Wendungen parat. Seine offene Feindseligkeit gegenüber Sherlock Holmes, heizt die Story enorm an, da der kauzige Ermittler mit seiner Meinung nicht hintern Berg hält.
Aber natürlich hat jeder Detektiv ein Privatleben, auch wenn dafür neben eines Falls nicht viel Zeit bleibt. Der Autor zeigt dem Leser auch diese Seite. So hegt Arrowood die Hoffnung, sich mit seiner Frau Isabel wieder aussöhnen zu können. Und auch Barnett hat sein Päcklein zu tragen. Ettie, die Schwester des Detektiv, ist kurzfristig in die Wohnung mit eingezogen, und bringt ihren Bruder häufig zur Weißglut.

Alles in allem ein Krimi der mir viel Spaß und einen interessanten Fall beschert hat. Einige Fragen blieben offen, von daher hoffe ich auf einen weiteren Fall dieses Team aus dem Süden London.

Mysteriöse Todesfälle im dunklen London - 03.09.2018 19:01:56 - Nina‘s Bücherbasar

Arrowood ist ein Buch wie für mich gemacht! Ein Setting im altertümlichen London zur Zeit Jack the Rippers? Traumhaft! Ein Protagonist im Zwist mit Sherlock Holmes höchst persönlich? Einfach nur herrlich! Und dann tauchen nach und nach auch noch immer mehr Leichen auf und mein Nerd-Herz schlägt immer höher.
Ein tolles Buch mit tollen Protagonisten aber einigen Längen.
Mehr unter:
https://buecherbasar.blogspot.com/2018/09/rezension-arrowood-in-den-gassen-von.html

Zwei außergewöhnliche Detektive, die Sherlock Holmes ebenbürdig sind, Bravo!! - 03.09.2018 14:20:34 - mesu

Die Geschichte um die beiden Detektive Arrowood und Barnett ist richtig gut gelungen. Sie spielt im viktorianischen London und das Flair der damaligen Zeit begleitet den Leser auf seiner spannenden Reise durch die Metropole.
Der Fall um den verschwundenen Bruder der Französin Caroline ist keine leichte Aufgabe für die beiden Ermittler und es gibt immer neue Verwicklungen und gefährliche Situationen, denen sie sich stellen müssen.
Arrowood muss sich außerdem ständig mit dem berühmten Sherlock Holmes messen, da ergeben sich oft amüsante Augenblicke in der Geschichte. Doch er hat seine eigenen, nicht immer legalen Methoden, die ihn zum erwünschten Erfolg führen.

Eine Kriminalgeschichte die absolut lesenwert ist und der hoffentlich noch weitere Bücher folgen werden.

Unterhaltsamer Krimi in klassisch-britischem Stil - 02.09.2018 12:29:22 - Sigismund von Dobschütz / Buchbesprechung

