Alligatoren

Alligatoren

Seit Stunden belauern sie sich gegenseitig: das Alligatorweibchen, das seine Jungen beschützen muss, und Gertrude, deren vier Töchter seit Tagen nichts gegessen haben. Ein Schuss fällt, doch er trifft nicht das Reptil – es gibt Schlimmeres als den Hunger.
Auch Annie, die Plantagenbesitzerin, hat einen größeren Feind, als sie wahrhaben möchte. Ihren jüngsten Sohn kostete das bereits das Leben.
Doch als Oretta, Annies schwarze Haushälterin und in erster Generation von der Sklaverei befreit, Gertrudes kranke neunjährige Tochter bei sich aufnimmt, finden diese drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, zusammen. Denn sie alle haben eins gemeinsam: die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

„Ein beeindruckender Text, der seinesgleichen sucht.“
Fuldaer Zeitung

„In stimmungsvollen Tableaus werden große Themen wie Sklaverei, Feminismus, Wirtschaftskrise abgearbeitet, garniert mit Gewalt, Gefühl und Perversion.“
Die Presse

„Atmosphärisch dicht mit vielen Details lässt Deb Spera das damalige Leben lebendig werden.“
Belletristik-couch.de

„Mit diesem Roman ist Spera ein interessanter und spannender Einblick in die Lebenswelt dreier unterschiedlicher Frauen in den Südstaaten der 1920er gelungen.“
Buchprofile/medienprofile

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Alligatoren

Seit Stunden belauern sie sich gegenseitig: das Alligatorweibchen, das seine Jungen beschützen muss, und Gertrude, deren vier Töchter seit Tagen nichts gegessen haben. Ein Schuss fällt, doch er trifft nicht das Reptil – es gibt Schlimmeres als den Hunger.
Auch Annie, die Plantagenbesitzerin, hat einen größeren Feind, als sie wahrhaben möchte. Ihren jüngsten Sohn kostete das bereits das Leben.
Doch als Oretta, Annies schwarze Haushälterin und in erster Generation von der Sklaverei befreit, Gertrudes kranke neunjährige Tochter bei sich aufnimmt, finden diese drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, zusammen. Denn sie alle haben eins gemeinsam: die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

„Ein beeindruckender Text, der seinesgleichen sucht.“
Fuldaer Zeitung

„In stimmungsvollen Tableaus werden große Themen wie Sklaverei, Feminismus, Wirtschaftskrise abgearbeitet, garniert mit Gewalt, Gefühl und Perversion.“
Die Presse

„Atmosphärisch dicht mit vielen Details lässt Deb Spera das damalige Leben lebendig werden.“
Belletristik-couch.de

„Mit diesem Roman ist Spera ein interessanter und spannender Einblick in die Lebenswelt dreier unterschiedlicher Frauen in den Südstaaten der 1920er gelungen.“
Buchprofile/medienprofile

Erscheinungstag: Mo, 03.09.2018
Erscheinungstag: Mo, 03.09.2018
Bandnummer: 100166
Bandnummer: 100166
Seitenanzahl: 376
Seitenanzahl: 376
ISBN: 9783959672207
ISBN: 9783959677882
E-Book Format: ePub oder .mobi

Dieses E-Book kann auf allen ePub- und .mobi -fähigen Geräten gelesen werden, z.B.
tolino, Sony Reader, Kindle, iPhone, Samsung ...

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Deb Spera wuchs in Louisville, Kentucky, auf, als Tochter von selbst noch sehr jungen Eltern. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei ihrer drei Kinder in Los Angeles. Ihr gehört das TV-Produktionsunternehmen One-Two Punch Productions, das u.a. (…)

Kundenbewertungen

Berührender und mitreißender historischer Roman - 28.10.2018 23:53:39 - adel69

Worum geht es?
In dem Buch gibt es drei Ich-Erzählerinnen, die alle in den 1920er-Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika leben und irgendwie miteinander zu tun haben.
Gertrude ist verheiratet mit Alvin. Eine Liebesheirat war es nicht. Alvin liebt Gertrude auch nicht. Er schlägt sie – und zwar so, dass sie lange mit diesen Verletzungen zu tun hat. Er versäuft das Einkommen, mit dem er seine Familie ernähren soll, und redet schlecht über Gertrude. Sie haben vier Mädchen, um deren Wohlergehen sich Gertrude kümmert. Sie überlässt ihre Mädchen immer wieder anderen Leuten – Verwandten und Freunden -, damit sie dort essen können.
Irgendwann hält es Gertrude nicht mehr aus und greift zu drastischen Mitteln. Anschließend sucht sie sich einen Job als Näherin bei Mrs. Annie Coles. Außerdem kann sie ein Haus mieten, in dem sie für ihre vier Mädchen sorgen will.
Annie Coles scheint nach außen hin wohlhabend zu sein – jedoch plagen sie Geldsorgen. Die letzte Baumwollernte war nicht gut – und sie hofft auf den Tabakanbau. Doch auch dieser läuft nicht so, wie erhofft.
Sie hat eine Näherei, die sie mit ihrem Sohn Lonnie betreibt. Sie stellen dort Kleidung für Damen und Herren her und hoffen auf gute Umsätze.
Doch Annie hat nicht nur geschäftliche Sorgen. Während sie mit ihren Söhnen gut auskommt, hat sie den Kontakt zu ihren Töchtern Sarah und Molly schon lange verloren. Sie weiß lange nicht mal, dass sie Enkelkinder hat.
Oretta arbeitet für Annie Coles. Sie hat afrikanischen Migrationshintergrund und ist die gute Seele dieses Haushalts. Sie ist abergläubisch, aber sehr gutherzig. Sie kümmert sich beispielsweise einige Tage lang um Gertrudes jüngste Tochter Mary und rettet dieser das Leben. Auch redet sie Gertrude ins Gewissen, als diese bei einem weiteren Problem fast ausrastet.

Meine Meinung:
Jede dieser Frauen war mir bei der Lektüre des Buches sympathisch oder berührte mich in ihrem Schicksal. Oretta ist eine sehr starke Frau, die ich bewundere. Sie arbeitet für Annie und versucht auch, sich um ihren Mann Odell zu kümmern, der ein Bein verloren hat. Um Mary kümmert sie sich total rührend mit allem Wissen, das ihr zur Verfügung steht. Mary erinnert sie an ihre eigene Tochter, die im Alter von acht Jahren verstorben ist.
Gertrude hielt ich zuerst für schwach, sie tat mir leid. Aber sie weiß sich zu wehren und mausert sich zur starken Persönlichkeit. Jedoch muss sie sich auch von anderen Leuten etwas sagen lassen – beispielsweise im Umgang mit ihren Töchtern. Und das ist gut so.
Auch Annie mochte ich. Sie ist eine starke Frau. Sie versucht zu überleben, Leuten eine Arbeit zu geben zu fairen Bedingungen. Dabei trifft es sie sehr, dass es mit ihrer eigenen Familie nicht zum Besten steht. Das Verhältnis zu ihren Töchtern scheint verfahren.
Man liest das Buch, um zu wissen, wie es mit diesen Frauen weitergeht. Wird es Gertrude gelingen, ihre Töchter zu ernähren? Werden Annie und ihre Familie wieder geschäftlichen Erfolg haben? Und wie geht es mit Oretta – die in dem Buch „Retta“ genannt wird – weiter? Es gibt auch lange noch weitere offene Fragen in dem Buch – beispielsweise das Verschwinden einer Person. Da will man als Leser/Leserin wissen, wie das alles endet. Deswegen liest man das Buch.
Ich habe durch dieses Buch nicht nur drei interessante Frauen kennen gelernt, sondern mir wurde wieder in Erinnerung gerufen, wie sehr manche Menschen in den 1920er-Jahren auch in den Vereinigten Staaten von Amerika ums Überleben kämpfen mussten.
Die Alligatoren, die dem Buch seinen Titel geben, sind Randfiguren. Sie sind ein Symbol dafür, dass man sie schießen kann, um sich von ihnen zu ernähren. Allerdings schmecken sie nicht besonders gut. Sie sind aber auch Tiere, die den Menschen gefährlich werden können.
Ich vergebe alle Sterne und eine Leseempfehlung.





