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Diamond Men - Versuchung pur! Mr. Monday

Sieben Tage - sieben Prüfungen - sieben unwiderstehliche Männer! Für wen wird Tess sich entscheiden?


Tess‘ einziger Wunsch? Rache! Diamond Enterprises hat ihren Vater ruiniert und sie will es dem Konzern heimzahlen. Deshalb bewirbt sie sich als Assistentin des Firmenbosses. Eine Woche soll sie nun täglich bei einem anderen Chef vorstellen.

Teil 1:


Das erste Bewerbungsgespräch mit dem faszinierenden Mr. Monday, der sie in einem Helikopter entführt, lenkt Tess gefährlich von ihren Vergeltungsplänen ab …

  • Erscheinungstag: 20.10.2017
  • Aus der Serie: Diamond Men
  • Bandnummer: 1
  • Seitenanzahl: 44
  • ISBN/Artikelnummer: 9783955767655
  • E-Book Format: ePub
  • E-Book sofort lieferbar

Leseprobe

TEIL EINS

MR. MONDAY

Ich ließ mich in den weich gepolsterten Ledersessel sinken und nahm schweigend das Ambiente des noblen Empfangsbereichs bei Diamond Enterprises in mich auf. Alles wurde von Marmor, honigfarbenem Holz, dicken Teppichen und gedämpftem Licht beherrscht. Hinter einer Glaswand waren gut verschlossen Klassiker-Erstausgaben ausgestellt. Die gesamte Atmosphäre erinnerte an einen eleganten Salon. Unter normalen Umständen wäre ich der magischen Anziehungskraft dieser Vitrinen gefolgt, um nachzusehen, welche Bücher hier als so kostbar und schützenswert eingestuft wurden.

Heute nicht.

Die Räumlichkeiten strahlten eine Aura von altem Geldadel aus und rochen für meinen Geschmack nach Arroganz und Überheblichkeit. Ich gehörte hier nicht her, aber das würde mich nicht aufhalten. Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr, als mein Vater gestorben war, nährte ich meine Rachegelüste. Zwei Jahre davor, da war er erst fünfzig gewesen, hatte er einen alten Karton mit nach Hause gebracht, in dem all seine Büroutensilien verstaut gewesen waren. Und mein Leben sollte von da an in eine andere Richtung verlaufen. Jetzt, da sich endlich eine Gelegenheit für mich ergeben hatte, griff ich zu. Die Leitung von Diamond Enterprises suchte eine Chefsekretärin.

Nachdem ich im Internet auf dieses Jobangebot gestoßen war, hatte ich meine Stelle als Bibliotheksleiterin bei einem internationalen Rohstoffförderunternehmen gekündigt und begonnen, Nachforschungen über Diamond zu betreiben. Wochenlang hatte ich Daten und Fakten zu diesem Unternehmen gelernt, um hundertprozentig vorbereitet zu sein, so als wäre das Vorstellungsgespräch ein lebenswichtiges Examen. In der Bibliothek hatte ich zuvor sämtliche Aufgaben vom Bestellen von Referenzmaterial und der Recherche nach schwer zugänglichen Schriften über Förderrechte bis zur Leitung einer kleinen Mitarbeitergruppe von Archivaren und Wissenschaftlern erledigt.

All das nun hinter mir zu lassen, um die Assistentin von jemandem zu werden, war ein Schritt zurück, eine Vergeudung meiner Ausbildung und der Stipendien, mit denen ich sie finanziert hatte. Aber die Möglichkeit, einen großen Konzern zu Fall zu bringen, eröffnete sich nicht allzu oft … und ich war bereit, dafür alles in meiner Macht Stehende zu tun. Es gab nichts, mit dem sie mich aufhalten konnten. Ich hatte alles herausgesucht, was es über diese Firma zu erfahren gab – zumindest was für die Öffentlichkeit zugänglich war. Das nicht Öffentliche würde ich als Nächstes herausfinden müssen. Und der einzige Weg dahin führte über interne Quellen.

Von meinem Platz aus konnte ich den schicken Flur gut überblicken, der zum geheimnisvollen und sehr gut verborgenen inneren Heiligtum von Diamond führte. Dasselbe Reich, in dem sich mein Vater Charles Raymond einmal bewegt, in dem er zum exklusiven Team der leitenden Manager gehört hatte, bis er gefeuert worden war, zu Unrecht beschuldigt, Firmengelder veruntreut zu haben. Und das hatte ihn – uns – alles gekostet. Sie hatten ihn kurzerhand rausgeschmissen, seine Rente gestrichen und ihn ohne finanzielle Versorgung zurückgelassen, ohne goldenen Fallschirm, der ihn während seines Altersruhestands hätte auffangen können. Der schlechte Ruf hatte ihn verfolgt und bis zu seinem Tod zu einem verbitterten alten Mann gemacht. (Ich wurde geboren, als er vierzig gewesen war, ziemlich spät in seinem Leben, aber noch bevor er in Ungnade gefallen war.)