Historische Kriminalromane liegen im Trend. So überrascht es nicht, dass auch der schottische Autor Mick Finlay sein Krimidebüt „Arrowood – In den Gassen von London“, auf Deutsch im August beim Verlag Harper Collins als Taschenbuch erschienen, ins Jahr 1895 verlegt. Doch Finlay hat eine nette literarische Überraschung: Seine Hauptfigur, der Privatermittler William Arrowood ist gewissermaßen der „Antiheld“ einer Epoche, in der ganz London vom berühmten Meisterdetektiv Sherlock Holmes begeistert ist, jener von Arthur Canon Doyle geschaffenen Kunstfigur.
In Finlays Krimi erzählt uns Arrowoods Assistent Norman Barnett von den Ermittlungen seines Arbeitgebers. Deutliche Parallelen zu Holmes' Freund und Mitarbeiter Dr. Watson, der dessen Erfolge in der Zeitung rühmt, sind unverkennbar. Doch während Holmes von der Öffentlichkeit gefeiert wird und von der Polizei zu schwierigsten Kriminalfällen hinzugezogen wird, muss sich William Arrowood, ein arbeitslos gewordener Zeitungsreporter, mit eher zweitklassigen Fällen abmühen und für jene Auftraggeber arbeiten, die sich einen Holmes finanziell nicht leisten können.
Zu seinem großen Ärger ist Arrowood immer wieder gezwungen, sich mit Holmes vergleichen lassen zu müssen, spricht er diesem doch jegliche Genialität ab. Im Gegenteil: Er beschuldigt Holmes sogar, oberflächlich zu arbeiten und nur zufällig zu richtigen Ergebnissen zu kommen, während er, Arrowood, der doch die Theorien Darwins verinnerlicht hat, die Psyche aller am Fall Beteiligten durchleuchtet und Indizien sorgsam abwägt. Dies wisse niemand ausreichend zu würdigen, ist Arrowood betrübt.
Auch sein aktueller Fall scheint nicht geeignet zu sein, Arrowood berühmt zu machen, obwohl der anfangs noch einfach erscheinende Auftrag, einen vermissten jungen Franzosen zu finden, im weiteren Verlauf viele Geheimnisse birgt und die Zahl der Ermordeten wächst. Die Merkwürdigkeiten häufen sich und Arrowood entfernt sich immer mehr vom eigentlichen Auftrag, dass ihn sogar sein ergebener Assistent Barnett mahnt, darauf zurückzukommen. Doch es ist zu spät: Arrowood steckt mit seinen Ermittlungen längst in den Tiefen der Londoner Unterwelt, deren Verbindungen bis in höchste Regierungskreise reichen.
Mick Finlays schriftstellerisches Debüt ist eine unterhaltsame, locker geschriebene Lektüre in klassisch-britischem Stil, voller Zeitkolorit und Humor - mit interessanten Charakteren, die gerade wegen ihrer Makel so sympathisch sind. Auch sein William Arrowood ist nicht perfekt, also genau das Gegenstück zu Sherlock Holmes: Arrowood ist keine elegante Erscheinung, sondern recht korpulent, ist nicht wie sein in der Baker Street lebender Kollege wohlhabend, sondern bewohnt, in ärmlichen Verhältnissen in schlechter Wohngegend lebend, gemeinsam mit seiner Schwester Ettie einige Zimmer hinter einem Ladengeschäft.
Natürlich löst auch Finlays „Antiheld“ schließlich seinen stellenweise unübersichtlich wirkenden Fall durch Kombinationsgabe, wenn ihm auch gelegentlich zur eigenen Überraschung Zufall oder Schicksal zu Hilfe kommen. „Nobody is perfect“ gilt eben auch für William Arrowood und seinen Assistenten, der sich sogar manchmal verprügeln lassen muss. Aber genau dies macht sie beide uns Lesern so sympathisch. Wir dürfen uns wohl schon jetzt auf einen zweiten Band freuen, denn in Großbritannien erschien dieser bereits im Februar mit dem Titel „The murder pit“.

Anti-Holmes mit viel Potenzial - 31.08.2018 11:22:35 - Teewurst

„Dieser Fall hat uns ausgesucht, Barnett. Das ist unsere Chance, alles richtig zu machen.“ Das sagt Detektiv William Arrowood zu Norman Barnett, seinem Partner, nachdem die Französin Caroline Cousture sie um Hilfe ersucht hat. Die macht allerdings einen Fehler: Sie äußert, dass sie Sherlock Holmes für den berühmtesten Detektiv der Welt hält. Das schmeckt Arrowood gar nicht: „Das Äußere kann trügen, Miss Cousture. Holmes ist berühmt, weil sein Assistent Geschichten schreibt und verkauft. Er ist ein Detektiv mit einem eigenen Chronisten. Aber was ist mit den Fällen, von denen wir nie erfahren?“ Er sei nicht eifersüchtig auf Sherlock Holmes, behauptet Arrowood. „Ich bemitleide ihn. Warum? Weil er mit deduktiven Methoden arbeitet. Er nimmt kleine Hinweise und plustert sie auf.(…) Ich arbeite mit Emotionen, nicht mit Deduktionen.“


Unter uns: Arrowood ist eine ziemliche Diva und hat optisch wenig mit dem elegant wirkenden Gentleman auf dem Cover gemein. Sein Partner Barnett beschreibt ihn als übergewichtigen Mann mit einem unförmigen, vernarbtem Schädel, schütterem Haar und viel zu kleinen Schuhen, der sich immer wieder von seinen Emotionen leiten lässt - im Comic würde ihm Dampf aus den Ohren kommen. Aber gerade das macht für mich den Reiz des selbsternannten Anti-Holmes aus. Denn seine aufbrausende Art hat auch eine herrliche Komik, die schön im Zusammenspiel mit Barnett, aber fast noch schöner im Austausch mit Arrowoods Schwester Ettie zu Tage tritt. Die hat sich nämlich kurzerhand bei ihrem Bruder einquartiert und macht ihm regelmäßig Feuer unter dem Hintern.