Drei Frauen – drei Schicksale … - 01.10.2018 23:08:58 - Herbstrose

In den Sümpfen von South Carolina, 1924: Eine armselige Hütte, vier Kinder, nichts zu essen und einen gewalttätigen, ständig besoffenen Mann - das ist Gertrudes Leben. In ihrer Verzweiflung bringt sie die drei ältesten Mädchen ins nahe Dorf zu ihrem Bruder Berns, wo sie ihm auf den Baumwollfeldern helfen sollen. Berns schickt Gertrude zu Annie Coles, in deren Fabrik sie die Stelle einer verstorbenen Näherin erhält und die ihr gleichzeitig ein kleines Häuschen zur Miete überlässt. Die 6jährige kranke Mary gibt Gertrude bei Oretta ab, einer Schwarzen, die bei Annie Haushälterin ist und die für ihre Heilkünste bekannt ist. Nun kann sie sich, mit einer Flinte bewaffnet, zurück auf den gefährlichen Weg durch den Sumpf machen, um ihre paar Habseligkeiten in dem alten Zuhause zu holen. Plötzlich bleibt sie wie angewurzelt stehen, ein riesiger Alligator versperrt ihr den Weg – sie legt an, ein Geräusch, ihr Mann torkelt heran, die Bestie bewegt sich, ein Schuss fällt …
So aufregend beginnt „Alligatoren“, der erste Roman von Deb Spera, der Leiterin eines amerikanischen TV-Produktions-Unternehmens. Sie wuchs in Louisville, Kentucky, auf. Deb Spera veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten in namhaften Journalen und war Finalistin des Montana Literaturpreises und zweimalige Finalistin des Kirkwood Literaturpreises. Heute lebt sie mit Mann und zwei ihrer drei Kinder in Los Angeles.
Gertrude, Annie und Oretta, drei starke Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, deren Schicksal jedoch eng miteinander verwoben ist. Eins haben sie gemeinsam, sie wollen ihr Leben selbst bestimmen, frei und unabhängig sein:
Annie scheint alles erreicht zu haben. Sie ist mit einem reichen Plantagenbesitzer verheiratet und hat ihre eigene kleine Fabrik. Doch sie hat einen Feind, da wo sie es nicht vermutet und auch lange nicht wahrhaben will, was ihrem jüngsten Sohn bereits das Leben kostete, ihre Mädchen vertrieben hat und auch sie in Todesgefahr bringt. – Oretta, Annies schwarze Haushälterin, besitzt viel Lebensweisheit und wird von metaphysischen Wahrnehmungen heimgesucht. Die Sklaverei ist zwar abgeschafft, dennoch hat sie unter ihrer Hautfarbe zu leiden. Von allen Seiten erfahren sie und ihr ebenfalls schwarzer Mann Demütigungen, Vorurteile von Weißen sind alltäglich. – Gertrude hat nichts als Sorgen, täglich muss sie ums Überleben für sich und ihre vier Mädchen kämpfen. Außerdem führt sie einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Natur, gegen ihr Umfeld und gegen ihr Gewissen …
Ein großes Lob gebührt der Autorin für dieses Erstlingswerk. Es gelingt ihr großartig, die Atmosphäre der Südstaaten Mitte der 20er Jahre wiederzugeben und den Figuren Leben einzuhauchen. Kapitelweise abwechselnd lässt sie die Frauen selbst zu Wort kommen, was dem Buch eine authentische Lebendigkeit verleiht. Der Schreibstil ist sehr ausdrucksstark und angenehm flüssig, Aktionen und Landschaften sind anschaulich erfasst und treffend in Szene gesetzt. Die Handlung ist solide konstruiert mit etlichen dramatischen Wendungen, schonungslos offen und erschreckend, die dem Geschehen eine völlig neue, tragische Richtung verleihen und zu einem unerwarteten Ende führen.
Fazit: Eine ergreifende Geschichte, spannend und mitreißend – ein wundervolles Buch!

Ein Wortkino, das seinesgleichen sucht. - 28.09.2018 19:29:50 - Live Breath Words

“Alligatoren“ von Deb Spera ist etwas ganz Besonderes. Eindrucksvoll und ohne die alltägliche Brutalität zu beschönigen entsteht ein Wortkino, das seinesgleichen sucht.
Ich bin mehr als begeistert und spreche hiermit eine klare Leseempfehlung aus.

Drei starke und mutige Frauen - 27.09.2018 10:20:13 - die.buecherdiebin

Diese etwas düstere und auch bedrückende Geschichte wird aus der Sicht der drei Protagonistinnen erzählt.
Deb Spera gelingt es sehr gut, die Südstaatenatmosphäre der 20er Jahre aufleben zu lassen und sie beschreibt die Protagonistinnen und ihre Lebensumstände sehr glaubhaft.
Ein berührender und aufwühlender Südstaatenroman über drei starke Frauen.
https://www.instagram.com/p/BoOLnZsFuEw/?taken-by=die.buecherdiebin

Packender Südstaaten Roman - 11.09.2018 08:50:05 - Sunny_Brooks

Wir befinden uns in den Südstaaten Anfang der 1900 Jahre und lernen drei starke Frauen kennen, die unterschiedliche Vergangenheiten und Geschichten haben und doch zusammen finden.

Gleich am Anfang lernen wir in dem fesselnden Buchbeginn Getrude Pardee kennen. Sie ist Mutter von vier Töchter und Ehefrau eines gewalttätigen Mannes und trifft gleich am Anfang eine Entscheidung die ihr Leben maßgeblich beeinflusst.
Getrude muss Mary ihre kranke Tochter bei Oretta lassen, die schwarze Haushälterin von Annie Coles.
Annie Coles ist Ehefrau eines Plantagenbesitzers und hat mit ihrem Sohn ein Geschäft für Bekleidung aufgemacht, doch ihre beiden Töchter sind ihr fremd.

So treten diese beiden starken Frauen mit ihren ganz eigenen Sorgen und Nöten in die Geschichte. Alle Frauen kommen aus unterschiedlichen Schichten und ermöglichen so einen guten Blick auf die verschiedenen Gesellschaften.

Bei jedem Kapitel steht jeweils in der Überschrift welche Frau gerade aus der „Ich-Perspektive“ schreibt. Der Autorin ist dabei gelungen jede Frau individuell klingen zu lassen.

Der Roman schlägt eher ruhigere Töne an, nichtsdestotrotz ist man als Leser gespannt und fiebert bei dem Weg der Frauen mit.

Kleine Meise, kleine Meise, wohin geht denn deine Reise? - 10.09.2018 10:42:26 - Engi

Mit einem dezenten Crescendo führte mich die Autorin Deb Spera zu dem mehr als grandiosen Abschluss dieses beeindruckenden Buchs. Auf erst ganz leise Art verknüpft sie die Leben der Protagonistinnen Gertrude, Annie und Retta zu einem Ganzen, bis die drei am Ende nicht mehr ohne einander sein können. Sie beginnt mit den einzelnen Geschichten der drei, einer bitterarmen weißen Frau, einer schwarzen Frau, deren Mutter noch Sklavin bei der Familie der dritten Frau war, einer Unternehmerin. Deb führt uns vor Augen, dass weder Reichtum noch die „richtige“ Hautfarben einen vor der Willkür der Männer oder schlichtweg des Lebens schützen können. Eine jede von ihnen ist mehr oder weniger unschuldig schuldig geworden. Es war eine schwere Zeit im Süden, wenige Jahre bevor die Wirtschaftskrise das ganz Land in einen Würgegriff nehmen sollte. Große Ungezieferschwärme vernichteten die Baumwoll- und Tabakernte und ließen so manches Kind des Hungers sterben. Gibt man zu dieser gefährlichen Mischung noch uneinsichtige Männer und jede Menge Vorurteile, ist die Katastrophe perfekt.
Mich hat der Debutroman der Autorin gegen Ende regelrecht in den Bann gezogen. Ihre Erklärungen und Parallelen am Ende des Buchs zu ihrer eigenen Familie haben mich fasziniert. Ich gebe ein kleines Sternchen Abzug für einige anfängliche Längen, die aber sicher notwendig waren um die Geschichte rund zu machen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für den Süden der USA im frühen 20. Jahrhundert begeistern können.

Atmosphärischer Roman in den 1920er-Jahren in den Südstaaten über drei starke Frauen, die für Freiheit und das Wohlergehen ihrer Kinder kämpfen - 08.09.2018 12:01:17 - Lenas Bücherlounge

"Alligatoren" ist ein atmosphärischer, beklemmender, phasenweise trauriger Roman, der zeigt, dass Menschen trotz unterschiedlicher sozialer Schichten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, Schließt man sich dann in der Not zusammen, was die Solidarität unter den Frauen beweist, ist eine Veränderung möglich. Kein Mensch ist allein und darum wird letztlich demonstriert, wie viel man in der Gemeinschaft durch gegenseitige Unterstützung über gesellschaftliche Schichten hinweg erreichen kann.

Berührende und authentische Südstaatengeschichte - 04.09.2018 00:28:15 - Gisela E.