Ich presste die Lippen zusammen, während ich mich bemühte, meine Wut zu zügeln. Es würde mir nichts nützen. Ruhiges und besonnenes Vorgehen war hier der Schlüssel zum Erfolg. Ich warf einen Blick auf meine Uhr, ein erlesenes Stück, das ich von ganzem Herzen liebte. Dad hatte es meiner Mutter vor fast dreißig Jahren zum Hochzeitstag geschenkt, als sie noch in England gewesen waren. Vorsichtig berührte ich das kleine runde Ziffernblatt, das in exquisit verarbeitetes Platin mit einem Kranz von glitzernden Diamanten eingefasst war. Der Sekundenzeiger tickte und unterstrich die Tatsache, dass ich mal wieder wartete, etwas, das ich inzwischen schon sehr gut konnte.

Zu diesem Vorstellungsgespräch hatte ich mich die obligatorischen fünfzehn Minuten früher eingefunden, und seither war nur wenig Zeit vergangen. Ich schaute auf und bemerkte, wie die junge, elegante Rezeptionistin schnell den Blick abwandte. Da sie angestrengt versuchte, so zu tun, als wäre sie nicht dabei erwischt worden, mich anzustarren, beschloss ich, nicht weiter auf sie zu achten. Es war nicht von Belang. Stattdessen lehnte ich mich zurück, schlug die Beine übereinander und strich vorsichtig mit den Fingern über meine Kate-Spade-Tasche, während ich den langen Flur im Auge behielt. Ich konnte genauso gut die Coole spielen. Obwohl mich der Zeitpunkt dieses Vorstellungsgesprächs schon wunderte. Es war nach sechs Uhr abends.

Doch das war im Grunde alles unwichtig. Es ging ausschließlich um das Ergebnis des Treffens, nämlich den Job zu ergattern.

Ich wollte Mitarbeiterin in dieser Firma werden, und dieses Vorstellungsgespräch war meine einzige Chance. Um einen Fuß in diese Tür zu bekommen, war ich fast zu allem bereit.

Allerdings war ich ein Nervenbündel. So unauffällig wie möglich holte ich tief Luft, um meinen Puls zu beruhigen. Innerlich zitterte ich, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Wenigstens war es mir nicht anzumerken. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn sie herausfanden, wer ich war. Wahrscheinlich würden sie mich achtkantig hinauswerfen, wie damals meinen Vater.

Mein Rocksaum rutschte ein Stück höher, als ich die Stellung wechselte und das andere Bein überschlug. Jeder hätte mein Kostüm als altmodisch bezeichnet, aber ich liebte Vintage-Kleidung. Mit einem Lächeln blickte ich auf meine Schuhe hinunter. Ein weiterer glücklicher Fund. Das einzig Neue war meine Handtasche. Mein Tick für Taschen geriet langsam außer Kontrolle, mein Konto konnte ein Lied davon singen.

Von dem langen Flur her waren jetzt Geräusche zu hören. Ich blickte nach oben und sah kurz zu Miss Torwächterin, die sich plötzlich sehr intensiv für ihr Aussehen zu interessieren schien und gerade den kleinen Klappspiegel wieder zuschnappen ließ. Ich wühlte in meiner Handtasche, getrieben von dem Wunsch, mich zu vergewissern, dass ich keinen Lippenstift auf den Zähnen hatte. Da hörte ich, wie eine Tür geöffnet und geschlossen wurde, und schaute zum Flur hinüber. Ich schnappte nach Luft, als ich den Mann dort erblickte. Mein Herz begann heftig zu klopfen, und meine Nerven flatterten. Es blieb keine Zeit mehr, um meinen Lippenstift zu überprüfen, also starrte ich den Typen an, der auf uns zukam. Unter seinem maßgeschneiderten Anzug zeichnete sich geballte Muskelkraft ab. Jedes Detail seiner Erscheinung schien sich sofort in mein Hirn einzuprägen.

Er. War. Umwerfend.

Und groß.

