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Die Glückskeks-Bande, Band 03

Egal ob Schokoladenbrownies oder Erdbeertörtchen, ob mit ihrer Mutter in der eigenen Bäckerei oder mit ihrer besten Freundin Mia im Back-Club - Hannah liebt Backen einfach über alles. Darum ist sie völlig aus dem Häuschen, als für die Casting-Show "Bester Junior-Bäcker" neue Talente gesucht werden. Mia und sie können es kaum erwarten, sich zu bewerben. Doch bald stehen die beiden sich nicht mehr als Freundinnen, sondern als Konkurrentinnen gegenüber. Mia und Hannah haben sich versprochen, dass nichts zwischen sie kommen wird. Ob sie dieses Versprechen halten können?


  • Erscheinungstag: 14.01.2016
  • Seitenanzahl: 192
  • Altersempfehlung: 8
  • Format: E-Book (ePub)
  • ISBN/Artikelnummer: 9783505135637

Leseprobe

Aus dem Englischen von Leena Flegler

 

Für Amany, die immer die nettesten Dinge sagt, und für Danny Jimminson für all die Back- und Brottipps!

1

Ich denke immer: Wenn man etwas wirklich will, darf man nicht darauf warten, dass es passiert. Man muss DAFÜR SORGEN, dass es passiert. Oder wie meine Mama sagt: Ein Kuchen backt sich nicht von selbst. Die Zutaten nur auf den Tisch zu stellen, reicht eben nicht. Du musst sie auch ­abwiegen, vermischen, umrühren und in den Ofen schieben.

Bei Mama war es genauso. Jahrelang hatte sie davon gesprochen, eine Bäckerei zu eröffnen, und jetzt hat sie es endlich getan. Seit genau fünfeinhalb Wochen gibt es die „Zimt und Zucker“-Bäckerei. Sie ist hochoffiziell mein liebster Ort auf der ganzen Welt!

Wenn ich groß bin, will ich auch eine eigene Bäckerei haben. Meine beste Freundin Mia und ich haben uns fest vorgenommen, die Bäckerei gemeinsam zu eröffnen und dann in die Wohnung darüber einzuziehen. Und ich will wirklich, dass dieser Traum wahr wird!

Außerdem will ich, dass auch noch eine andere Sache wahr wird – eine Sache, von der bisher noch niemand weiß, weil ich es gerade erst selbst herausgefunden habe. Es ist so aufregend! Aber bevor ich verrate, worum es geht: Was musst du noch über mich wissen?

Mein Name ist Hannah Hallett, und sehr bald werde ich elf. Am 1. August, um genau zu sein. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich noch ein Baby war. Mein Papa lebt inzwischen in Amerika. Wir treffen uns nicht sehr oft, aber wir haben über Skype und E-Mail regelmäßig Kontakt.

Mama hat vor ein paar Monaten zum zweiten Mal geheiratet. Ich mag Mark, meinen neuen Stiefvater. Er ist sehr freundlich und macht Mama glücklich. Er hat zwei vierjährige Zwillingstöchter, Molly und Ella. Wir leben jetzt alle zusammen, und das heißt, dass ich nun auch eine große Schwester bin. Es ist schon komisch, nicht mehr das einzige Kind zu sein. Meistens finde ich es ziemlich gut – außer wenn die beiden mich superfrüh wecken. Außerdem ist es seither bei uns daheim VIEL lauter.

Nachdem Mama und Mark geheiratet hatten, sind wir in eine Kleinstadt namens Ashingham gezogen, damit Mama ihre Bäckerei eröffnen konnte. Ich musste die Schule wechseln und gehe jetzt an die King William’s, eine sogenannte Mittelschule. Bis wir nach Ashingham gezogen sind, hatte ich davon noch nie gehört. Die King William’s umfasst die Klassenstufen vier, fünf, sechs und sieben. Da kommt man sich sofort ein bisschen älter vor als an meiner alten Schule – fast wie an einer weiterführenden Schule.

Außer mit Mia habe ich mich auch mit Alice, Misha und Lara angefreundet, die in meine Klasse gehen. Und das ist, glaube ich, alles, was man von mir wissen muss. Oh, bis auf diese Sache natürlich, von der ich noch niemandem erzählt habe: die Sache, die unbedingt, dringend wahr werden soll!

Für die Hausaufgaben hatte ich gerade im Internet nach Informationen über Schneeleoparden gesucht und nur einen kurzen Blick auf die Homepage von Bester Junior-Bäcker, meiner Lieblingsfernsehserie, geworfen, als ich die Entdeckung machte: Sie suchen Kandidaten für die nächste Staffel!