Das Schicksal dreier Frauen verbindet sich in den 1920er Jahren in den Südstaaten: Gertrude, die in größter Armut lebt und zusehen muss, wie ihre vier Töchter Hunger leiden, während ihr Mann das bisschen Geld versäuft und Gertrude verprügelt; Annie, die Plantagenbesitzerin, die mit einem der Söhne eine Näherei unterhält, während ihr Mann sich nach einer verheerenden Baumwollkäferplage auf Tabak spezialisierte; und Oretta, Annies schwarze Haushälterin, die vieles aus dem Haushalt der Coles sehr genau kennt. In ihrer Not lässt Gertrude ihre jüngste kranke Tochter für einige Tage bei Oretta. Jede der Frauen möchte ihre Familie nicht nur über die Runden bringen, sondern auch das Beste für ihre Lieben herausholen.

Es scheint, als würden Welten die Frauen trennen, und so beginnt eine Geschichte, die es schafft, die drei Frauen in größter Not zusammenzubringen. Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen geschrieben, so dass die Protagonistinnen sehr authentisch wirken. Der historische Hintergrund ist der Familiengeschichte der Autorin selbst angelehnt, und so entsteht eine fiktive Geschichte auf dem Hintergrund echter Ereignisse. Starke Frauen sind diese drei Mütter, so stark wie die Alligatorenweibchen in den Sümpfen.

Dieses Buch hat mich sehr berührt, ich möchte es unbedingt weiter empfehlen.

Freiheit und Selbstbestimmung - 03.09.2018 19:29:31 - mrs rabes bookaccount

„Einen Menschen töten ist leichter als einen Alligator töten, aber Geduld brauchst du für beides!“
Drei Frauen, drei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch verbindet Gertrude, Annie die Plantagenbesitzerin und Retta, die schwarze Haushälterin, aus erster Generation befreite Sklavin, Wesentliches, nämlich der Wunsch nach einem freien selbst bestimmten Leben.
Gertrude befreit sich sprichwörtlich aus dem Sumpf und auf ganz besondere Weise von ihrem brutalen Mann, um ihren vier Töchtern ein besseres Leben zu bieten. „White Trash“ würde man wohl das Milieu bezeichnen, aus dem sie stammt. Es fällt ihr nicht leicht, bei Annie Coles, der Herrin der Plantage und Näherei um einen Job und Unterkunft zu bitten. Ihr krankes jüngstes Kind lässt sie in der Obhut von Retta, die sich in der schwarzen Gemeinde dafür einiges anschauen lasen muss. Aber auch Annie trägt eine mächtige Last aus der Vergangenheit. Der älteste Sohn beging als Kind Selbstmord, die Töchter haben sich von der Familie abgewandt. Es brauchte Annie viel Kraft und Mut, sich zu erheben und sich von dem Bösen zu trennen, das sie jahrzehntelang umgeben hat. Mit Retta, die mit Herz, Hausverstand und einem unermüdlichen Glauben im Leben steht, und mit Gertrude hat Annie aber zwei Verbündete gefunden auf ihrem Weg der Befreiung und Selbstbestimmung.
Alligatoren ist in den Südstaaten der 20er Jahre angesiedelt. Rassismus, Sexismus, Macht und Missbrauch ist an der Tagesordnung. Drei Frauen erheben sich beispielhaft gegen die Diskriminierung. Damals wie heute kann ein Kampf für Gleichberechtigung nur zusammen und mit vereinten Kräften stattfinden.

Drei starke Frauen - 03.09.2018 11:50:07 - Magische Farbwelt - Rund zm Kosmetik und mehr

Meine Meinung zum Buch kann ich gleich vorweg nehmen: Ich wollte nicht, dass die Geschichte aufhört. Dabei hat sich das Buch so leicht, so schnell und so flüssig lesen lassen. Die Autorin Deb Spera schuf in ihrem Debütroman „Alligatoren“ drei Protagonistinnen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten.

Ganz, ganz großes Kino! Riesenkino! - 03.09.2018 11:14:38 - LaberLili

Was diesen Roman angeht, hatte ich mich durch andere Vorablesenden absolut heiß auf diese Geschichte machen lassen: Die Kurzbeschreibung klang durchaus interessant, schien mir aber auf eine zu konstruierte Geschichte hinzudeuten; für mich klang es als würde man versuchen, die verschiedenen Protagonistinnen auf Biegen und Brechen zusammen sein zu lassen. Nachdem ich allerdings eine Leseprobe des Romananfangs gelesen hatte, war es neben den allgemeinen Schwärmereien vor Allem der sehr klassische Erzählstil, der mich überzeugt sein ließ, „Alligatoren“ unbedingt ebenfalls lesen zu wollen – und wow, diese Entscheidung habe ich nicht bereut und mich innerhalb eines Tages vom Anfang bis zum Ende hindurchgeschmökert.
Vom Stil sowie von der Ausstrahlung der Erzählung war „Alligatoren“ nun für mich irgendwo zwischen „Die Farbe Lila“ und „Grüne Tomaten“ angesiedelt, was ich wunderschön fand, obschon „Alligatoren“ definitiv ein recht tragisches Südstaatendrama erzählt.

Insgesamt werden hier drei unterschiedliche Lebensgeschichten erzählt von Frauen, die eben letztlich in Verbindung miteinander stehen, aber diese Erzählstränge waren in meinen Augen doch sehr parallel zueinander angeordnet und keine der Figuren wurde eindeutig in den Mittelpunkt gestellt; da war die Verteilung sehr „gleichberechtigt“, während in der Geschichte gleich und gleich nicht immer, sondern gar nur selten, gleich sind. Gertrude, Oretta und Annie sind prinzipiell allesamt starke Frauen, die in einer Zeit leben, in der Stärke bei Frauen eher als Manko gesehen wird und in der sie eher über ihren Mann als ihr eigenes Tun definiert werden. Oretta schien mir da noch das respektabelste Renommee zu haben, hatte aber den „Makel“ ihrer dunklen Hautfarbe, wobei Oretta selbst im Prinzip gar keine Standesdünkel kannte und auch keine Unterschiede bei den Hautfarben machte, weswegen sie allerdings wiederum in ihrer schwarzen Gemeinde kritisch beäugt wurde.
„Alligatoren“ zeigt da insgesamt sehr schön den Umbruch der Zeit ohne dass alles letztlich perfekt sein muss, aber am Schluss erkennt man, dass sich der Fortschritt weder aufhalten lässt noch dass sich die Gesellschaft nicht weiterhin völlig wandeln kann und zum großen Teil eben auch muss. Im historischen Kontext wird Einiges dabei nur angedeutet: Annie, generell den reichen, weißen Bessergestellten zuzurechnen, spricht im Verlaufe des Romans die finanziell allmählich prekäre Situation ihrer Familie an; auch sie persönlich sieht man irgendwann auf einen Abgrund zusteuern, von dem man hofft, dass sie noch rechtzeitig vor ihm zum Stoppen kommt… die ganz große Weltwirtschaftskrise erreicht die Handlung noch nicht, aber es wird allgemein sehr klar verdeutlicht, dass es Annie vor Allem kaum anders als Gertrude ergeht, obschon sie aus absolut gegensätzlichen gesellschaftlichen Schichten stammen. Hier scheinen sich die Rollen letztlich auch bis zum Tausch hin zu verschieben; wie gesagt: „Wandel“, Veränderung, ist ein sehr großes, wenn nicht gar das zentrale, Thema in „Alligatoren“.

Die dargestellten Lebensgeschichten dieser drei Frauen waren sehr bewegend, sehr bedrückend, sehr traurig und zugleich aber sehr hoffnungsvoll und voller Vertrauen. Das ist ein Roman, der tatsächlich mit Tiefgang einhergeht, und der im Inneren auch noch eine Weile leise nachhallt.
Zuletzt hatte mir „Der englische Liebhaber“ von Federica de Cesco bereits sehr zugesagt, dass ich mich dazu habe hinreißen lassen zu behaupten, mit jenem Roman wohl bereits mein diesjähriges Lese-Highlight gefunden zu haben und dass es jedes weitere Buch 2018 da bei mir schwer haben würde: Nun ja, „Der englische Liebhaber“ ist von den „Alligatoren“ nun mit Leichtigkeit auf Rang 2 verwiesen worden.
Für mich hat „Alligatoren“ ganz eindeutig das Zeug dazu, zu einem der ganz großen Klassiker der Weltliteratur zu werden. Verweist man auf Salingers „Fänger im Roggen“, um die Sozialkritik an der Zeit nach dem 2. Weltkrieg zu verbildlichen, wird man sicherlich auch auf „Alligatoren“ verweisen können, um die Goldenen Zwanziger nicht ganz so golden erscheinen zu lassen!