Himmel noch mal, seine Anwesenheit schien den ganzen Raum zu dominieren. Ich hielt die Luft an, während ich seine hochkonzentrierten Gesichtszüge betrachtete. Er telefonierte mit dem Handy und zog dabei die starken schwarzen Brauen zusammen, die genauso dunkel waren wie sein kurz geschnittenes Haar. Sein Gang war selbstbewusst. Direkt unter seinem rechten Auge entdeckte ich eine auffallende Narbe. Plötzlich verspürte ich den Drang, mit dem Finger über diesen bösen Striemen auf seinem Wangenknochen zu streichen. Alle möglichen Szenarien, wie er zu einer solchen Verwundung gekommen war, rasten durch mein überaktives Gehirn. Keines davon war sehr beruhigend.

Der Mann betrat die Empfangshalle und ließ sie augenblicklich kleiner wirken. Ich starrte ihn mit hämmerndem Puls an. Führt er das Vorstellungsgespräch? Er sah von seinem Smartphone auf, wandte sich an die Rezeptionistin und sagte etwas zu ihr, das ich nicht verstehen konnte. Ich verkniff mir ein Stirnrunzeln, als die schicke Sekretärin kicherte und mit ihm flirtete. Er lächelte ihr zu und tippte ein paarmal mit den Fingern auf den Empfangstresen – große Hände besaß er auch –, bevor er sich mir zuwandte. Schon stand er vor mir. Ich starrte zu ihm hoch. Einen Moment zögerte ich, bevor ich beschloss aufzustehen. Ich versuchte mich aufzurappeln. Es fühlte sich an, als hätte mich dieser verdammte Sessel eingesaugt. Vorsichtig entwirrte ich meine Beine, um mich so elegant wie möglich zu erheben.

„Ms. Canyon?“, fragte dieser umwerfende dunkelhaarige Typ und hielt mir die Hand hin.

„Ja.“ Ich hob den Kopf, um ihm in die Augen zu sehen. Vor meinem zwanzigsten Lebensjahr hatte ich den Mädchennamen meiner Mutter angenommen. Andernfalls hätte bereits eine kurze Internetrecherche ausgereicht, um all die skandalösen Gerüchte über den angeblichen Betrug meines Vaters an Diamond preisgegeben.

Seine Hand zu ergreifen war das Dümmste, was ich hätte tun können. Die Berührung war elektrisierend, Hitze schoss durch meinen Arm bis hinauf in meine Brust, und mir blieb regelrecht die Luft weg. Schnell warf ich einen Blick auf unsere Finger und erwartete fast, dass dort richtige Funken sprühten. Ich ließ mir von ihm hochhelfen.

„Vielen Dank“, sagte ich ein bisschen zu atemlos und bemühte mich, wieder normal Luft zu holen.

Mit der freien Hand rückte ich den Schultergurt meiner Tasche zurecht und strich mir dann über den Rock, der, wie ich ohne hinzusehen wusste, wieder hochgerutscht war. Der Mann ließ meine Finger los, und ich schloss sie unwillkürlich zu einer Faust, als wollte ich seine Berührung festhalten. Ich schaute ihm in die Augen und wurde fast ohnmächtig, als ich bemerkte, dass er meine Beine musterte. Mir wurde plötzlich bewusst, dass ich immer noch mit der einen Hand über meine Seite strich.

Himmel noch mal, das sah hoffentlich nicht nach einer Anmachgeste aus! Schnell verschränkte ich meine Finger vor dem Körper miteinander. Er blickte auf. Ich war fasziniert von seinen blauen Augen, und wieder einmal konnte ich kaum atmen. Seine Mundwinkel hoben sich fast unmerklich, als er mich anlächelte. Dabei bewegte sich die Narbe auf seiner Wange, und – verdammt noch mal! – anstatt davon abgestoßen zu sein, empfand ich das als den aufregendsten Blick, den mir ein Mann jemals zugeworfen hatte. Ich war vollkommen aus der Fassung geraten und versuchte verzweifelt, es mir nicht anmerken zu lassen. Rasch wandte ich das Gesicht ab, um mich für ein paar kostbare Sekunden auf das Atmen zu konzentrieren.

„Vielen Dank, dass Sie so spät an einem Montagabend hierhergekommen sind. Mir ist klar, dass es eine sehr kurzfristige Einladung zum Vorstellungsgespräch war, und wir wissen es zu schätzen, dass Sie mit dieser ungewöhnlichen Zeit einverstanden waren.“

Er klang selbstbewusst und hatte einen leichten Akzent, den ich aber nicht einordnen konnte.

Es gefiel mir.

Ich nickte ihm zu. „Danke für Ihre Einladung. Ich bin froh, dass wir uns auf einen Termin einigen konnten.“

„Wie gesagt, ich weiß es zu schätzen, dass Sie hier sind. Dann lassen Sie uns mal anfangen.“

„Gern“, erwiderte ich, froh, dass wir nicht den ganzen Abend hier herumstehen und uns anstarren würden.

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