Bei BJB mitzumachen (so nennen Mia und ich die Sendung), wäre das Größte überhaupt. Ich kann es kaum erwarten, dass Mama heimkommt, damit ich sie um Erlaubnis bitten kann. Normalerweise gehe ich nach der Schule in die Bäckerei, um dort auszuhelfen. Heute hatte ich zu viele Hausaufgaben auf. Aber seit ich gesehen habe, dass neue BJB-Kandidaten gesucht werden, kann ich mich darauf nicht mehr konzentrieren. Mama muss Ja sagen, sie muss einfach! Das muss definitiv wahr werden!

WARUM ICH BEI „BESTER JUNIOR-BÄCKER“ MITMACHEN MUSS:

1. Ich bin der größte Fan der Sendung! Ich habe keine einzige Folge verpasst.

2. Ich kann die meisten Sachen backen und bin mir sicher, dass ich nicht irgendwelche blöden Fehler machen würde wie manche anderen Teilnehmer (zum Beispiel den Zucker zu vergessen oder die Kekse anbrennen zu lassen).

3. Ich bin gut darin, mir neue Rezepte auszudenken, die etwas ganz Besonderes sind. Mia und ich haben im Back-Klub in der Schule zum Beispiel mal ein Keksrezept verändert, und Miss Harris war der Meinung, dass die Kekse so noch besser geschmeckt hätten als mit dem ursprünglichen Rezept.

Bitte, bitte, BITTE, Mama muss einfach Ja sagen!

2

Sobald ich Mamas Schlüssel in der Haustür hörte, rannte ich die Treppe runter.

„Mama!“, rief ich und japste nach Luft. „Du errätst nie … Ach, du musst es mir einfach erlauben, bitte, bitte, bitte!“

Mama setzte ihre Tasche auf dem Boden ab. „Hohoo! Was ist denn los? Was muss ich dir erlauben?“

Doch bevor ich es ihr erklären konnte, kam Mark aus der Küche und gab ihr einen Kuss. „Wie war dein Tag, Schatz?“

„Rose!“, quietschte Molly und stürzte aus dem Wohnzimmer auf uns zu.

Sie hatte zwei Tutus über ihr Kleid gezogen und ein Paar glitzernde Feenflügel umgeschnallt und wedelte mit einem Zauberstab herum – einem Kochlöffel mit aufgeklebtem Lametta. „Guck mal, mein Zauberstab! Den hab ich ganz allein gemacht!“

„Und guck mal, ich hab ein Bild von Superhund gemalt, wie er mit einem Piraten kämpft!“, kreischte Ella und drückte Mama ein Blatt Papier in die Hand.

„Soll ich dir einen Wunsch erfüllen?“, fragte Molly. „Du kannst alles haben, was du willst. Immerhin bin ich eine Fee.“

Ella spähte in Mamas Tasche. „Hast du uns irgendetwas mitgebracht?“

„Mama! Ich muss ganz dringend mit dir reden“, ging ich dazwischen. „Es ist WICHTIG!“

„So, Mädchen“, wandte sich Mark an Molly und Ella. „Gebt Hannah und Rose ein bisschen Zeit, damit sie sich unterhalten können. Wir könnten währenddessen in den Park gehen. Wer will schaukeln, wer will rutschen?“

„IIIICH!“, kreischten sie beide.

„Dann zieht euch Schuhe an“, rief Mark und schlüpfte in seine Jacke.

Ich warf ihm einen dankbaren Blick zu.

„Danke!“, sagte Mama.

„Kein Problem. Somit könnt ihr zwei dann auch schon mal das Abendessen vorbereiten, während ich mich bei den Schaukeln herumtreibe.“

Auch wenn er uns ein bisschen aufzog, wusste ich genau, dass er nur nett sein wollte. Mark sorgt immer dafür, dass Mama und ich ein bisschen Zeit füreinander haben, wenn es nötig ist. Er erinnert mich an einen Laib Vollkornbrot: kräftig, wohltuend und verlässlich. Mama ist da anders. Sie ist lieb und verständnisvoll, aber sie hat auch ein hitziges Temperament und ist ein bisschen stur (genau wie ich). Sie ist wie ein Gewürzkuchen: eine Mischung aus süß und würzig.

Entschuldigung, ich weiß, das klingt echt komisch. Aber ich stelle mir immer vor, was für Gebäckstücke, Brote oder Kuchen die Leute wären, die ich kenne. Mia ist wie ein Graubrot: Man kann sie auf den ersten Blick leicht übersehen, aber sie ist die Beste auf der ganzen Welt, wenn man sie erst mal richtig kennenlernt. Alice ist ein Cupcake mit Zuckerguss: innerlich genau wie äußerlich wunderschön.