Als das Leben in den Südstaaten noch rauer war - 30.08.2018 13:59:58 - milkysilvermoon

Branchville Anfang der 1920er-Jahre: Gertrude Pardee führt ein hartes Leben. Ihr Mann Alvin ist ein gewalttätiger Säufer, die Familie lebt in solch ärmlichen Verhältnissen, dass auch die Töchter hungern müssen. Wirtschaftlich besser geht es Plantagenbesitzerin Annie Coles, die jedoch auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen hat. Und dann ist da noch ihre farbige Haushälterin Oretta Bootles, kurz Retta, in erster Generation von der Sklaverei befreit. Alle drei Frauen wirken zunächst sehr verschieden, doch sie haben den Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung gemeinsam. Und dann passiert etwas, das sie zusammenbringt…

„Alligatoren“ ist der berührende Debütroman von Deb Spera, der in den Südstaaten zu der Zeit vor der großen Wirtschaftskrise spielt.

Meine Meinung:
Das Buch besteht aus fünf Teilen, die mehrere Kapiteln beinhalten, sowie einem Epilog. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive – und zwar im Wechsel aus der Sicht von Gertrude, Annie und Retta. Zunächst haben die drei Erzählstränge wenige Berührungspunkte. Dann werden sie immer stärker miteinander verwoben. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen.

Der Schreibstil ist flüssig, anschaulich und eindringlich, aber auch angenehm unaufgeregt. Die Sprache ist sehr einfach, was aber gut zum Bildungsgrad vor allem von Gertrude und Retta passt. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht schwer.

Schön finde ich es, dass man es sogar mit drei starken Frauencharakteren zu tun hat. Die Hauptprotagonistinnen sind mir nicht alle gleichermaßen sympathisch. Doch sie werden interessant, detailliert und authentisch dargestellt. Ihre Gedanken lassen sich gut nachvollziehen.

Der Inhalt des Romans konnte mich sehr bewegen, denn es geht um emotionale Themen wie Liebe, Freiheit und Verlust. Der harte Kampf der Frauen ums Überleben vor dem Hintergrund von Hunger, Armut und Krankheit sowie die teils grausamen Umstände der damaligen Zeit machen betroffen.

Trotz der eher hohen Seitenzahl habe ich die Geschichte größtenteils nicht als langatmig empfunden, denn es gibt immer wieder spannende Passagen.

Gerne habe ich etwas über das Leben in den Südstaaten zur damaligen Zeit gelernt. Die Anmerkungen zum geschichtlichen Hintergrund des Romans belegen die Recherchearbeit der Autorin.

Das Cover passt meiner Ansicht nach inhaltlich sehr gut zur Geschichte. Der deutsche Titel orientiert sich stark am amerikanischen Original, was ich gut finde.

Mein Fazit:
„Alligatoren“ von Deb Spera ist ein aufwühlender Roman über drei Frauenschicksale. Keine leichte Kost, aber eine empfehlenswerte Lektüre.

Eine bewegende Geschichte über drei unterschiedliche Frauen in den 1920er Jahren in South Carolina! - 30.08.2018 12:48:47 - clary999

»Veränderung kann entstehen, wenn wir unsere Kräfte vereinen. Das ist es, was Retta, Gertrude und Annie im Laufe des Buches zu verstehen beginnen. Keiner von uns hat eine Ahnung davon, was andere ihr Leben lang mit sich herumtragen.« Zitat von Deb Spera

Zum Inhalt: Branchville, South Carolina in den Jahren 1923/24.
Ein Alligatorenweibchen beschützt und versorgt ihre Jungen. Gertrude Pardee (Gertie) und ihre vier Töchter hungern. Alvin, der Vater der Familie, versäuft den Lohn. Gertrude sucht nach Essbaren. Es fällt ein Schuss.

Annie Coles, die Frau eines Plantagenbesitzers, entdeckt zufällig ein Familiengeheimnis, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt! Vor vielen Jahren hat sie einen Sohn verloren. Niemand schien zu wissen warum.

Oretta Bootles (Retta), eine ältere Afroamerikanerin, ist Haushälterin bei Miss Annie. Trotz der Sklavenbefreiung muss sie aufpassen, was sie laut ausspricht. Retta soll für ein paar Tage Gertrudes kranke und jüngste Tochter Mary aufnehmen. Retta kümmert sich fürsorglich um die kleine Mary. Sie hat ein offenes Herz für Bedürftige, egal ob mit schwarzer oder weißen Hautfarbe.

Drei Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die trotz vieler Enttäuschungen, Trauer und Leid weiterkämpfen!

Meine Meinung: Der Schreibstil der Autorin Deb Spera ist flüssig, detailliert und ungeschönt. Erzählt wird abwechselnd aus den Sichten der drei Frauen in Ich-Form. Alligatoren spielen in der Geschichte zwar nur eine indirekte Rolle, die aber überzeugend zur Geltung kommt! Traurigkeit, aber auch Hoffnungsschimmer und Mut durchzieht die Geschichte.

Es beginnt mit einer Begegnung von Gertrude und der Alligatorenmutter. Es ist ein heißer August. Schon in den ersten Zeilen ist eine Trostlosigkeit zu spüren, aber auch ein verzweifeltes Aufbegehren von Gertrude.

»Manchmal vergehen die Jahre so schnell, als würde man Seiten in einem Buch umblättern, aber ein Tag kann so lange dauern, dass ein ganzes Leben vorbei ist, ehe die Sonne untergeht.«
Zitat aus dem Buch

Gertrude ist verbittert und traurig. Sie versucht Alles um ihre Töchter (im Alter von 6 bis 15 Jahren) am Leben zu erhalten. Ihr Mann Alvin ist Alkoholiker und schlägt seine Frau und seine Kinder. Gertrude findet in der Näherei von Mrs. Coles eine Anstellung.

Annie Coles führt eine Näherei und beschäftigt viele Frauen. Der schreckliche Tod ihres Sohnes hat ihre Familie verändert. Ihre erwachsenen Töchter haben den Kontakt abgebrochen, was besonders Annie belastet. Ein Sohn arbeitet in der Näherei von Annie, ein weiterer Sohn beim Vater auf der Plantage. Aussagen und Befehle von Mr. Coles darf niemand hinterfragen.

»Ein später Anfang ist nicht weniger bedeutsam als ein früher. Ich würde sogar behaupten, er ist noch bedeutsamer. Lebenserfahrung lässt sich nicht allein daran messen, wie viele Hindernisse man überwinden musste, um sie zu erlangen.« Zitat aus dem Buch

Oretta (Retta) lebt mit ihrem Mann Odell im Schwarzenviertel Shake Rag. Auch in ihrer Vergangenheit geschah etwas Entsetzliches. Besonders Retta hat mir sehr gut gefallen, weil sie sehr verständnisvoll und mitfühlend war.

»Wenn du irgendwann im Leben das Gefühl hast, dass um dich rum nur Dunkel ist, dann liegt es daran, dass es auch so ist. Du musst das Licht finden. Ein Loch kann dich beschützen, aber du kannst nicht ewig in so einem Loch bleiben. Was dunkel ist, muss ans Licht kommen. Jeder Mensch braucht die Sonne.«
Zitat aus dem Buch

Im Buch musste jede der drei Frauen Trauer und Leid ertragen, aber jede von ihnen zeigt auch Willensstärke und Mutterliebe! Gertie, Annie und Retta kennen sich noch nicht lange, aber nach und nach kommen sie sich näher und begreifen, dass sie sich gegenseitig Halt und Unterstützung geben können!

Die Autorin hat gewissenhaft über die unterschiedlichen Lebensumstände der Menschen in der damaligen Zeit recherchiert. Die Personen und Geschehnisse im Buch sind fiktiv, aber enthalten teilweise Erinnerungen an Erfahrungen und Erlebnisse der Vorfahren von Deb Spera und auch anderen Frauen. Es geht um persönliche Schicksalsschläge, aber auch um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, sowie Schwarzen und Weißen.

In den Jahren vor der Weltwirtschaftskrise (1929) kam es zu einer Baumwollkapselkäferplage, die Auswirkungen auf jede Bevölkerungsschicht hatten. Unwetter, Diphtherie und andere Krankheiten, bei denen viele Menschen starben oder in Armut gerieten. Auch diese Tatsachen sind in die Geschichte ergreifend eingebunden. Einzelne Passagen fand ich zu lang gezogen, aber meine Ergriffenheit wurde dadurch nicht gesenkt.

