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Die Villa der Zaubertiere - Einhörner suchen ein Zuhause

hier erhältlich:

Winzig kleine Feenpferde, zuckersüße Einhörner und ein Drache mit Feuerproblemen - Feli kann ihr Glück gar nicht fassen, als sie mitten im Wald auf die Villa der Zaubertiere stößt. Hier werden magische Tiere nicht nur liebevoll versorgt, sondern auch an neue Besitzer vermittelt. Und das Beste: Der Leiter der Adoptionsagentur sucht gerade verzweifelt nach einer Aushilfe für den Sommer! Klar, dass Feli sofort ihre Hilfe anbietet! Doch damit fängt das zauberhafte Tierabenteuer erst an …


  • Erscheinungstag: 20.07.2021
  • Aus der Serie: Villa Der Zaubertiere
  • Bandnummer: 1
  • Seitenanzahl: 160
  • Altersempfehlung: 7
  • Format: E-Book (ePub)
  • ISBN/Artikelnummer: 9783505144240

Leseprobe

 

Die Villa der Zaubertiere. Einhörner suchen ein Zuhause

aus dem Amerikanischen
von Nadine Mannchen

Mit Illustrationen
von Franziska Harvey

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Bücher von Kallie George bei Schneiderbuch:

Die Villa der Zaubertiere – Band 1: Einhörner suchen ein Zuhause

Die Villa der Zaubertiere – Band 2: Ein Nest voller Überraschungen

Die Villa der Zaubertiere – Band 3: Rettung für den Babyphönix

 

Neuausgabe 2021

© 2017 Schneiderbuch

in der HarperCollins Germany GmbH, Hamburg

Alle Rechte für die deutschsprachige Ausgabe vorbehalten

 

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel

»Magical Animal Adoption Agency – Clover’s Luck« bei Disney Hyperion, einem Imprint der Disney Book Group, 125 West End Avenue, New York, USA

Text Copyright © 2015 by Kallie George

Published by arrangement with Kallie George

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30161 Hannover

Illustrationen: Franziska Harvey

Umschlaggestaltung: Designomicon | Anke Koopmann, München

Satz und Layout: Angela May, Mettmann

ISBN 978-3-505-14424-0

 

www.schneiderbuch.de

Facebook: facebook.com/schneiderbuch

Instagram: @schneiderbuchverlag

 

Für meine Nono, die wusste, dass aus mir eine Schriftstellerin werden würde, lange vor mir.

K. G.

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Für Vanessa und Andrea,voller Liebe, immer.

A. B.

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Felicitas

 

Glück ist wie Magie. Es ist geheimnisvoll und auf­regend, und man kann es einfach nicht erklären. Man kann es nicht durch Formeln beschreiben, auch nicht durch Logik, ja noch nicht einmal durch Bücher. Man muss eben daran glauben.

Felicitas glaubte daran. Sie glaubte, dass es Glück gab – und dass sie immer nur Pech hatte. Seitdem sie unter einer Mondsichel, so schmal wie das Schnurr­haar einer Katze, geboren worden war – ein böses Omen, wie sie entschieden hatte –, war sie ihr Leben lang vom Pech verfolgt worden.

Angefangen bei geplatzten Fahr­radreifen bis zu verbranntem Toast. Von ihren Schwierigkeiten mit Haustieren mal ganz zu schweigen.

Sie versuchte alles Mögliche, um etwas daran zu ändern. Sie strich ihr Zimmer in der Farbe von hellgrünem Glücksklee und klebte Sternschnuppen an die Decke, sodass sie sich jede Nacht etwas wünschen konnte.

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Über ihrem Bett hängte sie ein Hufeisen auf und in einem Glas auf dem Fensterbrett sammelte sie glänzende Glückspfennige. Sie trug sogar immer einen Glücksbringer mit sich herum. An diesem Morgen hatte sie einen Wunschknochen in die Tasche gesteckt. Aber nichts davon schien zu funktionieren.

Der Wunschknochen war jedenfalls zu nichts nutze, das war jetzt klar. Heute war der erste Tag der Ferien, und schon war ihr kompletter Sommer im Eimer. Ihre beste Freundin, Emma, hatte eben angerufen und ihr gesagt, dass sie nun doch auf den Ponyhof fahren würde. Emma und Feli hatten eigentlich gemeinsam fahren wollen, aber es war kein Platz mehr frei gewesen. Heute Morgen dann hatte jemand abgesagt, und Emmas Name stand als erster auf der Nachrückliste.

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»Kopf hoch«, meinte Emma, als sie Feli die Neuig­keit überbrachte. »Vielleicht sagt ja noch jemand ab und du kannst auch mit.«

Doch Feli wusste, das würde nicht passieren.

Die Reiterferien dauerten, bis die Schule wieder los­ging. Das war’s dann also mit Pyja­ma­partys und Eis essen gehen. Vorbei mit Abenteuern und tollen Erlebnissen. Den Sommer mit ihrer besten Freundin zu verbringen konnte Feli vergessen.