Misha ist ein Erdbeertörtchen: groß, auffällig und aufsehenerregend. Lara ist ruhiger und eher hintergründig süß, genau wie ein Heidelbeer-Muffin.

Was mich selbst angeht, glaub ich, dass ich wahrscheinlich ein Eccles-Törtchen wäre: von außen nicht wahnsinnig außergewöhnlich, aber innendrin echt gut und mit einer süßen Zuckerglasur obendrauf, die die meisten Leute mögen. Zumindest hoffe ich, dass die meisten Leute mich ­mögen!

Sobald die Tür hinter Molly, Ella und Mark zugefallen war, wurde es herrlich still um uns herum, und Mama seufzte.

„In Ordnung. Ich mache mir nur schnell einen Becher Tee, und dann kannst du mir erzählen, was so wichtig ist.“

Wir gingen in die Küche. Ich liebe unsere Küche: Die Schranktüren sind cremeweiß, der große Esstisch ist aus Kiefernholz, und die Terrassentüren zum Garten lassen jede Menge Licht herein. Wenn es draußen warm ist, stehen die Türen offen, und auf die Terrasse hat Mama Töpfe mit Kräutern und Blumen gestellt.

Mama machte den Wasserkocher an und setzte sich. „Dann mal los. Was ist passiert?“

Ich drückte mir selbst die Daumen. „Du kennst doch diese Fernsehsendung – Bester Junior-Bäcker?“

„Du meinst, die beste Sendung aller Zeiten?“, fragte sie und grinste mich an. „Na klar.“

Jetzt drückte ich mir sogar die großen Zehen. Vielleicht würde es ja etwas nützen. „Also, auf der Homepage der Sendung steht, dass sie Kandidaten für die neue Staffel suchen. Es gibt dort so ein Formular, das man ausfüllen muss. Dann beantwortet man noch ein paar Fragen und schickt das Ganze mit einem Foto zurück. Wenn sie die Bewerbung gut finden, wird man zu Probeaufnahmen eingeladen, und vielleicht wird man dann als einer von zwölf Teilnehmern für die Sendung ausgewählt. Darf ich mich bewerben?“

Ich hatte beim Sprechen kaum Luft geholt.

Mama sah nachdenklich aus. „Okay“, sagte sie dann.

„Wirklich?“

„Ich will erst noch einen Blick auf dieses Formular werfen. Aber ich wüsste nicht, warum du dich nicht bewerben solltest.“

„Ich kann’s dir sofort zeigen, es steht auf der Homepage!“

Mamas iPad lag auf dem Esstisch. Im Handumdrehen hatte ich die Homepage von Bester Junior-Bäcker aufgerufen. Während sie sich durch die Fragen klickte und die Infos für die Eltern überflog, nickte sie immer wieder.

„Da werden sich ganz sicher viele bewerben“, sagte sie. „Mach dir also besser keine allzu großen Hoffnungen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Du musst allerdings schnell sein. Hier steht, dass die Bewerbungsfrist am Mittwoch abläuft.“

Ich sprang vom Stuhl auf und tanzte durch die Küche. Mir war klar, dass ich mich wie die Zwillinge verhielt, wenn sie zu viel Süßes gegessen hatten. Aber ich war einfach zu aufgeregt, um jetzt noch still zu sitzen. Dann kam mir plötzlich ein Gedanke. Mia!

„Glaubst du, Mias Eltern erlauben es ihr ebenfalls, sich zu bewerben?“

Ich kramte mein Handy heraus. Ein eigenes Handy zu besitzen, gehört zu den besten Sachen, wenn man eine Mittelschule besucht. An der King William’s hat in meiner Klassenstufe jeder ein Handy, weil die meisten Schüler mit ihren Freunden zur Schule laufen oder alleine den Schulbus nehmen. Als wir umgezogen sind, hat Mama mir endlich auch ein eigenes Handy erlaubt. Ich schrieb Mia eine Nachricht:

Ruf BJB im Internet auf und klick auf „Neuigkeiten“! SOFORT!!!!!!!

Ungeduldig wartete ich auf eine Antwort. Allerdings gehört Mia nicht zu den Leuten, die ständig auf ihr Handy gucken. Das mag ich sehr an ihr. Ich finde es furchtbar, wenn man mit Freunden zusammen ist und sie in einem fort Nachrichten an andere schreiben. Dass Mia nicht sofort reagiert, kann allerdings auch ziemlich nervig sein, wenn man dringend eine Antwort braucht.