Im wissenswerten Nachwort geht die Autorin auf historische Hintergründe näher ein!

Eine historische Geschichte über drei aufbegehrende Frauen, die mich sehr bewegt hat und nachdenklich stimmt!
Lesenswert!
4+ Sterne

Starkes, großartig erzähltes Südstaaten-Epos - 25.08.2018 09:43:55 - ü60gutezeiten

Der überaus starke Buchbeginn nimmt sofort gefangen, und dieser Einstieg in seiner Intensität, auch in seiner Grausamkeit und Unabdingbarkeit zeigt, wohin die Geschichte zielt: auf die enorme Stärke von Frauen, wenn sie sich verbünden, egal woher sie kommen, egal welche Vorgeschichte sie mit sich herumschleppen, egal welche Sehnsüchte sie antreibt. Freiheit und Selbstbestimmung als Selbstverständlichkeit des Lebens sind die nicht ausgesprochenen Ziele.

Drei Frauen verbunden in der Geschichte - 24.08.2018 00:02:52 - Saphir

Branchville, ein kleiner Ort in der Nähe von Charleston zu der Zeit wo die erste Generati-on nach der Sklavenbefreiung älter wird. Drei Frauen, die so unterschiedliche sind, eigent-lich nichts gemeinsam haben und durch die Geschehnisse doch sehr eng was miteinander zu tun bekommen.
Annie, die Frau eines Plantagenbesitzers, deren Familie zerbrochen ist und sie erst spät und durch Zufall erfährt, warum. Gertrude, eine Weiße aus armen Verhältnissen, die ei-nen brutalen Mann hat und mit ihren Töchtern kurz vorm Verhungern steht. Und Oretta, die farbige Haushälterin von Annie die ihren Mann über alles liebt und das Auskommen durch ihre Arbeit hauptsächlich bestreitet. Allein die einzelnen Geschichten der Frauen sind erschütternd. Was dann passiert, als sie immer mehr miteinander zu tun haben, sich ihre Geschichten verbinden, ist lesenswert. Jede versucht auf ihre eigene Art und Weise für sich und eine Art Freiheit zu kämpfen.
Die Autorin schreibt so, dass man sich durchs Lesen schon in den Süden versetzt fühlt. Die Geschehnisse konnte ich mir wirklich gut bildlich vorstellen und die entsprechenden Stimmungen sind ebenfalls gut dargestellt. Immer mehr hat mich dieser Roman in seinen Bann gezogen. Eine sehr gut erzählte Geschichte, wie die Frauen in einer männerdomi-nierten Welt um ihre Freiheit, um ihr Recht kämpfen.

Mutter Courage der Südstaaten - 22.08.2018 22:38:46 - Petra Wiechmann

Es ist die Zeit vor der Wirtschaftskrise in den USA. Dem Süden geht es schon länger nicht gut. Die Ernten sind schlecht, Arbeit gibt es wenig, und die Schwarzen sind gerade erst eine Generation frei von der Sklaverei.
Drei Frauen kämpfen für sich und ihre Kinder ums Überleben, Freiheit und gesellschaftliche Anerkennung.
Gertrude eine arme Weiße deren vier Töchter schon lange hungern, der Vater vertrinkt das bisschen Geld und schlägt seine Familie halb tot.
Annie, Frau des mächtigen Plantagenbesitzers hat noch vier überlebende erwachsende Kinder, erfährt das ihr Mann Schuld am Tod eines Sohnes ist.
Retta die schwarze Hausangestellte, ist fast eine Freundin für Annie und kümmert sich um Gertrudes jüngste Tochter, sie weiß viel und versucht das Schlimmste zu verhindern.
Die Mütter tun einfach alles für ihre Kinder, aus Gründen die eins zu eins nachvollziehbar sind. Die schwere Zeit ist eine Sache, die Art und Weise wie sich die Väter verhalten eine andere.
Der Schreibstil und die Sprache ist etwas sperrig aber wenn man sich daran gewöhnt hat steht die Geschichte im Vordergrund.Im Nachwort erklärt die Autorin warum sie so und nicht anders ihr Buch geschrieben hat. Klare Worte flüssiger Text, spätestens dann erkennt man das der Schreibstil zum Buch gehört so und nicht anders, es ist die Sprache und Ausdrucksweise jener Zeit.
Eine Zeit die keiner erleben möchte, so bitter, so wenig Freude und die wenigen Lichtblicke sind selten und schwer zu finden.
Die Autorin hat es sehr gut vermittelt, nachdem ich mit dem Buch warm geworden bin konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, es war nicht die Spannung sondern der Wunsch den Müttern durch das Lesen ihres Schicksals etwas Unterstützung zu vermitteln. Eigenartig ich weiß aber wenn ein Buch solche Gefühle hervor ruft ist es für mich ein gutes Buch.

Schöner Südstaatenroman - 22.08.2018 15:08:16 - anonym

Der auf mich eher negativ wirkende Buchtitel sollte nicht von der Lektüre dieses Buches abhalten. Denn es ist wirklich ein schöner Südstaatenroman, wenngleich auch ohne die Romantik, die ähnlichen Büchern oft innewohnt, und ohne die sonst typische Thematik der Unterdrückung der Farbigen zu behandeln.
Angesiedelt ist die Geschichte in den 1920er Jahren in Alabama. Die Region leidet unter den Folgen der Baumwollkäferplage, die die Wirtschaft stark beeinträchtigt hat. Drei Frauen werden in den Fokus gerückt und sie erzählen abwechselnd von ihren individuellen schweren Schicksalen. Gertrude, eine Weiße aus ärmlichen Verhältnissen, mit vier Töchtern leidet Hunger sowie unter den Misshandlungen ihres trunksüchtigen Ehemannes. Die Schwarze Retta, deren Mutter noch eine Sklavin war, arbeitet immer noch für die frühere Besitzerfamilie, die Plantageneigentümer Coles. Über den frühen Tod ihrer einzigen Tochter kommt sie bis ins Alter nicht weg. Auch Annie Coles hat den Selbstmord ihres Sohnes im Kindesalter nie verwunden und findet im Alter den Grund heraus. Die Geschichte jeder einzelnen Frau könnte auch alleine gelesen werden. Die drei treffen zusammen. Sie erweisen sich als starke, unkonventionelle Frauen, die sich gegen erlittene Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen. Der Leser nimmt teil an ihren Ängsten und Verletzungen .Der Text liest sich einfach, insbesondere weil ja Gertrude und Retta aus schlichten Verhältnissen kommen und sie Umgangssprache einfließen lassen.

Ein beeindruckender Roman.

Eine für Alle, Alle für Eine - 21.08.2018 21:11:17 - dj79

Von wem ist hier eigentlich die Rede, wenn Deb Spera mit dem Titel ihres Romans „Alligatoren“ ankündigt? So unverwüstlich wie die Haut und auch so zäh wie das Fleisch der Alligatoren, die im benachbarten Sumpf leben, müssen auch die Frauen zur Zeit kurz vor der Weltwirtschaftskrise sein, die in den Südstaaten der USA um ihr Überleben kämpfen müssen. Der Baumwollkäfer hat bereits drei Ernten infolge vernichtet. Das Umsatteln auf Tabakanbau wirft nicht genug Gewinn ab.

Zu dieser unwirtlichen Zeit kreuzen sich die Wege von Anni Coles, Retta Bootles und Gertrude Pardee.

Die Farbige, Retta, arbeitet im Haushalt der Familie Coles, so wie es schon ihre Mutter und ihre Großmutter getan haben, nur mit dem Unterschied, dass sie in Freiheit geboren wurde. Retta, die eigentlich Oretta heißt, ist sehr spirituell unterwegs, sie hat ein unendlich großes Herz, sie verehrt Gott und die Kirche. Die größte Zuneigung und Liebe empfindet sie jedoch für ihren Ehemann, Odell. So wie sie von ihm spricht, denkt man an eine junge Liebe und dementsprechend an eine junge Frau. Nur ihre Gebrechen verraten sie. Oretta und Odell haben alle Widrigkeiten des Lebens gemeinsam überstanden. So hält die beiden auch im Alter ein festes Band zusammen, auch wenn sie Meilen von einander entfernt sind.

Gertrude ist die gepeinigte Frau eines alkoholkranken Taugenichts. Sie haben vier Mädchen, von denen zwei bei Verwandten wohnen müssen, weil sie nicht mal genug haben, um alle satt zu bekommen. Als sie schließlich bei Anni Coles in der Näherei anfängt, könnte das Leben für sie besser werden. Doch überall lauern Gefahren wie zum Beispiel das Sumpffieber.