»Wenigstens habe ich dich«, sagte sie zu Penny, ihrem neuen Kanarienvogel. »Ich kann dir das Singen beibringen und, na ja, alles Mögliche. Das wird lustig.«

Feli stellte sicher, dass Zimmerfenster und Tür fest verschlossen waren, dann holte sie Penny aus ihrem Käfig. Sie streichelte über die gelben Federn des Vogels, als plötzlich … Klirr! Ein Baseball krachte durch die Fens­terscheibe, zischte haarscharf an dem Pfennigglas und einem Briefbeschwerer aus Jade vorbei, der aussah wie eine Schildkröte, und landete auf Felis Bett.

»Oh nein!«, rief sie.

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Schnell wie der Blitz flatterte Penny mit einem erschrockenen Piepsen von Felis Finger auf und flog durch das Loch, das der Baseball hinterlassen hatte, ins Freie.

»OH NEIN!«, rief Feli noch lauter.

Sie rannte aus dem Zimmer, die Treppe hinunter und zur Haustür hinaus. »Penny!«, schrie sie und saus­te hinter dem Vogel her, sodass ihre Schuhe laut über den Gehsteig klapperten. »Penny, komm zurück!«

Die Straße war verlassen. Wer den Ball auch geworfen hatte, war verschwunden. Penny segelte über den Rasen und die Straße hinunter. Feli jagte hinterher.

Am Ende des Häuserblocks setzte Penny sich auf einen Gartenzaun. Feli wollte sich hinter ihr anschleichen, aber sobald sie in Reichweite war, hob Penny wieder ab und flatterte eine Straße weiter.

Ein paar Mal landete Penny noch, doch Feli wollte es einfach nicht gelingen, sie einzufangen. Es dauerte nicht lange, da hatten sie den Rand des Dorfs erreicht. Penny flog immer weiter. Obwohl Feli schon Seiten­stechen hatte, gab sie nicht auf.

Sie rannte über Felder, über sanft ansteigende Hügel und schließlich einen gewundenen Pfad entlang, der immer steiniger wurde. Außerdem ragten immer mehr wuchernde Büsche und Sträucher in den Weg. Noch nie hatte Feli sich so weit vom Dorf entfernt. Das Stechen in ihrer Seite wurde zu einem harten Knoten.

Als der Weg abknickte, verlor Feli Penny kurz aus den Augen, dann lief sie um die Biegung – und erstarrte. Direkt vor ihr ragte eine Reihe aus Bäumen und Büschen auf, die wie eine große grüne Mauer den Durch­gang versperrte.

Der Verbotene Wald.

Ihr Kanarienvogel hockte wie ein Weihnachtsstern auf der Spitze eines kleinen schiefen Bäumchens.

»Komm zu mir, Penny! Lieber kleiner Vogel!«, rief Feli und streckte einen Finger aus. Doch als sie sich langsam näherte, gab Penny ein freches Zwitschern von sich, flog auf und verschwand im Wald.

Bleib fort, bleib fort, der Verbotene Wald ist ein gefährlicher Ort. Bestien spielen dort. Der Reim, den sie in der Schule oft sangen, hallte durch Felis Kopf. Die Leute aus dem Dorf hielten sich fern vom Wald. Es war ein seltsamer Ort, hinter dem es sogar noch seltsamer wurde – zumindest erzählte man sich das.

Die Bäume vor Feli ächzten und knarrten, überall huschten Schatten. Ein unheimlicher Hauch pfiff durch die Äste, wie um den Singsang in Felis Kopf zu begleiten.

Sie schluckte und griff nach dem Wunschknochen in ihrer Tasche. Bisher hatte er ihr zwar kein Glück gebracht, aber sie würde ihm noch eine zweite Chance geben.

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Feli atmete tief ein und hielt nach einem Weg Ausschau. Ihr Blick fiel auf einen winzigen Trampelpfad. Er war so zugewachsen, dass man ihn kaum sehen konnte, doch nachdem Feli die ersten paar Sträucher beiseite gedrückt hatte, wurde er breiter.

Die Bäume warfen dunkle Schatten, waren aber auch grün und prächtig. Überall auf dem Waldboden lagen verrottende Stämme, doch dazwischen wuchs daunenweiches Moos, das von weißen Blüten übersät war. Die Luft roch sauber und frisch.

Der Wald war wunderschön und nur ein klein wenig gruselig. Und seltsam war es hier auch kein bisschen. Nur von Penny fehlte noch immer jede Spur. Sie war fort. Diesmal wirklich.

»Blödes Pech!«, schimpfte Feli und blinzelte einige Tränen fort. Wieder griff sie in die Tasche und holte den Wunschknochen heraus. »Du bist ja wohl der schlimmste Glücksbringer überhaupt!« So fest sie konnte, warf sie ihn weg.

Der Wunschknochen prallte an einem Baumstumpf ab, kam wie ein Bumerang zurück und hätte Feli bei­nahe im Gesicht getroffen.

Aber sie bemerkte es gar nicht. Wie gebannt starrte Feli auf einen großen dicken gelben Zettel, den jemand an einen Baumstamm in der Nähe genagelt hatte. Das Papier war gewellt und verblichen, die Handschrift darauf vom Regen verwaschen.

