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Meine Abenteuer als Schul-Ninja, Band 01

hier erhältlich:

An Chris` neuer Schule verbreitet eine Ninja-Gang Angst und Schrecken. Chris will unbedingt dabei sein, doch als er für die Aufnahme eine kriminelle Mutprobe bestehen soll, kommen ihm Zweifel. Indem er die Wahrheit über die Gruppe aufdeckt, wird Chris zum neuen Anführer der Ninjas - die nun das Gute verteidigen.
Ein rasantes Schulabenteuer über die Macht der Gruppendynamik, Mut und Selbstvertrauen


  • Erscheinungstag: 01.09.2016
  • Aus der Serie: Schul Ninja
  • Bandnummer: 1
  • Seitenanzahl: 128
  • Altersempfehlung: 8
  • Format: E-Book (ePub)
  • ISBN/Artikelnummer: 9783505139079

Leseprobe

 

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Aus dem Amerikanischen von Emilia Gagalski

 

Für meine Kinder

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Dienstagmorgen, 10.30 Uhr, Sport

Am nächsten Tag ging Herr Mayer wieder die Anwesenheitsliste durch. Ich war überrascht, dass er sich an mich erinnern konnte. Als er näher kam, rief er meinen Namen auf und hakte mich auf der Liste ab.

Da Zoe noch in der Umkleidekabine war, war ich in der Turnhalle auf mich allein gestellt. Ich schob meine Hände in die Hosentaschen und beobachtete die anderen Schüler. Sie lachten und alberten herum, bevor der Unterricht begann. Einige sahen sogar kurz in meine Richtung. Ich konnte nicht hören, was sie sagten, aber ich war mir ziemlich sicher, dass sie über mich redeten.

»He, Neuer!«, rief eine Stimme hinter mir.

Ich drehte mich um und vor mir stand ein größerer Schüler. Er sah sehr gestriegelt aus mit seinen nach hinten geklatschten Haaren. Entweder sie waren fettig oder aber er benutzte viel zu viel Gel. Das sollte ihm mal jemand sagen.

»Ich?«, fragte ich.

Der braunhaarige Typ streckte seine Arme aus.

»Sonst sehe ich hier keine neuen Schüler, du etwa?«

Ich blickte mich um.

»Mh, wahrscheinlich würde ich sie nicht erkennen.«

»Natürlich nicht«, sagte er und streckte seine Hand aus.

»Ich heiße Lukas, und du hast gerade den Test bestanden.«

Ich schüttelte seine kaltfeuchte Hand. Ich fand es so ekelig, dass ich mich zusammenreißen musste, meine Hand nicht wegzuziehen. An meinem zweiten Schultag wollte ich niemanden in Verlegenheit bringen … Nicht jetzt schon. »Ich heiße Chris. Chris Maier. Welchen Test habe ich gerade bestanden?«

Lukas zuckte die Achseln. »Keine Ahnung. Ich wollte nur das Eis brechen. Du weißt schon, damit man ins Gespräch kommt.«

Ein kluger Junge, dieser Typ.

»Schön, dich kennenzulernen.«

»Ganz meinerseits, Chris. Erzähl mal, wie war denn dein erster Schultag gestern?«

»War okay«, antwortete ich.

Als ich blinzelte, hoffte ich, er würde meine Gedanken nicht lesen können. Geh bitte einfach weg. Du bist komisch und verschwitzt.

»Oh«, grunzte Lukas und verschränkte seine Arme. Er blieb wie eine Statue stehen.

Was wollte dieser Junge von mir hören? Dass mein erster Schultag supertoll war? Oder dass er total öde war? Was auch immer. Ich versuchte erst gar nicht, die Unterhaltung am Laufen zu halten. Wir standen in unbehaglicher Stille da und sahen uns zwischendurch nur kurz mal an. Jeder von uns wartete darauf, dass der andere etwas sagen würde.

»Chris«, rief Zoe neben mir. »Komm, lass uns wieder laufen gehen.«

Ich sah zu Lukas. Er sagte noch immer nichts. Er stand nur da und blickte traurig drein. Da ich kein Unmensch war, konnte ich ihn nicht einfach stehen lassen.

»Willst du mitkommen?«

Er verzog das Gesicht, er schien sich zu freuen, ganz sicher war ich mir aber nicht.

»Klar!«, sagte er.

Zoe war einverstanden. Anscheinend kannte sie Lukas.