Anni scheint es als Frau eines Plantagenbesitzers und Besitzerin einer Näherei am besten zu haben. Doch der Schein trügt, auch sie hat ihr, wenn nicht gar das schwerste, Päckchen zu tragen. Es kommt nicht von ungefähr, dass ihre Töchter den Kontakt zu den Eltern abgebrochen haben. Zudem setzen die Missernten auch den reichen Weißen zu.

Auf für diese Zeit unkonventionelle Art und Weise helfen sich die drei Frauen. Retta nimmt Gertrudes neunjährige, kranke Tochter bei sich auf und pflegt sie gesund. Anni gibt ihr Obdach und eine Anstellung. Auch wenn die Beziehung manchmal weniger herzlich als geschäftlich wirkt, zieht jede der drei Frauen einen sehr persönlichen Nutzen daraus.

Der in fünf Teile gegliederte Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Gertrude, Retta und Anni jeweils in der Ich-Perspektive erzählt. So kann man allen Dreien nahe kommen. Am sympathischsten war mir Retta. Sie hat am meisten gegeben, strahlte trotz der Misere eine gewisse Zufriedenheit aus. Für mich war Retta zudem die heimliche Chefin der Gruppe, weil sie im Hintergrund sämtliche Fäden gezogen hat.

Mir hat „Alligatoren“ gefallen, ich empfehle es gern weiter.

Könnte ich sechs Sterne vergeben - ich würde nach einem siebten verlangen! - 21.08.2018 12:27:38 - C.D. Klapproth

Cover / Artwork / Aufbau des Romans
Das Cover von „Alligatoren“ zeigt drei Frauen die im unteren Bildrand an einem Feld stehen und die Halbfrontale einer Frau, die im oberen Bildrand den Eyecatcher des Romans stellt. Die in kursiven Lettern gehaltene Schrift und die gedeckten Farben hatten mich von der ersten Sekunde an. Erzählt wird das Buch aus drei unterschiedlichen Sichtweisen; zu Wort kommen Gertrude, eine junge Mutter, die ihre Töchter vor dem Verhungern retten will, Annie, die Frau eines Plantagenbesitzers und Oretta, ihrer Köchin.

Inhalt
Der Klappentext weist bereits darauf hin, dass Deb Spera die Geschichten dreier Frauen erzählt, die in den Südstaaten zur Zeit der großen Baumwollkapselkäferplage leben – einer Zeit noch vor dem Börsencrash von 1929. Die wirtschaftlichen Umbrüche haben Auswirkungen auf alle Familien, seien sie weiß, schwarz, arm, reich. Doch in „Alligatoren“ geht es um so viel mehr, dass es fast vermessen ist, den Inhalt wieder geben zu wollen, daher an dieser Stelle nur soviel: Das Buch erzählt von Gertrude, die an einen herrischen und unkontrollierten Mann gekettet versucht, ihre Mädchen über den Hunger zu retten; von Oretta, die mit ihrem Mann Odell für eine reiche Familie arbeitet und Annie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einerseits als eine emanzipierte Frau gilt, doch ihr Herz schwer ist von Geschehnissen, die sie selbst nur langsam begreift. Sie alle drei nehmen das Leben wie es kommt und müssen erkennen, dass das Leben mit ihnen nicht immer zimperlich umgeht.

Fazit
Es ist eins der Bücher, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnten und mich selbst jetzt beim Schreiben der Rezi zu Tränen rühren, da mich die Geschichte einfach nicht loslässt. Doch was ist es eigentlich, das „Alligatoren“ so besonders macht? Zum einen konnte ich es einfach nicht fassen, dass es wirklich der Debutroman der Autorin sein soll. Konnte das mit rechten Dingen zugehen? Kann eine Autorin bei ihrem ersten Roman die Figuren so fantastisch herausarbeiten, dass man als Leser jedes Mal auch ohne auf die Überschrift zu schauen, in der verraten wird, welche Protagonistin gerade zu Wort kommt sofort erkennt, wer jetzt seinen Teil zur Geschichte beiträgt? Kann es angehen, dass ein Buch, das in drei Rahmengeschichten erzählt wird, zu jedem Moment fesselnd ist und dem Leser zu keiner Zeit das Gefühl lässt, dass er/sie sich nach der vorherigen Rahmengeschichte sehnt?
Ihr werdet es erahnen – natürlich beantworte ich die Fragen mit „ja“ und doch ist es noch nicht genug des Lobesliedes. Losgelöst von den historischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zuständen dieser Zeit gibt die Autorin drei Frauen eine Stimme, die stellvertretend für viele Frauen stehen und mich dennoch mit ihrer persönlichen Geschichte berührten und das auch noch immer tun – in diesem Zusammenhang ist es auch sehr interessant, den Anhang zu lesen, in dem Deb Spera in kurzen Worten erzählt, wie sie zu dieser Geschichte gekommen ist.
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle noch ein paar Zitate zum Besten bringen, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass kein einziges losgelöst vom Kontext des Buches auch nur im Entferntesten beschreiben kann, was ich beim Lesen empfunden habe.

Einfühlsamer Roman - 19.08.2018 12:29:55 - Marion Sommer

Einfühlsamer Roman

Deb Spera hat mit Alligatoren einen spannenden und ergreifenden Südstaatenroman verfasst.

Anni Coles ist die Frau eines Plantagenbesitzers, doch die Zeiten waren schon mal besser, die besten Jahre liegen bereits hinter ihnen. Sie ist zwar nicht von Armut bedroht, sorgt sich aber auch um ihre Zukunft. Das Zerwürfnis mit ihren erwachsenen Kindern macht ihr das Leben zusätzlich schwer.

Retta Bootles arbeitet bei den Coles, wie schon ihre Mutter und Großmutter. Oretta ist frei, wurde nicht mehr während der Sklaverei geboren. Sie hegt ein inniges Verhältnis zu ihrem Mann, den sie allerdings selten sehen kann.
Als dritte im Bunde wäre da noch Gertrude Pardee. Sie ist so arm, das sie manchmal gar nicht weiß, wie sie sich und ihre Kinder ernähren soll, daher leben zwei der vier Mädchen nicht mehr bei ihr, sondern bei Verwandten. Ihr Mann trinkt lieber, als sie und die Kinder zu unterstützen. Gertrude entledigt sich daher des Problems, und sorgt so gut es eben geht für sich und die Kinder. Als sie eine Anstellung in der Näherei von Anni Coles bekommt, merkt sie schnell, dass auch das nicht perfekt ist. Als ihre Tochter erkrankt, kümmert sich Retta um sie.

Deb Spera erzählt in ihrem Roman eine rührende Geschichte über drei Frauen, die sich in dieser schweren Zeit gegenseitig helfen und unterstützen, und das, obwohl sie einiges voneinander trennt. In den Köpfen der Bevölkerung herrscht immer noch die Vorstellung von Menschen zweiter Klasse. Doch dieses Buch wärmt einem das Herz, zeigt, dass es trotz solcher Rassen und Klassenunterschiede noch Menschen gibt die zusammenhalten.
Der Titel lässt nicht unbedingt auf einen Roman aus dieser Epoche schließen, dem aufmerksamen Betrachter des Covers erschließt sich allerdings schon mehr.
Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen. Es ist ein Roman der die damalige Zeit ins Gedächtnis ruft, und trotz der Missstände aus dieser Zeit auch positives bereithält, am Beispiel dieser drei Frauen.

… aber auf die Frau kommt’s an, damit eine Familie glücklich wird - 17.08.2018 21:29:36 - misery3103

Die Südstaaten der USA in den 1920er Jahren. Drei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Leben miteinander verwoben. Mrs. Annie Coles, die mit ihrem Mann ein gutes Leben führt, Geschäfte tätigt und ihrer heilen Familie nachtrauert, nachdem eins ihrer Kinder tot ist und die beiden Töchter ein eigenes Leben führen, ohne zu den Eltern Kontakt zu haben. Mrs. Gertrude Pardee, Mutter von vier Töchtern, ein trinkender Ehemann, den sie los werden muss, bevor sie eine Stelle in der Näherei von Mrs. Cole annehmen kann, um ihre Töchter ernähren zu können. Mrs. Oretta Bootles, die schwarze Haushälterin von Mrs. Cole, die sich um eine von Gertrudes Töchtern kümmert, während die sich von ihrem trinkenden Ehemann befreien muss.

Drei unterschiedliche Frauen, die in einer schwierigen Zeit versuchen müssen, ihren Platz im Leben zu finden, einem Leben, das von Männern bestimmt wird … guten und nicht so guten. Und die verwobenen Leben der Frauen werden noch enger verwoben, als sie sich gegen Männer durchsetzen müssen, die ihre Kinder bedrohen. Als Wahrheiten zutage kommen, die für viele nicht zu ertragen sind, müssen die Frauen noch näher zusammenrücken.