Und auch Barnett ist weit entfernt davon, ein unterwürfiges Helferlein zu sein, sondern kommentiert das Verhalten seines Kompagnons trocken und schonungslos, arbeitet ziemlich selbstständig und befreit Arrowood aus so mancher misslichen Lage. Gleichzeitig merkt auch Arrowood, wenn er zu weit gegangen ist und entschuldigt sich auf seine Weise bei Barnett, nämlich mit Schinkenmahlzeiten. Man merkt es vielleicht: Ich bin ziemlich begeistert von den beiden Hauptfiguren. Den beständigen Vergleich und das aberwitzige Bestreben Arrowoods, sich von dem ungeliebten Zeitgenossen Sherlock Holmes abzugrenzen, finde ich unterhaltsam und charmant. Zudem versteht es der Autor Mick Finlay meisterhaft, die düsteren Seiten des viktorianischen Londons mit Armut, Verbrechen und Gewalt zu beschreiben, in denen sich Menschen behaupten müssen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Dazu gehören definitiv auch Arrowood und Barnett, die beide ihr Päckchen zu tragen haben.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten: Denn hinter dem vermeintlich simplen Auftrag, den verschwunden Bruder der Französin zu finden, verbergen sich Verquickungen und Verstrickungen ungeahnten Ausmaßes. Lange tappt man als Leser im Dunkeln, es sind einfach sehr viele handelnde Personen und Organisationen, die eine Rolle spielen. Der Fall ist ungeheuer komplex - für mich persönlich beinahe zu komplex, ich musste zum Schluss hin mehrmals zurückblättern, um die Agierenden zuordnen zu können. Aber die Auflösung ist überraschend wie schlüssig - ich möchte gerne mehr von Arrowood und Barnett lesen, die beiden haben viel Potenzial. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt vergebe gerne vier gute Portionen Opiumessig.

Es muss nicht immer Sherlock sein - 28.08.2018 13:43:38 - Fornika

„Ich arbeite mit Emotionen, nicht mit Deduktionen“
William Arrowood hat es aber auch wirklich nicht leicht, schließlich muss er sich immer wieder mit Sherlock Holmes vergleichen lassen. Beide sind Privatdetektiv im viktorianischen London, doch nur Holmes ist der breiten Masse als brillanter Detektiv bekannt. Doch Arrowoods Arbeit kann sich sehen lassen, und auch sein neuester Fall, das Verschwinden eines französischen Bäckers, verspricht Rätsel aufzuwerfen.

Mick Finlay hat mich mit seinem ersten Band um Arrowood und seinen Assistenten Barnett schnell überzeugt. Das Setting im London des 19ten Jahrhunderts gefällt mir sehr, die Stimmung und Atmosphäre wird sehr gut rübergebracht. Arrowood als Hauptfigur hat wirklich Potential, er wirkt nicht wie ein billiger Abklatsch von Sherlock, sondern ist eine eigenständige Figur mit vielen Eigenheiten. Natürlich drängt sich der Vergleich zu Holmes immer wieder auf, der Autor versteht es ganz wunderbar daraus einen running gag zu machen, und lässt Arrowood auch mal dessen Fälle analysieren. Aber auch Barnett ist nicht nur ein nötiges Anhängsel, sondern eine Figur mit Ecken und Kanten. Die beiden harmonieren als Team ganz wunderbar, ergänzt durch ebenfalls liebevoll gestaltete Nebenfiguren wie Arrowoods taffe Schwester oder den Laufburschen Neddy. Der Fall entwickelt sich ganz anders als man zuerst vermutet und sorgt für einige Überraschungen; leider wird nicht alles ganz stimmig aufgelöst, aber das ist zu verschmerzen. Finlay schreibt nicht mutwillig brutal, zeigt aber an einigen Stellen die nötige Härte, was sehr authentisch wirkt. Sein Stil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Mir hat dieser erste Fall sehr gut gefallen, und ich bin sehr gespannt was Arrowood und Barnett noch für zukünftige Probleme lösen müssen.