In der Zwischenzeit half ich Mama, das Abendessen vorzubereiten. Sie hatte aus der Bäckerei einen Laib Brot und ein paar Zitronen-Cupcakes mitgebracht. Die Cupcakes setzte ich auf einen Teller, und das Brot legte ich auf einem Holzbrett auf den Esstisch und atmete den leckeren Duft ein.

„Ist heute viel übrig geblieben?“, fragte ich.

„Fast gar nichts“, antwortete Mama. „Wir waren so gut wie ausverkauft. Dieses Brot musste ich rechtzeitig ­beiseitelegen, sonst wäre es am Ende auch noch weg ­gewesen.“

Ich war froh zu hören, dass wieder Betrieb geherrscht hatte. In der ersten Woche nach der Neueröffnung hatten wir kaum Kunden gehabt. Mama hatte sich schon große Sorgen gemacht. Doch nachdem wir ein paar ­Prospekte gedruckt und sie zum hiesigen Bauernmarkt mitgenommen hatten, hatte sich die Bäckerei im Nu herumgesprochen. Inzwischen brummte das Geschäft jeden Tag.

Wir unterhielten uns ein bisschen über die Bäckerei, während Mama selbst gemachte Hühnersuppe aufwärmte und ich den Tisch deckte.

Irgendwann hörten wir Lärm an der Haustür. Mark und die Zwillinge waren wieder da. Allerdings war ­außer Marks tiefer Stimme und dem hellen Geplapper der Zwillinge noch eine weitere Stimme zu hören: eine männliche, die ich nicht kannte. Mama und ich sahen einander verwundert an. Dann traten wir in die Küchentür.

Neben Mark stand ein groß gewachsener Mann mit dichtem blondem Haar, breiten Schultern und einer kleinen runden Brille. Er hatte Fahrradklamotten an. Ich kann das Alter von Erwachsenen nicht gut schätzen, aber wenn ich es hätte tun müssen, hätte ich ihn wohl für etwa fünfundzwanzig gehalten.

„Das ist Stefan“, sagte Mark. „Er hat gerade erst bei Graphite angefangen.“ Mark arbeitet als Webdesigner bei einer Firma namens Graphite. „Wir sind im Park zufällig aufeinandergestoßen.“

Stefan grinste. „Und zwar wortwörtlich.“

Ich konnte einen ausländischen Akzent heraushören.

„Ella hat wieder Superhund gespielt und ist ihm direkt vors Fahrrad gerannt“, erklärte Mark.

„Ich hab mir gar nicht wehgetan“, sagte Ella.

„Aber Stefan hat sich wehgetan“, ergänzte Molly. „Er ist vom Fahrrad gestürzt.“

„Es war eine ziemlich abrupte Bremsung“, gab Stefan zu.

„Himmel, geht es dir gut?“, fragte Mama, und Stefan lächelte sie an.

„Natürlich. Ich habe bloß ein paar kleine Kratzer abbekommen.“ Dann wandte er sich mit einem Grinsen an Ella. „Hauptsache, Superhund ist nichts passiert. Sie hat es überlebt und kann weiterkämpfen!“

„SUPERHUND!“, rief Ella, breitete die Arme aus und rannte den Flur entlang.

„Komm rein und nimm dir was zu trinken“, sagte Mama zu Stefan und winkte ihn in die Küche, und Stefan und Mark traten ein.

„Irgendetwas riecht hier lecker“, stellte Stefan fest.

„Das ist nur Suppe. Du kannst aber gerne zum Essen bleiben, wenn du magst“, bot Mama an.

„Aber ja“, sagte Mark. „Iss mit uns zu Abend, Stefan.“

Er sah dankbar aus. „Das ist wirklich nett. Das Angebot nehme ich gerne an.“

Ich legte extra Besteck und eine weitere Suppenschale auf den Tisch, und wir setzten uns. Die Zwillinge holten sich ein paar Cupcakes und verschwanden wieder ins Wohnzimmer, um fernzusehen. Die beiden hatten bereits bei ihrer Tagesmutter zu Abend gegessen.

„Was hast du denn gemacht, bevor du bei Graphite angefangen hast?“, wandte sich Mama an Stefan.

„Ich habe bei einer Firma in Deutschland gearbeitet. Ich bin gerade erst vor zwei Wochen nach England gezogen.“

„Und was führt dich hierher?“, hakte sie nach.

„Die Eltern meines Vaters sind Engländer, und ich dachte mir, es wäre bestimmt eine gute Erfahrung, für ein paar Jahre hier zu leben und zu arbeiten. Ashingham ist so ein hübsches Städtchen! Mark hat erzählt, du hast hier eine eigene Bäckerei?“

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