Das Buch ist aufrüttelnd und erzählt von unterschiedlichen Frauen, die stark sein müssen, um ihre Kinder am Leben zu halten, weil die Zeiten schwer sind. Frauen, die alles tun, um ihre Kinder zu beschützen und Essen heranzuschaffen.

Ein Buch über drei unterschiedliche Frauen, die in einer schwierigen Zeit Stärke zeigen. Ein Buch über Frauen, über starke Frauen!

Ein ganz besonders berührender Südstaatenroman - 15.08.2018 09:01:17 - sommerlese

Es sind diese drei Frauen, die sich mutig für die Gleichberechtigung einsetzen und erfolgreich dagegen ankämpfen. Der Kampf ist nicht leicht, es gilt Opfer zu bringen, sich über Regeln hinwegzusetzen und es gehört eine Menge Mut dazu.
Der Roman zeigt die schwierigen Umstände, die Sorgen und die Ängste der drei Frauen auf. Es gibt Familiendramen, Epidemien und Sturmkatastrophen zu überstehen und die Frauen überwinden ihre Angst und finden einen Weg aus dieser Düsternis. Sie kämpfen swie Alligatorenweibchen für ihre Kinder.

Die drei Protagonistinnen wechseln sich in der Rolle der Ich-Erzählerin ab, der Erzählstil und die Sprache lassen eindeutige Zuordnung zur Sprecherin zu. So erfährt man hautnah von ihren Ängsten, Sorgen und Alpträumen und erlebt die Erkenntnisse und Veränderungen mit, die in ihren toben.


Was bei diesem Roman auffällt, ist die herausragende Rolle, die hier Frauen gegenüber Männern einnehmen. Es sind starke Frauen, sie haben Mut, unternehmerisches Geschick oder einem unerschütterlichen Glauben. Sie kämpfen trotz ihrer verschiedenen Gesellschaftsschichten für die Gerechtigkeit, befreien sich aus ihrer unterwürfigen Rolle in dieser Männergesellschaft.

Der Erzählton schwankt zwischen melancholischer Darstellung und hoffnungsvollen Veränderungen. Dadurch ist man stets auf der Seite der Protagonisten und hofft mit ihnen auf eine Verbesserung ihrer Lage. Gemeinsam erlebt man Hunger, Naturkatastrophen und Krankheiten und setzt doch alles auf die Hoffnung und Liebe. So gesehen sorgt dieser Roman für die ganz großen Gefühle, es ist der solidarische Kampf der Frauen gegen Unterdrückung und Unrecht.


Ein ganz besonders berührender Südstaatenroman und ein ganz großes Buch mit einem langen Nachhall. Unbedingt lesen!

Drei unterschiedliche Frauen führt das Schicksal zusammen - 14.08.2018 19:49:26 - Siko71

Klappentext:
Seit Stunden belauern sie sich gegenseitig: das Alligatorweibchen, das seine Jungen beschützen muss, und Gertrude, deren vier Töchter seit Tagen nichts gegessen haben. Ein Schuss fällt, doch er trifft nicht das Reptil – es gibt Schlimmeres als den Hunger.
Auch Annie, die Plantagenbesitzerin, hat einen größeren Feind, als sie wahrhaben möchte. Ihren jüngsten Sohn kostete das bereits das Leben.
Doch als Oretta, Annies schwarze Haushälterin und in erster Generation von der Sklaverei befreit, Gertrudes kranke neunjährige Tochter bei sich aufnimmt, finden diese drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, zusammen. Denn sie alle haben eins gemeinsam: die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Ein sapnnender Roman, der die Wege der drei Frauen beschreibt. Gertrud ist misshandelt von ihren Mann am Ende. Sie sucht und findet einen Weg sich und ihre Kinder zu befreien.
Oretta, Sklavin hat die Gabe vorausszusehen und weiß viel aus der Vergangenheit, was für Annie noch ein Gehemniss ist. Welches die Frau, als sie es rausfindet in eine tiefe Krise stürzt.
Mich hat dieses Buch gefangen genmmen und es gibt volle Punktzahl.

Ein Roman, der unter die Haut geht - 14.08.2018 14:11:10 - Vivian Neumann

Inhalt: Drei Frauen in den 1920gern, die nahe beisammen in den Südstaaten leben, können unterschiedlicher ihrer sozialen Herkunft nicht sein. Doch verbindet das persönliche Schicksal sie miteinander.
Gertrude wird von ihrem Mann, der das wenige Geld, das er in der Firma seines Vaters verdient, versäuft, geschlagen. Sie haben vier Töchter von denen zwei, wegen dem Hunger die die Familie erleidet, bei Gertruds Bruder Berns leben. Gertrude legt sich auf die Lauer um ein mächtiges Alligatorenweibchen zu erlegen. Als sie schießt, trifft sie aber nicht jenes...
Retta ist die schwarze Hausangestellte der Familie Coles. Eine weise Frau mit dem „zweiten Gesicht“, welche schon als Kind in dem Haus gearbeitet hat und später den Platz ihrer Mutter einnahm. Sie nimmt heimlich Gertrudes kranke neunjährige Tochter zur Pflege auf. Sie selbst hat ihre einzige Tochter an eine Krankheit verloren und hat einen gehbehinderten Mann. Doch sie wächst in ihren Aufgaben und tritt für die Menschlichkeit ein.
Annie ist die Frau eines ehemals reichen Plantagenbesitzers, der um Erhaltung seines Status kämpft. Sie ist Besitzerin einer Näherei. Ihre zwei Töchter haben sich von der Familie gelöst und einer ihrer drei Söhne hat sich in jungen Jahren das Leben genommen. Eines Tages macht sie eine Entdeckung, die ihr die Augen öffnet. Nicht der Baumwollkäfer, der seit Jahren die Ernte zerstört ist ihr größter Feind. Nein ... der Feind ist viel näher.
Wertung: „Alligatoren“ ist Dep Spera`s erster Roman. Als Vorlagen dienten ihr die vielen Erzählungen ihrer Urgroßmutter und ihrer Großmutter. Zuvor schrieb sie Kurzgeschichten die breit veröffentlicht und mit Preisen gewürdigt wurden.
Das Buch hat drei Erzählstränge. Ein jeder wird aus der Sicht der jeweiligen Protagonistin, einer der drei Frauen, erzählt. Im Verlauf verflechten sich diese Geschichten immer enger miteinander, was auch die Zuspitzung der Spannung erkennen lässt. Die Sprache einer jeden Protagonistinnen ist ihrem sozialen Status angepasst. So fällt es dem Leser recht leicht, sich in diese Person hineinzudenken.
Das Cover spiegelt deutlich die Stimmung des Romans wieder. Die Farbe Grün steht für Hoffnung, welche sich in allen drei Frauen wiederfinden lässt. Auch der harte abwesende Blick der oben dargestellten Frau lässt auf das Leben zu der Zeit schließen. Hunger und Armut, Leid und Krankheit, aber auch Liebe und Hoffnung dominieren in dem Roman. Die drei unteren Mädchen spiegeln zwar nicht das Alter der Protagonistinnen im Buch wieder, aber ihre Harmonie miteinander, trotz verschiedener Herkunft, sind deutlich erkennbar.
Der Tittel „Alligatoren“ passt ausgezeichnet. Ein Alligatorenweibchen beschützt ihre Familie mit allen Mitteln. Auch die drei Frauen kämpfen um ihre Familien. Tun es Annie und Gertrude für ihre Kinder, so tut es Retta, die ihr einziges Kind verloren hat, für die Kinder ihrer Herrin und auch für Gertrude.
Fazit: „Alligatoren“ ist ein ganz besonderes Buch, das unter die Haut geht. Es hat sämtliche Emotionen in mir freigesetzt und wird in meinem Regal einen besonderen Platz erhalten. Ein jeder, der Bücher, wie zum Beispiel „Die Farbe Lila“, „Die Farbe von Milch“ oder auch „Kleine, große Schritte“ mit Freuden gelesen hat, sollte auch dieses Buch lesen. Aber auch alle anderen sollten dieses Prachtexemplar mal versuchen.