»Hi, Lukas. Hast du in letzter Zeit Werwölfe gesehen?«

»Nein, aber das liegt nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte«, antwortete er.

Plötzlich war Lukas interessant für mich geworden.

»Du suchst Werwölfe?«

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»Jagen«, erwiderte er scharf. »Ich jage Werwölfe.«

Oh ja, dieser Junge war cool.

»Hast du jemals einen gesehen?«, fragte ich.

»Noch nie«, antwortete er.

Irgendwann bestimmt«, sagte ich aufmunternd. Es war sehr unwahrscheinlich, dass dieser Blödian jemals einen Werwolf fangen würde. Aber ich wollte seine Träume nicht zunichtemachen.

»Du solltest nicht aufgeben!«

Als wir aus der Turnhalle traten, legte sich die Sonne wie eine heiße, feuchte Decke über den Schulparkplatz. Es war unerträglich schwül draußen. Sofort fing Zoe an, mit ihrem Top zu wedeln, um sich abzukühlen.

»Bah«, sagte sie. »Na super. Jetzt werden wir alle für den Rest des Tages schwitzen und stinken. Widerlich!«

Ich lachte. So wie sie es sagte, kam es wirklich widerlich rüber. Zoe war immer herausgeputzt auf Familienfesten, wusch sich immer wieder die Hände und ihr Gesicht.

Während wir den Pfad entlangliefen, erzählte Lukas von seiner Liebe zu Werwölfen. Erst war es spannend, doch bald wurde es langweilig. Er wiederholte andauernd dieselben Dinge, immer und immer wieder. Dass es Werwölfe in der Region geben soll und so.

Zoe war richtig gut darin, Interesse vorzuspielen, aber ich merkte, dass ihre Begeisterung nicht echt war. Als ich sie lachen und nicken sah, wurde es immer offensichtlicher. Ich fragte mich, ob sie das auch schon mal bei mir gemacht hatte. Egal – außerhalb der Schule wechselten wir kaum ein Wort miteinander.

»Deshalb denken so viele Menschen, dass es hier Werwölfe gibt«, erklärte uns Lukas gerade. Er war ziemlich außer Atem, da wir ja die ganze Zeit liefen.

»Das ist klasse!«, rief Zoe und es klang fast echt.

»Was passiert, wenn du irgendwann einen findest?«, fragte ich.

Lukas dachte nach.

»Natürlich möchte ich irgendwann einen finden, aber gleichzeitig hoffe ich, dass es nie dazu kommt. Wenn ich jemals in die Nähe eines Werwolfs kommen sollte, würde ich wohl eher ein Foto von ihm machen.«

Als wir wieder an die Stelle kamen, an der Zoe und ich diese komischen Augen gesehen hatten, sah ich, wie Zoe in das Gebüsch starrte. Von wem konnten diese Augen nur sein?, schoss es mir durch den Kopf. Damit Lukas nichts mitbekam, versuchte ich ihn abzulenken: »Hast du jemals Geschichten über Lebewesen gehört, die in diesem Wald leben?«, fragte ich ihn.

Zoe wurde hellhörig. Sie runzelte die Stirn. Wenn sie gekonnt hätte, hätte sie mich mit ihren Blicken getötet.

»In diesem Wald?«, fragte Lukas und schaute sich um. »Ich habe noch nie irgendwas Ungewöhnliches über diesen Wald gehört. Warum? Hast du etwas gesehen?«

Zoe funkelte mich warnend an. Aber sie gehört zur Familie – sie wird mir schon vergeben, überlegte ich. »Ich habe gestern ein Augenpaar im Gebüsch gesehen. Zoe hat es auch gesehen.«

»Warum erzählst du ihm das?«, fragte Zoe. Sie sah zu Lukas. »Falls du es irgendwem weitererzählst, sag einfach, es war Chris, der etwas gesehen hat, okay? Ich habe keine Lust, dass es noch nächstes Schuljahr von mir heißt, ich hätte paranoide Wahnvorstellungen.«

Lukas kratzte sich am Kopf. »Ihr beide habt also Augen im Gebüsch gesehen? Welche Farbe hatten sie?«

»Blau«, antwortete ich. Zumindest hatte ich sie blau in Erinnerung.

Jetzt kratzte Lukas sich am Kinn. »Naja … Ich hab gehört … Aber nein, das kann nicht sein.«

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