In Konkurrenz zu Holmes und Watson - 25.08.2018 18:50:10 - cyrana

London 1895, William Arrowood und Norman Battletree sind Detektive - und werden ständig mit Sherlock Holmes verglichen, was besonders Arrowood natürlich ärgert. Denn er ist nicht so berühmt, aber Holmes ist ja auch nur so berühmt, weil Watson nur über die erfolgreichen Fälle berichtet und wer weiß schon, was Sherlock Holmes alles nicht geschafft hat? Arrowood verlässt sich nicht auf Deduktion, sondern - wie er es nennt - auf Emotionen. Und den Rest der Arbeit muss Barnett machen. Oder der Gassenjunge Neddy. Ein interessantes Ermittlerduo, das im ärmlichen Teil Londons arbeitet. Der Fall erscheint erst recht einfach: sie sollen für eine Französin ihren verschwundenen Bruder wiederfinden. Doch der hat in übler Gesellschaft gearbeitet und der Fall ist viel verzwickter als gedacht. Neben dem Kriminalfall erhält man Einblicke in das Alltagsleben der ärmeren Bevölkerung und in so manch eine Intrige. Ein gelungener Krimi.

Wer ist schon Sherlock Holmes? - 24.08.2018 12:31:15 - Gavroche

William Arrowood und sein Assistent Norman Barnett haben es als Privatdetektive in London nicht leicht, denn sie stehen in Konkurrenz zu keinem anderen als dem berühmten Sherlock Holmes, der durch die Berichte von John Watson in aller Munde ist. Doch Arrowoods Methode ist eine andere und er beklagt sich ein ums andere Mal, dass Watson ja nur über erfolgreich abgeschlossene Fälle berichtet. Mick Finlay arbeitet hier ganz gekonnt weitere "Seitenhiebe" ein, so heißt einer der Ermittler bei Scotland Yard Coyle.
Der Fall, den Arrowood und Barnett übernommen haben, ist komplizierter als gedacht. Eigentlich sollen sie nur für eine junge Französin ihren verschwundenen Bruder auffinden. Doch Thierry ist unauffindbar und auf der Suche geraten die beiden Detektive so manches Mal in Gefahr. Und der Fall ist viel komplexer als zuerst gedacht.
Mick Finlay hat mich mit diesem intelligenten Krimi vollends überzeugen können. Eine gute Geschichte mit vielen Seitenhieben, interessante Ermittler und eine gute Darstellung von London im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Der neue Holmes - 23.08.2018 10:45:06 - Buechermauschen

Arrowood - in den Gassen von London ist der erste Teil der neuen Krimi Reihe von Mick Finley .


1895 , William Arrowood ist Privatdetektiv im Süden Londons . Er ist der Sherlock Holmes für die Arme Gesellschaft . Er ist ein Mann mit vielen Talenten , aber auch einigen lastern.
Zusammen mit seinem Assistenten Norman Barnett nimmt er einen neuen Fall an .
Die Französin Caroline sucht nach ihrem Bruder Thierry . Es steckt aber so viel mehr als eine einfache Vermisstensache in dem Fall , er schlägt Wellen von der tiefsten Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise .

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Assistenten Barnett , was eine ganz andere Perspektive als sonstige Krimis bietet . Der Schreibstil ist trotz viktorianischen Setting angenehm zu lesen .

Mir gefiel die Idee von dem weniger bis gar nicht bekannten Konkurrenten von Holmes .
Arrowood wird nicht müde Holmes Fehler aufzuzeigen und zu erwähnen das er ganz anders arbeitet .
Dieser schrullige etwas eigenwillige Charakter macht es interessant und zu seinem "Assistenten" und Freund Barnett findet man schnell Zugang .
Auch die Nebenfiguren sind gut gewählt , der kleine gehilfe Neddy wächst einem sofort ans herz und Arrowood schwester Ettie lässt einen hier und da mit einem Schmunzeln zurück .

nicht nur Sherlock kann ermitteln - 22.08.2018 13:52:06 - Seitenleben

Mick Finlay hat mich mit seinem Detektivkrimi tief in das historische London entführt. Ein sehr atmosphärischer Krimi mit authentischen Charakteren, spannenden Ermittlungen und humorvollen Seitenhieben auf Mr. Holmes.

https://www.instagram.com/p/BmxneUoF7Uz/?taken-by=seitenleben

Ihre Bewertung

1 schlecht, 5 sehr gut

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