Drei Frauen - drei Schicksale ... - 04.08.2018 23:40:07 - Herbstrose

In den Sümpfen von South Carolina, 1924: Eine armselige Hütte, vier Kinder, nichts zu essen und einen gewalttätigen, ständig besoffenen Mann - das ist Gertrudes Leben. In ihrer Verzweiflung bringt sie die drei ältesten Mädchen ins nahe Dorf zu ihrem Bruder Berns, wo sie ihm auf den Baumwollfeldern helfen sollen. Berns schickt Gertrude zu Annie Coles, in deren Fabrik sie die Stelle einer verstorbenen Näherin erhält und die ihr gleichzeitig ein kleines Häuschen zur Miete überlässt. Die 6jährige kranke Mary gibt Gertrude bei Oretta ab, einer Schwarzen, die bei Annie Haushälterin ist und die für ihre Heilkünste bekannt ist. Nun kann sie sich, mit einer Flinte bewaffnet, zurück auf den gefährlichen Weg durch den Sumpf machen, um ihre paar Habseligkeiten in dem alten Zuhause zu holen. Plötzlich bleibt sie wie angewurzelt stehen, ein riesiger Alligator versperrt ihr den Weg – sie legt an, ein Geräusch, ihr Mann torkelt heran, die Bestie bewegt sich, ein Schuss fällt …
So aufregend beginnt „Alligatoren“, der erste Roman von Deb Spera, der Leiterin eines amerikanischen TV-Produktions-Unternehmens. Sie wuchs in Louisville, Kentucky, auf. Deb Spera veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten in namhaften Journalen und war Finalistin des Montana Literaturpreises und zweimalige Finalistin des Kirkwood Literaturpreises. Heute lebt sie mit Mann und zwei ihrer drei Kinder in Los Angeles.
Gertrude, Annie und Oretta, drei starke Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, deren Schicksal jedoch eng miteinander verwoben ist. Eins haben sie gemeinsam, sie wollen ihr Leben selbst bestimmen, frei und unabhängig sein:
Annie scheint alles erreicht zu haben. Sie ist mit einem reichen Plantagenbesitzer verheiratet und hat ihre eigene kleine Fabrik. Doch sie hat einen Feind, da wo sie es nicht vermutet und auch lange nicht wahrhaben will, was ihrem jüngsten Sohn bereits das Leben kostete, ihre Mädchen vertrieben hat und auch sie in Todesgefahr bringt. – Oretta, Annies schwarze Haushälterin, besitzt viel Lebensweisheit und wird von metaphysischen Wahrnehmungen heimgesucht. Die Sklaverei ist zwar abgeschafft, dennoch hat sie unter ihrer Hautfarbe zu leiden. Von allen Seiten erfahren sie und ihr ebenfalls schwarzer Mann Demütigungen, Vorurteile von Weißen sind alltäglich. – Gertrude hat nichts als Sorgen, täglich muss sie ums Überleben für sich und ihre vier Mädchen kämpfen. Außerdem führt sie einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Natur, gegen ihr Umfeld und gegen ihr Gewissen …
Ein großes Lob gebührt der Autorin für dieses Erstlingswerk. Es gelingt ihr großartig, die Atmosphäre der Südstaaten Mitte der 20er Jahre wiederzugeben und den Figuren Leben einzuhauchen. Kapitelweise abwechselnd lässt sie die Frauen selbst zu Wort kommen, was dem Buch eine authentische Lebendigkeit verleiht. Der Schreibstil ist sehr ausdrucksstark und angenehm flüssig, Aktionen und Landschaften sind anschaulich erfasst und treffend in Szene gesetzt. Die Handlung ist solide konstruiert mit etlichen dramatischen Wendungen, schonungslos offen und erschreckend, die dem Geschehen eine völlig neue, tragische Richtung verleihen und zu einem unerwarteten Ende führen.
Fazit: Eine ergreifende Geschichte, spannend und mitreißend – ein wundervolles Buch!

Sehnsucht nach Selbstbestimmung - 29.07.2018 10:16:23 - leseratte1310

Der Baumwollkapselkäfer brachte große Not über die Südstaaten, denn drei Jahre lang gab es keine Ernten. Gertrude kann ihre vier Töchter nicht satt bekommen. Ihr Mann Alvin ist keine Unterstützung, im Gegenteil, er ist gewalttätig und der Alkohol macht ihn noch schlimmer. Als sie auf dem Damm einen Alligator belauert, passiert etwas, das ihr Leben verändert. Auch Annie Coles, die Besitzerin einer Näherei, hat kein einfaches Leben. Ihren jüngsten Sohn hat sie verloren und im Grunde auch ihre beiden Töchter. Ihre Haushälterin Retta ist in erster Generation von der Sklaverei befreit. Sie hat viel gesehen im Haus der Coles und immer geschwiegen. Dann nimmt sie für eine Weile Gertrudes kleine kranke Tochter auf. In diesem Moment beginnt sich vieles zu ändern.
Auf diesen Roman muss man sich einlassen, denn es ist eine bedrückende Geschichte. In jener Zeit hatten Frauen noch nicht viel zu sagen, sie taten, was zu tun war, ertrugen die Not und Gewalt und ergaben sich in ihr Schicksal. Auch Gertrude ist so eine Frau. Sie versucht so gut es geht, ihre Kinder zu schützen und kann doch nur wenig tun. Aber dann nutzt sie die Gelegenheit und macht sich frei, damit es ihren Kindern besser geht. Doch sie muss feststellen, dass die Vergangenheit einen nicht loslässt. Annie Coles wirkt emanzipiert und leitet sogar eine Näherei, die Arbeit für Frauen schafft. Aber das hat sie nur der Weitsicht ihres Vaters zu verdanken. Ihr Mann nennt sie Mutter und lässt sie spüren, wer der Herr im Haus ist. Auch seine ältesten Söhne leiden unter ihm. Während Lonnie seinem Vater aus dem Weg geht und seine Mutter in der Näherei unterstützt, versucht Eddie die Anerkennung seines Vaters durch Unterwürfigkeit zu erlangen. Edwin Coles ist ein sehr unangenehmer Mensch, der allen das Leben schwer macht und seine dunklen Geheimnisse hat. Doch dann kommt der Tag, an dem Annie die Augen geöffnet werden. Auch Retta hat ihre Verluste zu beklagen, aber sie schafft weiter und sorgt sich um andere.
Gertrude, Annie und Retta sehen sich nach Freiheit und Selbstbestimmung. Es dauert lange, aber dann kommt der Tag, an dem aus der Sehnsucht ein Tun wird, denn da sind Menschen, die sie lieben und für die sie eine Verantwortung tragen.
Es ist Roman, der sehr atmosphärisch das Leben in den Südstaaten schildert. Da sind nicht nur die Unterschiede zwischen Arm und Reich, man spürt auch das Misstrauen zwischen Weißen und Schwarzen, obwohl alle dem Gesetzt nach inzwischen frei sind.
Es ist ein sehr emotionaler Roman, der mit gut gefallen hat und den ich nur empfehlen kann.

Ihre Bewertung

1 schlecht, 5 sehr gut

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Karin Slaughter

Ein Teil von ihr

Nach »Die gute Tochter« begeistert Spiegel-Bestseller-Autorin Karin Slaughter mit ihrem neuen Thriller »Ein Teil von ihr«. Provokanter und raffinierter als alles, was sie zuvor geschrieben hat.

Wir alle kennen unsere Mütter.
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Wieder und wieder sieht Andrea Oliver das Gesicht ihrer Mutter Laura vor sich: gelöst, gutmütig, beherrscht – während sie einem Menschen das Leben nimmt. Nur knapp konnten sie beide einer grauenvollen Schießerei entkommen. Andrea will Antworten, doch stattdessen zwingt ihre Mutter sie in eine riskante Flucht. Weil sie verfolgt wird. Weil sie ein dunkles Geheimnis hat. Andrea folgt dem Befehl ihrer Mutter. Doch je weiter sich ihr die wahre Identität dieser Frau enthüllt, desto mehr entpuppt sich ihr Leben als eine Lüge. Wer ist ihre Mutter wirklich?

»Dieser Thriller wird Sie um den Schlaf bringen. Für Slaughter-Fans ist „Ein Teil von ihr“ ein absolutes Lese-Muss.«
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»Wie immer hat Slaughter … keine Scheu, Verbrechen in all ihrer Brutalität und Grausamkeit zu schildern. […] Daneben aber beweist sie ebenso viel Gespür für die Zerrissenheit, für Sehnsüchte und Ängste, für starke Gefühle und damit verbundene innerliche Eruption, kurz: für die Komplexität ihrer Charaktere.«
dpa

»Karin Slaughters „Ein Teil von ihr“ liest sich als moderne Geschichte über komplizierte Vereinigte Staaten von Amerika, in der charakteristische Merkmale des American Way of Life ebenso aufscheinen wie der Mythos vom Grenzland.«
krimi-couch.de

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vol.at

 »Eine spannende Lektüre bis zum Schluss.«
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