Feli trat näher, um sie zu lesen.

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Darunter hingen kleine Zettel mit einer Weg­be­schreibung darauf.

Kein einziger war bisher abgerissen worden.

Feli las sich den Text noch einmal durch. Dann ein drittes Mal.

Wie gern hätte sie ein eigenes Haustier! Doch bei ihrem Pech war das einfach unmöglich!

Wenn ich in einem Tierheim arbeiten würde, dachte sie, könnte ich Zeit mit Tieren verbringen, ohne ein eigenes haben zu müssen. Ich könnte ihnen helfen. Ich könnte dafür sorgen, dass es ihnen gut geht.

Behutsam riss sie den ersten Zettel ab und las.

»Die V.Z. – Drachenschwanzgasse 1. Den Pfad hinunter. Gleich hinter der Biegung. Einfach den Wegweisern folgen.«

Kurz zögerte sie. In den Verbotenen Wald zu gehen, um ihren Vogel zu suchen, war eine Sache. Sich als Freiwillige zu bewerben, eine ganz andere. Wer leitete schon ein Tierheim mitten im Wald?

Feli sah sich noch einmal um. Die Baumwipfel schaukelten im Wind. Zwei Eichhörnchen plapperten fröhlich. Das waren schon mal keine Bestien.

Gleich hinter der Biegung, dachte Feli. Das ist nicht weit. Ich kann es mir wenigstens mal ansehen.

Sie faltete den Zettel zusammen, schob ihn tief in ihre Tasche und ging den Pfad entlang, um nach dem ersten Wegweiser zu suchen. Trotz ihrer Dauerpechsträhne hatte Feli nie die Hoffnung aufgegeben, dass am Ende doch noch alles gut werden würde.

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Das Tierheim

 

Schilder waren rar, und Feli war schon eine Weile unterwegs.

Einmal kam sie an eine Stelle, an der sich der Pfad in verschiedene Richtungen gabelte. In der Mitte stand ein Baum, an den mehrere Wegweiser in Form von Pfeilen genagelt waren. LÄDEN schien sich von selbst zu erklären. Auch wenn Feli überrascht war, dass es im Wald Geschäfte gab. Was für Läden würden das sein? Bestimmt keine normalen, die Schuhe oder Süßigkeiten verkauften. Andererseits gab es ja auch ein Tierheim, also wer konnte das so genau wissen?

WIESEN und AUSGANG ergaben auch Sinn. Das AUSGANG-Schild zeigte auf den Weg, auf dem sie stand, daher hieß das wohl: raus aus dem Wald und zu ihrem Dorf.

HERZ und JENSEITS gaben da schon mehr Rätsel auf. Das HERZ-Zeichen deutete auf einen dunklen gewundenen Pfad. Vielleicht führt er ins Herz des Waldes, überlegte Feli. Bedeutete JENSEITS, dass es auf der anderen Seite des Verbotenen Waldes Dörfer und Städte gab? Sie sah nach, auf welchen Weg das Schild zeigte, und wäre dabei beinahe über einen Pfeil gestolpert, der flach am Boden lag.

Sie hob ihn auf. V.Z. war in schwarzen Buch­staben in das Holz geschnitzt.

»Oh nein«, stöhnte Feli. »Wie soll ich das Tierheim denn jetzt finden?«

Noch einmal betrachtete sie die übrigen Schilder. Alle Wege, außer dem ganz linken, waren eindeutig gekennzeichnet. War das der Pfad zum Tierheim? Konnte eigentlich gar nicht anders sein.

Nachdem Feli den Pfeil an den Stamm gelehnt hatte, setzte sie ihren Weg auf dem Pfad zur Linken fort. Wenig später kam sie an eine Lichtung. In der Ferne konnte sie ein hübsches Haus entdecken, aus dessen Schornstein Rauch wallte. Dort, wo der Pfad schmaler wurde, war ein Schild angebracht, auf dem DRACHENSCHWANZGASSE stand. Von einer Gasse konnte allerdings nicht wirklich die Rede sein, jedenfalls von keiner, wie Feli sie von zu Hause kannte. Andererseits war nirgendwo sonst ein Gebäude zu sehen, also musste sie hier richtig sein.

Feli spürte ein warmes Gefühl in sich aufsteigen. Sie fühlte sich fast wie … ein Glückspilz.

Doch das sollte sich schnell ändern. Dunkle Wolken hatten sich in den Himmel geschlichen und es fing an zu regnen. Heftig. Schon bald tropfte das Wasser von Felis Nase.

Gerade als sie sich den Regen aus den Augen wischen wollte, hastete jemand an ihr vorbei. Es war eine Frau mit einem weißen Kätzchen. Feli bemerkte sie erst im letzten Moment und schaffte es gerade noch, ihr auszuweichen. Dabei landete sie direkt in einer Schlammpfütze. Na toll! Der Tag wurde wirklich besser und besser!

Feli schaute die Frau vorwurfsvoll an.

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